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Schwimmfarn

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Definition und Überblick

Der Schwimmfarn (Gattung Salvinia) gehört zur Familie der Schwimmfarngewächse (Salviniaceae) und zählt zu den wenigen Farnpflanzen, die nicht im Boden wurzeln, sondern frei auf der Wasseroberfläche treiben. Die Gattung umfasst etwa zehn bis zwölf Arten, von denen mehrere in der Aquaristik und Teichhaltung weit verbreitet sind. Besonders häufig gepflegt werden Salvinia natans (Gemeiner Schwimmfarn), Salvinia auriculata (Ohr-Schwimmfarn) und Salvinia minima (Kleiner Schwimmfarn). Ursprünglich stammen die meisten Arten aus tropischen und subtropischen Regionen Amerikas, Afrikas und Asiens. Salvinia natans ist die einzige in Europa heimische Art und kommt in stehenden oder langsam fließenden Gewässern vor.

Schwimmfarne dienen im Aquarium und Gartenteich nicht nur als Zierpflanze, sondern erfüllen mehrere ökologische Funktionen: Sie spenden Schatten, bieten Jungfischen und Wirbellosen Deckung, nehmen überschüssige Nährstoffe aus dem Wasser auf und hemmen dadurch das Algenwachstum.

Morphologie und Erscheinungsbild

Schwimmfarne bilden keine echten Wurzeln aus. Stattdessen besitzen sie an der Unterseite des Stängels fein zerteilte, wurzelähnliche Blätter, sogenannte Unterwasserblätter, die Nährstoffe direkt aus dem Wasser aufnehmen. Die Schwimmblätter an der Oberseite sind je nach Art oval, herzförmig oder leicht gefaltet und zwischen 0,5 und 3 Zentimeter lang. Ihre Oberfläche ist mit winzigen, wasserabweisenden Härchen (Trichomen) besetzt, die eine charakteristische Papillenstruktur aufweisen. Diese Härchen sorgen dafür, dass die Blätter nicht von Wasser benetzt werden und stets an der Oberfläche bleiben.

Die Blätter stehen paarweise gegenüber am Stängel und bilden bei guten Bedingungen dichte, teppichartige Bestände. Die Farbe variiert von hellgrün bis mittelgrün; bei starker Beleuchtung können die Blätter leicht bräunliche Töne annehmen. Als Farn vermehrt sich Salvinia nicht über Blüten und Samen, sondern über Sporen, die in kleinen Sporangien an den Unterwasserblättern entstehen. In der Praxis spielt die Sporenvermehrung allerdings kaum eine Rolle, da sich die Pflanze vegetativ äußerst schnell ausbreitet.

Haltung im Aquarium

Schwimmfarne gehören zu den anspruchslosesten Schwimmpflanzen in der Süßwasseraquaristik. Für eine erfolgreiche Pflege sollten folgende Bedingungen beachtet werden:

  • Wassertemperatur: Die tropischen Arten (S. auriculata, S. minima) bevorzugen 20–28 °C. S. natans verträgt auch kühlere Temperaturen ab etwa 12 °C.
  • Beleuchtung: Mittlere bis starke Beleuchtung fördert kompaktes Wachstum. Bei zu wenig Licht werden die Blätter blass und die Pflanze wächst langsamer.
  • Wasserhärte und pH-Wert: Die meisten Arten gedeihen in weichem bis mittelhartem Wasser (GH 2–15) bei einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5.
  • Nährstoffe: Da Schwimmfarne ihre Nährstoffe direkt aus der Wassersäule aufnehmen, profitieren sie von einem guten Nährstoffangebot, insbesondere Stickstoff, Kalium und Eisen. Eine zusätzliche CO₂-Düngung ist nicht erforderlich, da die Blätter CO₂ direkt aus der Luft aufnehmen.
  • Strömung: Starke Oberflächenströmung vertragen Schwimmfarne schlecht. Die Blätter werden an den Beckenrand gedrückt, und die wasserabweisende Schicht kann durch ständige Wasserspritzer geschädigt werden. Ein ruhiger Oberflächenbereich oder eine Strömungsbremse sind empfehlenswert.

Aufgrund ihres schnellen Wachstums sollten Schwimmfarne regelmäßig ausgedünnt werden. Andernfalls bedecken sie die gesamte Wasseroberfläche und nehmen darunter wachsenden Pflanzen das Licht. Im Aquarium lassen sie sich gut mit Anubias, Javafarn, Cryptocorynen und anderen schattentoleranten Arten kombinieren.

Haltung im Gartenteich

Im Gartenteich eignet sich vor allem der Gemeine Schwimmfarn (Salvinia natans), da er als einheimische Art die mitteleuropäischen Temperaturen am besten verträgt. Er wird im Frühjahr nach den letzten Frösten auf die Wasseroberfläche gesetzt und breitet sich bei ausreichend Wärme und Nährstoffen rasch aus. Salvinia natans ist einjährig und stirbt im Herbst ab, überwintert jedoch durch Sporen, die im Sediment ruhen und im nächsten Frühjahr keimen können.

Tropische Arten können im Sommer ebenfalls im Freilandteich gepflegt werden, überleben den Winter in Mitteleuropa aber nicht. Wer sie erhalten möchte, sollte rechtzeitig vor dem ersten Frost einige Exemplare in ein Innenaquarium überführen.

Im Teich erfüllt der Schwimmfarn eine natürliche Beschattungsfunktion, die das Aufheizen flacher Gewässer reduziert und damit auch den Algenbefall einschränkt. Koi und größere Goldfische fressen die Pflanze allerdings gelegentlich, sodass sie in Fischteichen mit starkem Besatz nicht immer dauerhaft bestehen kann.

Vermehrung

Die vegetative Vermehrung erfolgt durch Teilung der Stängelabschnitte. An den Wachstumspunkten bilden sich laufend neue Blattpaare, und der Stängel verzweigt sich regelmäßig. Einzelne Triebstücke können einfach abgetrennt und in ein anderes Becken umgesetzt werden. Unter optimalen Bedingungen verdoppelt sich der Bestand innerhalb weniger Tage bis Wochen. Diese hohe Vermehrungsrate macht den Schwimmfarn zwar zu einer pflegeleichten Pflanze, birgt aber auch das Risiko einer unkontrollierten Ausbreitung – insbesondere in offenen Gewässern. Die Art Salvinia molesta