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Schafstelze

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Tierart – Vögel > Singvögel – Stare, Pieper, Stelzen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Motacilla flava
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Stelzen und Pieper (Motacillidae)
  • Gattung: Stelzen (Motacilla)
  • Größe: 15–17 cm (Körperlänge)
  • Gewicht: 14–22 g
  • Flügelspannweite: 23–27 cm
  • Lebensraum: Feuchtwiesen, Agrarlandschaften, Flussufer, Sümpfe
  • Nahrung: Insekten und andere Wirbellose
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre (in freier Wildbahn)
  • Zugverhalten: Langstreckenzieher

Aussehen & Merkmale

Die Schafstelze ist ein schlanker, zierlicher Singvogel mit auffallend langen Beinen und einem vergleichsweise langen Schwanz, den sie häufig auf und ab wippt – ein typisches Verhalten der gesamten Gattung Motacilla. Die Oberseite des Gefieders ist olivgrün bis grünlichbraun gefärbt, während die Unterseite in einem leuchtenden Gelb erscheint, das während der Brutzeit besonders intensiv wirkt.

Das Männchen im Prachtkleid zeigt eine kräftig gelbe Unterseite und einen je nach Unterart variabel gefärbten Kopf. Der Schnabel ist dünn, spitz und dunkelbraun bis schwarz – typisch für einen Insektenfresser. Die Beine sind dunkelgrau bis schwärzlich. Weibchen und Jungvögel sind insgesamt blasser gefärbt, mit einer eher gelblichweißen Unterseite und weniger kontrastreicher Kopfzeichnung. Im Schlichtkleid ähneln die Geschlechter einander stärker.

Ein wesentliches Bestimmungsmerkmal ist der helle Überaugenstreif, der bei den meisten Unterarten deutlich ausgeprägt ist. Von der nahe verwandten Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) unterscheidet sich die Schafstelze durch den kürzeren Schwanz, die olivgrüne statt graue Oberseite und die fehlende schwarze Kehle des Männchens.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Schafstelze erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis – von Westeuropa über Zentralasien bis nach Alaska. In Mitteleuropa ist sie ein verbreiteter Brutvogel, der insbesondere in Norddeutschland, den Niederlanden, Skandinavien und den Tiefebenen Osteuropas in größerer Dichte vorkommt. In den Alpenregionen fehlt sie als Brutvogel weitgehend.

Als typisches Habitat bevorzugt die Schafstelze offene, feuchte bis nasse Landschaften. Feuchtwiesen, extensiv bewirtschaftete Weiden, Flussauen, Marschen und Rieselfelder gehören zu ihren bevorzugten Biotopen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sie sich zunehmend an Agrarlandschaften angepasst und brütet heute vielerorts in Raps-, Getreide- und Maisfeldern. Diese Anpassung birgt allerdings Risiken, da die Erntezeitpunkte häufig mit der Brutzeit kollidieren.

Als Langstreckenzieher verbringt die Schafstelze den Winter im tropischen und subtropischen Afrika, südlich der Sahara. Der Herbstzug beginnt im August und September, die Rückkehr in die Brutgebiete erfolgt ab Mitte April bis Mai.

Ernährung

Die Schafstelze ernährt sich fast ausschließlich von kleinen Wirbellosen. Auf dem Speiseplan stehen Fliegen, Mücken, kleine Käfer, Spinnen, Blattläuse und gelegentlich kleine Schnecken oder Würmer. Die Nahrungssuche findet am Boden statt, wobei der Vogel mit schnellen, trippelnden Schritten über Wiesen und Äcker läuft und dabei gezielt nach Beutetieren pickt. Gelegentlich werden auch fliegende Insekten in kurzen Flugmanövern erbeutet.

Die enge Bindung an weidendes Vieh, die der Art ihren deutschen Namen eingebracht hat, steht in direktem Zusammenhang mit der Nahrungssuche: Die Hufe von Schafen und Rindern scheuchen Insekten auf, die die Stelze dann leicht erbeuten kann. Dieses Verhalten lässt sich regelmäßig auf extensiv beweideten Flächen beobachten.

Verhalten & Lebensweise

Schafstelzen sind tagaktive Vögel, die den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche verbringen. Außerhalb der Brutzeit sind sie gesellig und bilden auf dem Zug sowie an den Schlafplätzen teils große Schwärme, die mehrere Tausend Individuen umfassen können. Bevorzugte Schlafplätze sind Schilfbestände und dichte Ufervegetation.

Während der Brutzeit etablieren die Männchen ein Revier, das sie mit Singflügen und Rufen gegen Artgenossen verteidigen. Der Gesang ist relativ einfach aufgebaut – eine kurze, etwas raue Strophe aus wenigen Elementen, die im Flug oder von einer niedrigen Warte vorgetragen wird. Der häufig zu hörende Flugruf ist ein charakteristisches, etwas gedehntes „tsrieh", das bei der Bestimmung hilfreich ist.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit der Schafstelze erstreckt sich von Mai bis Juli. Das Nest wird am Boden errichtet, gut versteckt in dichter Vegetation – etwa in Grasbüscheln, Getreidebeständen oder am Rand von Gräben. Es handelt sich um eine napfförmige Konstruktion aus trockenen Halmen, Wurzeln und Moos, die innen mit feinen Haaren und Pflanzenwolle ausgepolstert wird.

Das Gelege umfasst in der Regel 4 bis 6 Eier, die eine gelblichweiße Grundfarbe mit feiner bräunlicher Fleckung aufweisen. Die Brutdauer beträgt 11 bis 13 Tage, wobei überwiegend das Weibchen brütet. Die Nestlinge werden von beiden Elternvögeln gefüttert und verlassen das Nest nach etwa 12 bis 14 Tagen als noch nicht voll flugfähige Jungvögel. Bis zur Selbstständigkeit werden sie weitere ein bis zwei Wochen geführt. In günstigen Jahren kann eine zweite Brut erfolgen, was in Mitteleuropa