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Salernitano

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Steckbrief

  • Herkunft: Region Kampanien (Salerno), Süditalien
  • Rassestandard: Italienisches Zuchtbuch (Libro Genealogico), betreut durch die AIA (Associazione Italiana Allevatori); kein FCI-Standard, da Pferderasse
  • Stockmaß: 155–170 cm
  • Gewicht: 450–550 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Überwiegend Braune, Dunkelbraune, Rappen und Füchse; Schimmel kommen selten vor. Kurzes, glänzendes Fell mit dichter Mähne und langem Schweif.

Herkunft & Geschichte

Der Salernitano – auch als Cavallo Salernitano oder Persano-Pferd bezeichnet – zählt zu den ältesten und edelsten Pferderassen Italiens. Seine Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als König Karl III. von Neapel im Jahr 1763 das königliche Gestüt Persano in der Provinz Salerno gründete. Ziel war es, ein leistungsstarkes Kavalleriepferd zu züchten, das den Anforderungen der neapolitanischen Armee genügte. Als Grundlage dienten einheimische neapolitanische Stuten, die mit orientalischen Hengsten – vor allem Arabern und Berbern – sowie spanischen und türkischen Blutlinien gekreuzt wurden.

Im 19. Jahrhundert erlebte die Zucht durch die Einkreuzung von englischen Vollblütern eine Verfeinerung. Diese Abstammung verlieh dem Salernitano zusätzliche Schnelligkeit und ein eleganteres Exterieur, ohne seine ursprüngliche Robustheit einzubüßen. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die Rasse in eine schwere Krise: Das Gestüt Persano wurde geschlossen, die Bestände drastisch reduziert. Nur durch das Engagement einzelner Privatzüchter und regionaler Zuchtverbände in Kampanien konnte die Rasse vor dem Aussterben bewahrt werden.

Heute gilt der Salernitano als extrem seltene Rasse. Verschiedene italienische Zuchtorganisationen und die AIA bemühen sich um den Erhalt des Zuchtbuchs und die genetische Sicherung der verbliebenen Population. Der Salernitano wird von der FAO als gefährdete Nutztierrasse geführt.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Salernitano ist ein mittelgroßes bis großes Warmblutpferd von edler, harmonischer Erscheinung. Der Kopf ist fein und ausdrucksvoll, mit geradem oder leicht konvexem Profil, großen, wachen Augen und weiten Nüstern. Der Hals ist lang, gut aufgesetzt und leicht gebogen, was dem Pferd eine natürlich erhabene Haltung verleiht.

Der Rumpf zeigt sich kompakt und gut bemuskelt. Die Schulter ist lang und schräg gelagert – ein Merkmal, das für raumgreifende, elastische Bewegungen sorgt. Der Widerrist ist ausgeprägt, der Rücken mittellang und kräftig, die Kruppe leicht abfallend mit tief angesetztem Schweif. Die Beine sind trocken, mit klar definierten Sehnen, stabilen Gelenken und harten, wohlgeformten Hufen.

In seinen Bewegungen zeichnet sich der Salernitano durch einen schwungvollen, raumgreifenden Trab und einen kraftvollen, bodendeckenden Galopp aus. Seine natürliche Sprungveranlagung ist bemerkenswert und war historisch einer der Gründe, warum diese Rasse in der italienischen Springreitszene geschätzt wurde. Berühmt wurde der Salernitano-Hengst Merano, der unter Raimondo d'Inzeo in den 1950er und 1960er Jahren internationale Springerfolge erzielte.

Charakter & Wesen

Im Wesen zeigt sich der Salernitano als ausgeglichenes, intelligentes und kooperatives Pferd. Er ist mutig, aber nicht hitzköpfig, sensibel, aber nervenstark. Diese Kombination aus Temperament und Gelassenheit macht ihn zu einem verlässlichen Partner sowohl im Sport als auch bei der täglichen Arbeit.

Gegenüber seinem Reiter entwickelt der Salernitano eine starke Bindung und zeigt sich treu und arbeitswillig. Er lernt schnell, reagiert feinfühlig auf Hilfen und verzeiht Reiterfehler großzügiger als manch andere Warmblüter. Gleichzeitig besitzt er einen gewissen Stolz und Eigensinn, der eine konsequente, aber respektvolle Ausbildung erfordert. Im Umgang mit anderen Pferden verhält er sich in der Regel sozial und verträglich.

Haltung & Pflege

Der Salernitano stammt aus dem mediterranen Klima Süditaliens und ist an warme, trockene Sommer sowie milde Winter angepasst. Dennoch erweist er sich als erstaunlich anpassungsfähig an mitteleuropäische Verhältnisse, sofern ihm ein wetterfester Unterstand oder eine Stallhaltung mit ausreichend Bewegungsfreiheit geboten wird.

Idealerweise wird der Salernitano in Offenstall- oder Laufstallhaltung mit großzügigem Weidegang gehalten. Als temperamentvolles Sportpferd benötigt er ausreichend Auslauf und tägliche Beschäftigung – sei es durch Reitarbeit, Longentraining oder freie Bewegung auf der Koppel. Mangelnde Bewegung kann zu Verhaltensproblemen und Unausgeglichenheit führen.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Regelmäßiges Striegeln und Bürsten hält das kurze Fell glänzend und fördert die Durchblutung. Mähne und Schweif sollten regelmäßig verlesen werden. Die Hufpflege ist besonders wichtig: Alle sechs bis acht Wochen sollte der Hufschmied die Hufe ausschneiden oder beschlagen.

Ernährung

Die Ernährung des Salernitano entspricht den Grundsätzen der Pferdefütterung, sollte jedoch an den individuellen Bedarf angepasst werden. Hochwertiges Raufutter in Form von Heu und Weidegras bildet die Basis. Je nach Arbeitsbelastung wird die Ration durch Kraftfutter wie Hafer, Gerste oder spezielle Müslimischungen ergänzt.

Wichtig ist eine ausreichende Mineralstoff- und Vitaminversorgung, besonders bei intensiver sportlicher Nutzung. Salzlecksteine und frisches Wasser müssen jederzeit frei zugänglich sein. Da der Salernitano tendenziell einen effizienten Stoff