T Tierlexikon.net
← Lexikon

Schipperke

S

Rassen > Hunderassen – weitere

Steckbrief

  • Herkunft: Belgien
  • FCI-Gruppe: Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde), Sektion 1: Schäferhunde, Nr. 83
  • Größe: 25–33 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: 3–9 kg (idealerweise 4–7 kg)
  • Lebenserwartung: 13–15 Jahre
  • Fell: Dichtes, hartes Deckhaar mit weicher, dichter Unterwolle; ausgeprägte Mähne, Jabot und Höschen
  • Farben: Laut Rassestandard ausschließlich Schwarz

Herkunft & Geschichte

Der Schipperke ist eine alte belgische Hunderasse, deren Ursprünge bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen. Seine Abstammung wird auf den mittlerweile ausgestorbenen kleinen schwarzen Schäferhund Leuvenaar zurückgeführt, der in der flämischen Region Brabant als Arbeitshund gehalten wurde. Der Name „Schipperke" wird häufig mit dem flämischen Wort für „kleiner Schiffer" in Verbindung gebracht, da die Rasse auf belgischen Kanalschiffen als Rattenfänger und Wachhund populär war. Sprachforscher verweisen jedoch darauf, dass der Name ebenso vom flämischen Dialektwort für „kleiner Schäfer" abgeleitet sein könnte – was angesichts seiner Zugehörigkeit zur FCI-Gruppe 1 durchaus stimmig wäre.

Bereits 1690 wurden in Brüssel Wettbewerbe dokumentiert, bei denen Schipperke-Besitzer ihre Hunde mit kunstvollen Halsbändern schmückten und zur Schau stellten – eine der frühesten Formen organisierter Hundeausstellungen überhaupt. Die offizielle Rasseaktion begann 1882 mit der Eintragung in das belgische Zuchtbuch. Königin Marie Henriette von Belgien erwarb 1885 einen Schipperke auf einer Ausstellung in Brüssel, was die Popularität der Rasse schlagartig steigerte. Der erste Rassestandard wurde 1889 durch den belgischen Zuchtverband verabschiedet. Seither hat sich der Schipperke von einem Arbeitshund der flämischen Handwerker und Schiffer zu einem geschätzten Begleithund entwickelt, der weltweit Anhänger findet.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Schipperke ist ein kompakter, quadratisch gebauter kleiner Hund mit einem unverwechselbaren Erscheinungsbild. Sein Körperbau ist stämmig und muskulös, ohne dabei plump zu wirken. Der Kopf zeigt eine fuchsähnliche Form mit einer mäßig langen Schnauze, kleinen dreieckigen Stehohren und dunklen, mandelförmigen Augen, die einen aufgeweckten, schelmischen Ausdruck verleihen.

Das markanteste Rassemerkmal ist die üppige Fellstruktur. Das doppelschichtige Haarkleid bildet eine ausgeprägte Mähne um den Hals, ein sogenanntes Jabot an der Brust und reichliche Behosung an den Hinterläufen. Diese Fellpartien erzeugen die charakteristische Silhouette, die von vorne breiter wirkt und sich nach hinten verjüngt. Das Deckhaar ist mittellang, gerade und harsch, die Unterwolle dicht und weich. Der Rassestandard schreibt einheitlich schwarze Fellfarbe vor, wobei die Unterwolle dunkelgrau sein darf, sofern sie vollständig vom Deckhaar bedeckt wird.

Schipperkes werden in manchen Ländern traditionell ohne Rute geboren oder kupiert. In Europa ist das Kupieren gesetzlich verboten, sodass die Rute natürlich belassen wird. Sie wird in der Regel über dem Rücken geringelt oder hängend getragen.

Charakter & Wesen

Der Schipperke ist ein außerordentlich lebhafter, neugieriger und wachsamer Hund. Er besitzt ein enormes Selbstbewusstsein, das in keinem Verhältnis zu seiner geringen Körpergröße steht. Fremden gegenüber zeigt er sich reserviert und meldet zuverlässig jeden Besucher – seine Wachsamkeit ist legendär und macht ihn zu einem erstklassigen kleinen Wachhund.

Seiner Familie gegenüber ist der Schipperke treu, anhänglich und verspielt. Er bindet sich eng an seine Bezugspersonen und begleitet sie am liebsten überallhin. Seine Intelligenz und Arbeitsfreude machen ihn zu einem gelehrigen Hund, der jedoch auch eine gehörige Portion Eigensinn mitbringt. Langeweile ist sein größter Feind – ein unterforderter Schipperke entwickelt schnell unerwünschte Verhaltensweisen wie übermäßiges Bellen oder destruktives Verhalten.

Der ausgeprägte Jagdtrieb, der aus seiner Vergangenheit als Rattenfänger resultiert, ist stets präsent. Kleine Tiere wecken sein Interesse, und im Garten wird er mit Begeisterung Mäusen und anderen Kleintieren nachstellen. Trotz seiner geringen Größe ist er mutig, unternehmungslustig und erstaunlich robust.

Haltung & Pflege

Der Schipperke ist ein anpassungsfähiger Hund, der sich sowohl in einer Wohnung als auch in einem Haus mit Garten wohlfühlen kann – vorausgesetzt, er erhält ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung. Tägliche Spaziergänge von mindestens einer Stunde sind Pflicht, ergänzt durch Spieleinheiten und mentale Herausforderungen. Hundesportarten wie Agility, Obedience oder Tricktraining kommen seinem Bewegungsdrang und seiner Intelligenz entgegen.

Die Fellpflege ist trotz des üppigen Haarkleides überschaubar. Wöchentliches gründliches Bürsten reicht in der Regel aus, um Verfilzungen zu vermeiden und lose Haare zu entfernen. Während des Fellwechsels – der beim Schipperke ein- bis zweimal jährlich besonders intensiv ausfällt – ist tägliches Bürsten empfehlenswert, da die dichte Unterwolle in großen Mengen abgestoßen wird. Baden ist nur selten nötig, da das harte Deckhaar Schmutz gut abstößt.

Eine konsequente, aber liebevolle Erziehung von Welpenalter an ist entscheidend. Der Schipperke respektiert keine inkonsequenten Halter und testet gerne seine Grenzen. Frühzeitige Sozialisierung hilft, seine natürliche Skepsis gegenüber Fremden in gesunde Bah