Schwedischer-lapphund
SRassen > Hunderassen – Nordische & Urtyp
Steckbrief
- Herkunft: Schweden (Lappland)
- FCI-Gruppe: Gruppe 5 – Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 3: Nordische Wach- und Hütehunde
- FCI-Standard Nr.: 135
- Größe: Rüden 45–51 cm, Hündinnen 40–46 cm (Widerristhöhe)
- Gewicht: 15–25 kg
- Lebenserwartung: 12–14 Jahre
- Fell: Dichtes, doppeltes Stockhaar mit üppiger Unterwolle; langes, gerades bis leicht gewelltes Deckhaar
- Farben: Schwarz ist die häufigste und im Rassestandard bevorzugte Farbe; Braun und Bärbraun kommen vor. Kleine weiße Abzeichen an Brust, Pfoten und Rutenspitze sind zulässig.
Herkunft & Geschichte
Der Schwedische Lapphund – auf Schwedisch Svensk Lapphund – zählt zu den ältesten Hunderassen Skandinaviens. Seine Abstammung reicht Jahrtausende zurück in die subarktischen Regionen Lapplands, wo die Samen (Sami) ihn als vielseitigen Arbeits- und Begleithund nutzten. Ursprünglich diente er als Jagdhelfer und Lagerwächter, später wurde er vor allem zum Hüten und Treiben von Rentierherden eingesetzt. Diese enge Bindung an den Menschen unter extremen klimatischen Bedingungen hat den Charakter der Rasse entscheidend geprägt.
Im 20. Jahrhundert ging der Bestand des Schwedischen Lapphundes stark zurück, da die traditionelle Rentierzucht sich veränderte und motorisierte Hilfsmittel den Hund teilweise ersetzten. Engagierte Züchter in Schweden begannen in den 1940er-Jahren gezielt mit dem Aufbau eines Zuchtprogramms. Der Svenska Kennelklubben (SKK) erkannte die Rasse offiziell an, und 1944 wurde der erste Rassestandard formuliert. Die FCI führt den Schwedischen Lapphund seit 1955 unter der Standard-Nummer 135. Bis heute gilt die Rasse als selten – selbst in Schweden werden jährlich nur wenige hundert Welpen registriert, was sie zu einem echten Liebhaberhund macht.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Schwedische Lapphund ist ein mittelgroßer, kompakt gebauter Spitz mit typisch nordischem Erscheinungsbild. Der Körperbau ist etwas kürzer als lang, muskulös und dennoch elegant. Der keilförmige Kopf mit den aufrecht stehenden, mittelgroßen Ohren verleiht ihm einen aufmerksamen, freundlichen Ausdruck. Die dunklen, mandelförmigen Augen strahlen Wärme und Intelligenz aus.
Das doppelte Fellkleid ist eines der markantesten Rassemerkmale. Die dichte, wollige Unterwolle schützt den Hund vor Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, während das längere Deckhaar Wasser und Schmutz abweist. Am Hals bildet sich eine deutliche Mähne, an den Hinterläufen zeigen sich ausgeprägte „Hosen". Die buschige, hoch über dem Rücken getragene Rute rundet das typische Erscheinungsbild ab.
Die Pfoten sind oval, gut gepolstert und mit dichtem Haar zwischen den Ballen versehen – eine Anpassung an Schnee und eisige Untergründe. Der gesamte Bewegungsablauf wirkt fließend, raumgreifend und mühelos, was auf die Ausdauer eines ehemaligen Arbeitshundes hindeutet.
Charakter & Wesen
Wer einen Schwedischen Lapphund kennenlernt, begegnet einem ausgesprochen treuen, aufmerksamen und menschenbezogenen Hund. Die Rasse ist bekannt für ihre tiefe Bindung an die Familie und ihre Sensibilität gegenüber Stimmungen des Besitzers. Gleichzeitig bringt sie eine gewisse Eigenständigkeit mit – ein Erbe der Arbeit in den weiten Ebenen Lapplands, wo der Hund selbstständig Entscheidungen treffen musste.
Der Schwedische Lapphund ist verspielt und behält seine lebhafte Art bis ins hohe Alter. Er lernt schnell, reagiert empfindlich auf harte Korrekturen und arbeitet am besten mit positiver Verstärkung. Sein wachsames Wesen macht ihn zu einem zuverlässigen Melder, ohne dabei übermäßig aggressiv zu sein. Fremden gegenüber verhält er sich zunächst reserviert, taut aber in der Regel rasch auf.
Die Rasse besitzt einen ausgeprägten Hütetrieb, der sich im Alltag durch gelegentliches Treiben von Kindern oder anderen Haustieren äußern kann. Bellfreudigkeit ist ein Punkt, den Halter von Anfang an konsequent lenken sollten – in der Rentierhaltung war Bellen ein erwünschtes Arbeitsmittel, im Wohngebiet kann es zur Herausforderung werden.
Haltung & Pflege
Der Schwedische Lapphund ist kein Hund für die Stadtwohnung ohne Garten. Er braucht täglichen, ausgiebigen Auslauf und geistige Beschäftigung. Hundesportarten wie Agility, Obedience, Nasenarbeit oder Hütetraining kommen seinem Arbeitswillen entgegen. Auch als Begleiter beim Wandern, Joggen oder Langlaufen fühlt er sich in seinem Element.
Die Fellpflege erfordert Regelmäßigkeit, ist aber weniger aufwendig, als das üppige Haarkleid vermuten lässt. Ein- bis zweimal pro Woche gründliches Bürsten genügt außerhalb des Fellwechsels. Während des Haarwechsels im Frühjahr und Herbst sollte täglich gebürstet werden, da die dichte Unterwolle in großen Mengen abgestoßen wird. Baden ist nur selten nötig, da das Fell eine natürliche Selbstreinigung besitzt. Krallen, Ohren und Zähne sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Eine konsequente, aber liebevolle Erziehung ab dem Welpenalter ist unerlässlich. Frühzeitige Sozialisation mit Menschen, anderen Hunden und verschiedenen Umweltreizen hilft, einen ausgeglichenen Begleiter zu formen.