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Streifenhyäne

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Hyänen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Hyaena hyaena
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Hyänen (Hyaenidae)
  • Gattung: Hyaena
  • Lebensraum: Halbwüsten, Steppen, Trockensavannen, felsiges Buschland
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 100–120 cm, Schulterhöhe 65–80 cm
  • Gewicht: 25–45 kg
  • Lebenserwartung: 10–12 Jahre in freier Wildbahn, bis 24 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Die Streifenhyäne ist die kleinste der drei echten Hyänenarten und deutlich zierlicher gebaut als die bekanntere Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta). Ihr Körperbau folgt dem für Hyänen typischen Bauplan: Die Vorderbeine sind länger als die Hinterbeine, wodurch die Rückenlinie deutlich nach hinten abfällt. Dieser abschüssige Rücken verleiht der Streifenhyäne ihren charakteristischen Gang.

Das Fell ist struppig und relativ lang, besonders entlang des Rückens und Nackens, wo eine ausgeprägte Mähne ausgebildet ist. Die Grundfärbung variiert zwischen gelblich-grau und schmutzig-weiß. Namensgebend sind die dunklen, schwarz-braunen Querstreifen an Rumpf, Flanken und Beinen. Die Schnauze ist dunkel gefärbt, der Kopf wirkt massig mit kräftigen Kiefermuskeln. Die Ohren sind groß und spitz zulaufend. Der buschige Schwanz erreicht eine Länge von etwa 25–35 cm.

Wie alle Hyänen verfügt die Streifenhyäne über ein extrem kräftiges Gebiss. Besonders die Prämolaren sind als sogenannte Brechzähne ausgebildet und können selbst große Knochen zerkleinern. Die Beißkraft gehört im Verhältnis zur Körpergröße zu den stärksten unter den Säugetieren.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Streifenhyäne erstreckt sich über weite Teile Nordafrikas, Ostafrikas, des Nahen Ostens, der Arabischen Halbinsel sowie Zentralasiens bis nach Indien. Damit besitzt sie unter allen Hyänenarten das größte geographische Verbreitungsgebiet und ist die einzige Hyäne, die auch außerhalb Afrikas vorkommt.

Als Habitat bevorzugt sie offene, trockene Landschaften wie Halbwüsten, Steppen und Trockensavannen. Sie besiedelt jedoch auch felsiges Buschland, lichte Wälder und die Randbereiche von Wüsten. Dichte Wälder und reine Sandwüsten werden gemieden. In Teilen ihres Verbreitungsgebiets, etwa in Indien und Ostafrika, lebt sie in Nachbarschaft zur Tüpfelhyäne oder zur Schabrackenhyäne (Parahyaena brunnea), ohne dass es zu starker direkter Konkurrenz kommt, da sich die bevorzugten Biotope und Nahrungsquellen teilweise unterscheiden.

Ernährung

Die Streifenhyäne ist ein ausgeprägter Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf Aas. Sie sucht systematisch nach Kadavern größerer Säugetiere und spürt diese über ihren ausgezeichneten Geruchssinn auf – teilweise über Entfernungen von mehreren Kilometern. Dank ihres kräftigen Gebisses kann sie auch Knochen, Sehnen und Haut verwerten, die für andere Aasfresser unzugänglich bleiben.

Neben Aas nimmt sie auch Insekten, kleine Wirbeltiere wie Nagetiere und Eidechsen sowie Früchte, Beeren und andere pflanzliche Kost zu sich. In der Nähe menschlicher Siedlungen durchsucht sie Müllhalden und Abfälle, was sie in einigen Regionen zu einem regelmäßigen Kulturfolger macht. Aktive Jagd auf größere Beutetiere findet nur selten statt; die Streifenhyäne ist primär ein opportunistischer Nahrungssucher.

Verhalten & Lebensweise

Anders als die gesellig lebende Tüpfelhyäne ist die Streifenhyäne überwiegend einzelgängerisch. Sie geht in der Regel allein auf Nahrungssuche, wobei sie strikt nachtaktiv ist und den Tag in Höhlen, Felsspalten oder selbst gegrabenen Erdbauten verbringt. Diese Tagverstecke werden häufig gewechselt.

Die Reviere sind groß und können je nach Nahrungsangebot zwischen 40 und über 70 Quadratkilometer umfassen. Die Markierung des Reviers erfolgt über Analdrüsensekrete, die an Grashalmen und anderen Objekten abgestreift werden. Begegnungen zwischen Artgenossen verlaufen meist friedlich, aggressive Auseinandersetzungen sind selten. In Gebieten mit hohem Nahrungsangebot, etwa an großen Kadavern, können sich mehrere Individuen vorübergehend zusammenfinden.

Wird die Streifenhyäne bedroht, sträubt sie die lange Rückenmähne, wodurch sie deutlich größer wirkt. Dieses Imponierverhalten dient der Abschreckung gegenüber Feinden wie Leoparden, Wölfen oder größeren Hyänenarten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung ist nicht streng saisonal, in den meisten Verbreitungsgebieten häufen sich die Geburten jedoch in bestimmten Monaten. Nach einer Tragzeit von rund 88 bis 92 Tagen bringt das Weibchen ein bis vier, meist zwei bis drei Jungtiere zur Welt. Die Geburt erfolgt in einem geschützten Bau.

Die Jungtiere kommen blind und hilflos zur Welt, öffnen nach etwa einer Woche die Augen und werden über einen Zeitraum von rund zwölf Monaten gesäugt. Die Mutter trägt die alleinige Verantwortung für die Aufzucht, obwohl in einigen beobachteten Fällen auch das Männchen oder verwandte Weibchen Nahrung zum Bau brachten. Die Jungtiere bleiben bis zu ihrem zweiten Lebensjahr im Umfeld der Mutter und werden dann selbstständig. Die Geschlechtsreife tritt mit zwei bis drei Jahren ein.

Bedrohung & Schutzstatus