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Schleimhaut

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Anatomie & Körperbau > Haut, Fell & Co

Definition & Überblick

Die Schleimhaut (lat. Tunica mucosa) ist eine feuchte, drüsenreiche Gewebeschicht, die alle Körperhöhlen und Hohlorgane auskleidet, die direkt oder indirekt mit der Außenwelt in Verbindung stehen. Dazu zählen der gesamte Verdauungstrakt (Maulhöhle bis Anus), die Atemwege (Nasenhöhle, Trachea, Bronchien), der Urogenitaltrakt (Harnblase, Uterus, Vagina) sowie die Bindehaut (Conjunctiva) des Auges. Im Gegensatz zur äußeren Haut (Cutis), die eine verhornte Oberfläche besitzt, bleibt die Schleimhaut durch permanente Sekretproduktion feucht. Sie stellt eine der größten Grenzflächen des Tierkörpers dar und übernimmt zentrale Aufgaben in Schutz, Resorption und Immunabwehr.

Aufbau & Struktur

Die Tunica mucosa besteht aus mehreren Schichten, die je nach Lokalisation im Körper variieren:

  • Epithelium mucosae (Epithelschicht): Die oberflächlichste Schicht bildet das Epithel, dessen Zelltyp sich nach der funktionellen Beanspruchung richtet. In der Maulhöhle und im Oesophagus dominiert ein mehrschichtiges Plattenepithel (Epithelium stratificatum squamosum), das mechanischer Belastung standhält. Im Magen und Darm findet sich ein einschichtiges Zylinderepithel (Epithelium simplex columnare), das auf Sekretion und Resorption spezialisiert ist. Die Atemwege tragen ein mehrreihiges Flimmerepithel (Epithelium pseudostratificatum ciliatum), dessen Kinozilien Schleim und Fremdpartikel oralwärts transportieren (mukoziliäre Clearance).
  • Lamina propria mucosae: Unter dem Epithel liegt eine Schicht aus lockerem Bindegewebe, die Blutgefäße, Lymphgefäße, Nervenfasern und freie Immunzellen enthält. Hier befinden sich auch zahlreiche Drüsen (Glandulae), die Schleim (Mucus), Enzyme oder antimikrobielle Substanzen produzieren. In bestimmten Abschnitten, etwa im Darm, enthält die Lamina propria organisiertes lymphatisches Gewebe – die sogenannten Peyer-Platten (Noduli lymphoidei aggregati).
  • Lamina muscularis mucosae: Eine dünne Schicht glatter Muskulatur bildet die tiefste Lage der Schleimhaut. Sie ermöglicht eigenständige Faltenbewegungen der Mukosa, unabhängig von der äußeren Muskelschicht (Tunica muscularis) des jeweiligen Organs. Diese Schicht fehlt in einigen Bereichen, etwa in der Nasenhöhle oder Maulhöhle.

Zwischen Tunica mucosa und Tunica muscularis liegt bei vielen Hohlorganen die Tela submucosa, eine verschiebliche Bindegewebsschicht mit größeren Gefäßen und dem Plexus submucosus (Meissner-Plexus), der die Drüsensekretion reguliert.

Funktion

Die Schleimhaut erfüllt ein breites Spektrum an physiologischen Aufgaben:

  • Barrierefunktion: Die Mukosa bildet eine physikalische und chemische Barriere gegen pathogene Mikroorganismen, Toxine und mechanische Reize. Der Schleimfilm (Mucus), produziert von Becherzellen (Cellulae caliciformes) und mukösen Drüsen, überzieht die Oberfläche und bindet Fremdpartikel.
  • Immunabwehr: Das mukosa-assoziierte lymphatische Gewebe (MALT) – unterteilt in GALT (Darm), BALT (Bronchien) und NALT (Nasopharynx) – stellt den größten immunologischen Abwehrkomplex des Körpers dar. Hier werden sekretorische Immunglobuline, vor allem IgA, produziert und auf die Schleimhautoberfläche transportiert.
  • Resorption: Im Dünndarm vergrößern Zotten (Villi intestinales) und Mikrovilli die resorptive Oberfläche massiv, um Nährstoffe, Elektrolyte und Wasser aufzunehmen.
  • Sekretion: Die Mukosa produziert Verdauungsenzyme, Salzsäure (im Magen), Bikarbonat und Schleim – je nach Organabschnitt in unterschiedlicher Zusammensetzung.
  • Befeuchtung und Reinigung: In den Atemwegen sorgt die mukoziliäre Clearance für die kontinuierliche Entfernung eingeatmeter Partikel.

Unterschiede zwischen Tierarten

Der Aufbau der Schleimhaut zeigt artspezifische Anpassungen, die mit Ernährungsweise und Lebensraum zusammenhängen:

  • Wiederkäuer (Ruminantia): Die Vormägen (Pansen, Haube, Blättermagen) sind von einer kutanen Schleimhaut ausgekleidet – einem verhornten Plattenepithel ohne Drüsen. Erst der Labmagen (Abomasum) besitzt eine typische drüsenhaltige Magenschleimhaut. Die Pansenzotten (Papillae ruminis) dienen der Resorption flüchtiger Fettsäuren.
  • Pferd (Equus): Der Magen zeigt eine zweigeteilte Schleimhaut: Die Pars nonglandularis mit drüsenlosem Plattenepithel im Blindsack und die Pars glandularis mit Drüsenepithel im Fundus- und Pylorusbereich. Die Grenze zwischen beiden Zonen, der Margo plicatus, ist eine häufige Prädilektionsstelle für Magenulzera.
  • Fleischfresser (Carnivora): Hund und Katze besitzen einen vollständig drüsenhaltigen Magen. Die Darmzotten im Dünndarm sind vergleichsweise lang, der Dickdarm ist kurz – angepasst an die effiziente Verwertung tierischen Proteins.
  • Vögel (Aves): Der