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Schabrackenhyäne

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Hyänen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Parahyaena brunnea (früher Hyaena brunnea)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Hyänen (Hyaenidae)
  • Gattung: Parahyaena
  • Lebensraum: Trockene Savannen, Halbwüsten, Küstenregionen im südlichen Afrika
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 110–136 cm, Schulterhöhe 70–80 cm
  • Gewicht: 35–50 kg, selten bis 55 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre in freier Wildbahn, bis 24 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Die Schabrackenhyäne ist die seltenste der vier rezenten Hyänenarten und unterscheidet sich äußerlich deutlich von der bekannteren Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta). Ihr auffälligstes Merkmal ist das lange, zottelige Fell an Hals, Schultern und Rücken, das wie eine dunkle Schabracke über den Körper fällt – daher der deutsche Name. Dieses Deckfell kann bis zu 30 cm lang werden und verleiht dem Tier ein struppiges, massiges Erscheinungsbild, das die tatsächliche Körpergröße optisch übertreibt.

Die Grundfarbe des Fells ist dunkelbraun bis schwarz. Die Beine tragen hingegen eine hellere, graubraune Färbung mit undeutlichen horizontalen Streifen. Der Kopf wirkt im Vergleich zum Körper relativ klein und ist kurz behaart. Die Ohren sind groß und spitz. Wie bei allen Hyänen fällt die Rückenlinie nach hinten ab, da die Vorderbeine deutlich länger und kräftiger gebaut sind als die Hinterbeine. Der Schwanz ist buschig und reicht bis zu den Sprunggelenken.

Das Gebiss ist kräftig und mit robusten Prämolaren ausgestattet, die zum Knacken von Knochen dienen. Die Kiefermuskulatur erzeugt einen enormen Beißdruck, der dem der Tüpfelhyäne nur wenig nachsteht. Im Analbereich befinden sich gut entwickelte Drüsen, deren Sekret zur Reviermarkierung eingesetzt wird.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Schabrackenhyäne beschränkt sich auf das südliche Afrika. Die Art kommt in Namibia, Botswana, Simbabwe, Mosambik und Südafrika vor, mit dem Schwerpunkt der Population in der Kalahari und der Namib. Einzelne Vorkommen erstrecken sich bis in den Süden Angolas und den Westen Sambias.

Als Habitat bevorzugt die Art trockene, offene Landschaften: Halbwüsten, Trockensavannen, Buschland und Küstenstreifen. An der Atlantikküste Namibias – insbesondere an der Skelettküste – nutzt sie den Küstenstreifen als Nahrungsquelle. Dichter Regenwald oder feuchte tropische Gebiete werden gemieden. Die Art zeigt eine hohe Toleranz gegenüber ariden Biotopen und kommt auch in Gebieten mit extrem geringen Niederschlägen vor, wo andere große Raubtiere kaum überleben können.

Ernährung

Die Schabrackenhyäne ist ein ausgeprägter Allesfresser mit starker Tendenz zur Aasverwertung. Sie gehört zu den effizientesten Aasverwertern unter den afrikanischen Raubtieren. Mit ihrem kräftigen Gebiss kann sie Knochen zerkleinern und so an das nährstoffreiche Mark gelangen, das für andere Prädatoren unzugänglich bleibt.

Neben Aas stehen Insekten, Eier, Früchte, Knollen und kleine Wirbeltiere auf dem Speiseplan. An der Küste Namibias ernährt sie sich von angeschwemmten Robben- und Walkadavern sowie von den Nachgeburten und Jungtieren in Robbenkolonien. Die Jagd auf lebende größere Beute spielt eine untergeordnete Rolle – gelegentlich werden Lämmer, Ziegen oder junge Antilopen erbeutet. Nahrungsreste werden häufig in flachen Erdmulden vergraben und zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgegraben, ein Verhalten, das als Nahrungscaching bezeichnet wird.

Verhalten & Lebensweise

Die Schabrackenhyäne ist überwiegend nachtaktiv und verbringt die Tagesstunden in Erdbauen, Felsspalten oder dichtem Gebüsch. Ihre Aktivitätsphase beginnt in der Dämmerung. Bei der Nahrungssuche legt sie in einer Nacht Strecken von bis zu 35 Kilometern zurück.

Die Sozialstruktur ist weniger komplex als bei der Tüpfelhyäne, aber keineswegs rein solitär. Schabrackenhyänen leben in lockeren Clans von 4 bis 14 Tieren, die ein gemeinsames Revier bewohnen. Dieses Revier kann je nach Nahrungsangebot zwischen 200 und über 1.000 Quadratkilometer umfassen. Die Clanmitglieder teilen sich einen oder mehrere Gemeinschaftsbaue, gehen aber in der Regel allein auf Nahrungssuche. Die Reviermarkierung erfolgt durch das Absetzen von Analsekret an Grashalmen – ein Verhalten, das als „Pastieren" bekannt ist.

Im Gegensatz zur Tüpfelhyäne sind Schabrackenhyänen relativ leise Tiere. Laute Rufe sind selten; die Kommunikation erfolgt vorwiegend über Duftmarken und Körpersprache. Bei Bedrohung sträubt das Tier seine lange Rückenmähne, wodurch es erheblich größer wirkt – eine wirkungsvolle Abschreckstrategie gegenüber Konkurrenten und Feinden wie Löwen und Tüpfelhyänen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Schabrackenhyäne hat keine feste Paarungszeit; Fortpflanzung kann ganzjährig stattfinden. Die Paarung erfolgt häufig mit nomadischen Männchen, die nicht zum Clan gehören. Das dominante Weibchen des Clans – die Matriarchin – besitzt in der Regel das alleinige Fortpflanzungsrecht innerhalb der Gruppe.

Nach einer Tragzeit von etwa 90 bis 92 Tagen bringt das Weibchen ein bis vier Jungt