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Samojede

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Rassen > Hunderassen – Nordische & Urtyp

Steckbrief

  • Herkunft: Sibirien (Russland), benannt nach dem Volk der Samojeden (Nenzen)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 5 – Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 1: Nordische Schlittenhunde (Nr. 212, mit Arbeitsprüfung)
  • Größe: Rüden 54–60 cm, Hündinnen 50–56 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: Rüden 20–30 kg, Hündinnen 16–25 kg
  • Lebenserwartung: 12–14 Jahre
  • Fell/Farben: Dichtes, doppelschichtiges Fell mit weicher, dichter Unterwolle und harschem, geradem Deckhaar. Farben: Reinweiß, Creme, Weiß mit Bisquit-Abzeichen. Die Fellfarbe Reinweiß ist im Rassestandard bevorzugt.

Herkunft & Geschichte

Der Samojede gehört zu den ältesten Hunderassen der Welt und blickt auf eine Jahrtausende alte Abstammung zurück. Sein Name leitet sich vom sibirischen Nomadenvolk der Samojeden ab, die heute als Nenzen bekannt sind. Diese Ureinwohner Nordwestsibiriens züchteten die weißen Hunde als vielseitige Arbeits- und Begleittiere. Die Tiere hüteten Rentierherden, zogen Schlitten über gefrorene Tundra und wärmten ihre Besitzer in den eisigen Nächten als lebende Wärmequellen in den Zelten.

Ende des 19. Jahrhunderts gelangten die ersten Samojeden nach England, maßgeblich durch den britischen Zoologen Ernest Kilburn-Scott, der Hunde von Expeditionen in die Arktis mitbrachte. Kilburn-Scott und seine Frau gründeten die erste europäische Zucht und legten den Grundstein für den heutigen Rassestandard. Berühmte Polarforscher wie Fridtjof Nansen und Roald Amundsen setzten Samojeden bei ihren Expeditionen ein, was der Rasse internationale Bekanntheit verschaffte.

Die Anerkennung durch die FCI erfolgte unter dem Patronat Skandinaviens, wobei die nordische Arbeitsvergangenheit des Samojeden stets im Fokus blieb. Heute betreuen zahlreiche Zuchtverbände weltweit die Reinzucht dieser Rasse, darunter der Deutsche Club für Nordische Hunde (DCNH) als zuständiger Zuchtverband in Deutschland.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Samojede ist ein mittelgroßer, elegant gebauter Hund mit kräftiger, aber nie plumper Statur. Sein wohl auffälligstes Merkmal ist das üppige, strahlend weiße Fell, das den gesamten Körper in eine dichte Haarpracht hüllt. Das Deckhaar steht vom Körper ab und bildet vor allem um den Hals eine imposante Mähne, die bei Rüden besonders ausgeprägt ist.

Typisch ist das sogenannte „Samojeden-Lächeln" – die leicht nach oben gezogenen Lefzenwinkel verleihen dem Hund einen freundlichen, lächelnden Gesichtsausdruck. Dieses Merkmal ist kein Zufall der Zucht: Die aufwärts gerichteten Mundwinkel verhindern, dass bei extremer Kälte Speichel herabtropft und zu Eiszapfen gefriert.

Der Kopf ist keilförmig mit einem deutlichen, aber nicht zu starken Stop. Die Augen sind dunkelbraun, mandelförmig und leicht schräg gestellt. Die dreieckigen Ohren stehen aufrecht und sind relativ klein, was den Wärmeverlust in arktischen Gebieten minimiert. Die buschige Rute wird über dem Rücken oder seitlich getragen und reicht bis zum Sprunggelenk.

Der Körperbau ist kompakt und muskulös, mit tiefem Brustkorb und gerader Rückenlinie. Die Pfoten sind leicht oval und dicht behaart – ein natürlicher Schneeschuh, der das Einsinken im Schnee verhindert.

Charakter & Wesen

Der Samojede ist ein ausgesprochen menschenbezogener Hund mit einem offenen, freundlichen Wesen. Sein Charakter wird oft als treu, verspielt und sanftmütig beschrieben. Er bindet sich eng an seine Familie und zeigt dabei weder Scheu noch Aggression gegenüber Fremden – als reiner Schutzhund ist er daher wenig geeignet, wenngleich er durchaus wachsam ist und Besucher zuverlässig meldet.

Die Rasse besitzt einen ausgeprägten Dickkopf, was direkt aus ihrer Arbeitsgeschichte stammt: Ein Schlittenhund, der in der Arktis selbständig Gefahren erkennen und Entscheidungen treffen musste, bringt naturgemäß einen eigenen Willen mit. Dieser eigenständige Charakter verlangt eine konsequente, aber geduldige Erziehung ohne Härte.

Samojeden sind äußerst gesellig und vertragen Einsamkeit schlecht. Langes Alleinsein quittieren sie häufig mit ausgiebigem Bellen oder destruktivem Verhalten. Mit Kindern gehen sie in der Regel geduldig und liebevoll um, und auch mit anderen Hunden zeigen sie sich verträglich. Der Jagdtrieb ist rassebedingt meist gering ausgeprägt, kann individuell aber variieren.

Haltung & Pflege

Der Samojede braucht viel Bewegung und geistige Beschäftigung. Täglicher Auslauf von mindestens zwei Stunden ist das Minimum, idealerweise ergänzt durch sportliche Aktivitäten. Schlittenhundesport, Canicross, Agility oder Zugtierarbeit kommen dem natürlichen Bewegungsdrang dieser Rasse entgegen. Ein Haus mit Garten ist einer Etagenwohnung klar vorzuziehen, wobei der Garten gut eingezäunt sein sollte.

Die Fellpflege ist aufwendig und darf nicht unterschätzt werden. Mindestens zwei- bis dreimal pro Woche sollte das dichte Fell gründlich durchgebürstet werden, während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst am besten täglich. In dieser Phase verliert der Samojede seine komplette Unterwolle – die anfallenden Haarmengen sind beträchtlich. Auf keinen Fall sollte der Samojede geschoren werden, da das doppelschichtige Fell sowohl vor Kälte als auch vor Hitze und UV-Strahlung schützt.

Trotz des weißen Fells ist der Samojede erstaunlich pflegeleicht, was Verschmutzung betrifft: Die Haarstruktur hat eine selbstreinigende