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Schweizer-laufhund

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Steckbrief

  • Herkunft: Schweiz
  • FCI-Gruppe: Gruppe 6, Sektion 1.3 – Laufhunde, kleine Laufhunde (mit Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 59 (Schweizer Laufhund / Chien courant suisse)
  • Größe: Rüden 49–59 cm, Hündinnen 47–57 cm Schulterhöhe
  • Gewicht: ca. 15–20 kg (kein exakt festgelegtes Sollgewicht im Standard)
  • Lebenserwartung: 10–14 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzes, dichtes Stockhaar; je nach Varietät weiß mit orangefarbenen, roten oder schwarzen Platten bzw. Sattelzeichnung. Vier Farbschläge: Berner, Jura, Luzerner, Schwyzer Laufhund

Herkunft & Geschichte

Der Schweizer Laufhund zählt zu den ältesten Jagdhunderassen Europas. Seine Abstammung lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Bereits auf Mosaiken aus der Römerzeit in der heutigen Westschweiz finden sich Darstellungen von Hunden, die dem heutigen Laufhund verblüffend ähneln. Im 15. Jahrhundert wurden Schweizer Laufhunde von italienischen Hundehändlern gezielt nach Frankreich exportiert, wo sie als hervorragende Meutehunde einen ausgezeichneten Ruf genossen.

Über Jahrhunderte hinweg züchteten Schweizer Jäger diese Hunde für die Verfolgung von Hasen, Füchsen, Rehen und vereinzelt auch Wildschweinen. Dabei entstanden in verschiedenen Kantonen eigenständige Schläge, die sich vor allem in der Fellfarbe unterschieden. Heute werden vier Varietäten unter dem Oberbegriff Schweizer Laufhund zusammengefasst: der Berner Laufhund, der Jura Laufhund, der Luzerner Laufhund und der Schwyzer Laufhund. Alle vier Varietäten werden von der FCI unter einem gemeinsamen Rassestandard geführt, wobei der Zuchtverband Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) die Zuchtaufsicht innehat.

Im 19. Jahrhundert ging der Bestand durch veränderte Jagdgesetze und den Rückgang der Meutejagd deutlich zurück. Engagierte Züchter bewahrten die Rasse jedoch vor dem Aussterben. Bis heute ist der Schweizer Laufhund außerhalb der Schweiz und der angrenzenden Alpenregionen relativ selten anzutreffen.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Schweizer Laufhund ist ein mittelgroßer, schlanker und dennoch kräftig gebauter Jagdhund. Sein Körperbau ist deutlich auf Ausdauer ausgelegt: langer Rücken, tiefe Brust, muskulöse Hinterhand und gut gewinkelte Läufe ermöglichen ausdauerndes Laufen in anspruchsvollem Gelände.

Besonders markant ist der edle, leicht schmale Kopf mit den tief angesetzten, langen Behängen (Ohren), die weich und gefaltet herabhängen. Die Augen sind dunkel und tragen einen aufmerksamen, sanften Ausdruck. Die Nase ist breit und gut pigmentiert, was die herausragende Riechleistung dieser Rasse unterstreicht.

Das Fell ist kurz, glatt und dicht anliegend. Je nach Varietät variieren die Farben erheblich: Der Berner Laufhund zeigt eine weiße Grundfarbe mit schwarzen Platten und lohfarbenen Abzeichen (Tricolor), der Luzerner Laufhund besitzt ein blau gesprenkeltes Fell mit schwarzen Flecken, der Schwyzer Laufhund ist weiß mit orangeroten Platten und der Jura Laufhund trägt ein glattes oder leicht raues Fell in Loh mit schwarzem Sattel oder komplett schwarz mit lohfarbenen Abzeichen.

Charakter & Wesen

Der Schweizer Laufhund ist ein passionierter Jagdhund mit ausgeprägtem Spurwillen und feiner Nase. Er arbeitet selbstständig, ausdauernd und mit großer Beharrlichkeit auf der Fährte. Sein charakteristisches, melodisches Geläut (Spurlaut) ist auf der Jagd weithin hörbar und dient dem Jäger als Orientierung.

Im häuslichen Umfeld zeigt sich der Schweizer Laufhund treu, anhänglich und sanftmütig. Er ist seinen Bezugspersonen gegenüber loyal und bindet sich eng an die Familie. Gegenüber Fremden verhält er sich eher zurückhaltend, ohne dabei aggressiv zu sein. Er ist wachsam, meldet zuverlässig, eignet sich aber nicht als klassischer Schutzhund.

Trotz seiner Jagdpassion kann er im Haus erstaunlich ruhig und gelassen sein – vorausgesetzt, er wird körperlich und geistig ausreichend gefordert. Ein unterbeschäftigter Laufhund neigt zu Unruhe, exzessivem Bellen und destruktivem Verhalten. Als verspielt kann man ihn vor allem in jungen Jahren bezeichnen, wobei er auch im Alter seine Freude an Nasenarbeit und Bewegung behält.

Haltung & Pflege

Der Schweizer Laufhund ist kein typischer Familien- oder Stadthund. Er braucht viel Auslauf, idealerweise in naturnahem Gelände, und eine sinnvolle Beschäftigung. Die artgerechteste Haltung ist nach wie vor der Einsatz als Jagdgebrauchshund. Ersatzweise bieten sich Fährtenarbeit, Mantrailing oder ausgedehnte Wanderungen an.

Ein sicher eingezäunter Garten ist empfehlenswert, da der ausgeprägte Jagdtrieb den Hund jederzeit dazu verleiten kann, einer Spur zu folgen. Freilauf ohne Leine ist in ungesichertem Gelände nur bei ausgezeichnetem Grundgehorsam ratsam – und selbst dann mit Einschränkungen.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Wöchentliches Bürsten genügt, um lose Haare zu entfernen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die langen Hängeohren: Sie sollten regelmäßig auf Verschmutzungen und Entzündungen kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden.

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