Schweizer-sennenhund
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Steckbrief
- Herkunft: Schweiz
- FCI-Gruppe: Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde und andere Rassen; Sektion 3: Schweizer Sennenhunde
- Rassestandard: FCI-Nr. 45 (Großer Schweizer Sennenhund), Nr. 46 (Berner Sennenhund), Nr. 47 (Appenzeller Sennenhund), Nr. 48 (Entlebucher Sennenhund)
- Größe: 44–72 cm Widerristhöhe (je nach Rasse)
- Gewicht: 20–60 kg (je nach Rasse)
- Lebenserwartung: 7–13 Jahre (je nach Rasse und Größe)
- Fell/Farben: Kurz- bis langhaarig, stets dreifarbig (Schwarz mit braunen und weißen Abzeichen)
Herkunft & Geschichte
Die Schweizer Sennenhunde gehören zu den ältesten Gebrauchshunderassen der Alpenregion. Ihre Abstammung lässt sich auf große, molosserartige Hunde zurückführen, die vermutlich schon von den Römern über die Alpenpässe in die Schweiz gebracht wurden. Über Jahrhunderte hinweg entwickelten sich in den verschiedenen Kantonen der Schweiz vier eigenständige Rassen, die allesamt als Hof-, Treib- und Zughunde im bäuerlichen Alltag unentbehrlich waren: der Große Schweizer Sennenhund, der Berner Sennenhund, der Appenzeller Sennenhund und der Entlebucher Sennenhund.
Bis ins frühe 20. Jahrhundert waren diese Hunde kaum systematisch voneinander abgegrenzt. Erst der Zoologe Albert Heim setzte sich ab etwa 1908 maßgeblich dafür ein, die vier Schläge als eigenständige Rassen zu definieren und in geordnete Zuchtprogramme zu überführen. Der Berner Sennenhund erlangte als erster internationale Bekanntheit, während der Entlebucher und der Große Schweizer Sennenhund lange Zeit als selten galten. Heute werden alle vier Rassen von nationalen und internationalen Zuchtverbänden betreut und nach dem jeweiligen FCI-Rassestandard gezüchtet.
Aussehen & Rassemerkmale
Allen vier Schweizer Sennenhunden gemein ist die charakteristische dreifarbige Zeichnung: eine schwarze Grundfarbe mit symmetrischen rostbraunen Abzeichen über den Augen, an den Wangen, der Brust und den Läufen sowie eine weiße Blesse, ein weißer Brustfleck und weiße Pfotenspitzen. Dieses Farbmuster ist rassetypisch und im Rassestandard klar definiert.
Der Große Schweizer Sennenhund ist mit bis zu 72 cm Widerristhöhe und einem Gewicht von bis zu 60 kg der kräftigste Vertreter. Er besitzt kurzes, dichtes Stockhaar mit Unterwolle. Der Berner Sennenhund fällt durch sein langes, leicht gewelltes Fell auf und erreicht eine Höhe von bis zu 70 cm. Der Appenzeller Sennenhund ist mittelgroß (bis 56 cm), muskulös gebaut und trägt ein kurzes, glänzendes Fell sowie eine markante eingerollte Rute. Der Entlebucher Sennenhund ist der kleinste der vier Rassen – kompakt, wendig und mit einer Widerristhöhe von maximal 52 cm ausgestattet.
Alle vier Rassen zeigen einen kräftigen Knochenbau, einen breiten Kopf mit aufmerksamen, dunklen Augen und hängenden Dreieckohren. Die gesamte Erscheinung strahlt Robustheit und Arbeitstauglichkeit aus.
Charakter & Wesen
Schweizer Sennenhunde gelten als ausgesprochen treu, zuverlässig und menschenbezogen. Sie binden sich eng an ihre Familie und zeigen ein ruhiges, ausgeglichenes Wesen, das sie zu angenehmen Begleithunden macht. Gleichzeitig sind sie wachsam und territorial – Eigenschaften, die sie seit jeher als Hofhunde qualifiziert haben. Fremden gegenüber verhalten sie sich zunächst zurückhaltend, ohne dabei aggressiv zu werden.
Der Appenzeller und der Entlebucher sind dabei lebhafter und temperamentvoller als ihre größeren Verwandten. Beide besitzen einen ausgeprägten Hüte- und Treibinstinkt, sind äußerst lernwillig und brauchen geistige Auslastung. Der Berner und der Große Schweizer Sennenhund sind ruhiger und gelassener, benötigen aber ebenso konsequente Führung. Alle vier Rassen zeichnen sich durch eine hohe Reizschwelle und eine gute Verträglichkeit mit Kindern und anderen Haustieren aus. Verspielt und geduldig im Umgang mit den Jüngsten, erweisen sie sich als verlässliche Familienhunde.
Haltung & Pflege
Schweizer Sennenhunde sind keine Wohnungshunde im klassischen Sinne. Sie brauchen ausreichend Platz, idealerweise ein Haus mit Garten. Ein eingezäuntes Grundstück, das sie überblicken und bewachen können, kommt ihrer natürlichen Veranlagung entgegen. Täglicher Auslauf von mindestens ein bis zwei Stunden ist für alle vier Rassen Pflicht – ergänzt durch Beschäftigung wie Fährtenarbeit, Zugtraining oder Obedience.
Die Fellpflege hängt von der jeweiligen Rasse ab. Der Berner Sennenhund mit seinem langen Fell muss mehrmals pro Woche gründlich gebürstet werden, besonders während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst. Die kurzhaarigen Rassen kommen mit wöchentlichem Bürsten aus. Regelmäßige Kontrolle von Ohren, Zähnen und Krallen gehört bei allen Sennenhundrassen zur Grundpflege.
Eine konsequente, aber liebevolle Erziehung ab dem Welpenalter ist entscheidend. Besonders die größeren Vertreter entwickeln sich ohne klare Regeln schnell zu eigenwilligen Zeitgenossen. Frühe Sozialisierung und der Besuch einer Hundeschule werden dringend empfohlen.
Ernährung
Schweizer Sennenhunde neigen – insbesondere die großen Rassen – zu schnellem Wachstum, was die Gelenke belasten kann. Im Welpen- und Junghundalter ist eine kontrollierte Fütterung mit angepasstem Calcium-Phosphor-