Seerose
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Definition und Überblick
Die Seerose (Gattung Nymphaea) gehört zur Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae) und zählt zu den bekanntesten Wasserpflanzen weltweit. Mit rund 50 Arten besiedelt sie stehende und langsam fließende Gewässer auf allen Kontinenten außer der Antarktis. In der Aquarien- und Teichkultur nimmt sie eine zentrale Stellung ein – sowohl als gestalterisches Element als auch als funktionale Pflanze, die zur biologischen Stabilität eines Gewässers beiträgt. Ihre auf der Wasseroberfläche schwimmenden Blätter und die auffälligen Blüten machen sie zu einer der populärsten Zierpflanzen im Gartenteich.
Botanische Merkmale
Seerosen sind ausdauernde, krautige Wasserpflanzen mit einem kräftigen Rhizom, das im Bodengrund des Gewässers verankert ist. Aus diesem Rhizom treiben lange, flexible Blattstiele, die die charakteristischen Schwimmblätter an die Wasseroberfläche befördern. Die Blätter sind rundlich bis herzförmig, ledrig und an der Oberseite mit einer wasserabweisenden Wachsschicht überzogen. Diese Eigenschaft, bekannt als Lotuseffekt, sorgt dafür, dass Regenwasser und Schmutzpartikel von der Blattoberfläche abperlen.
Die Blüten der Seerose entstehen an einzelnen Stielen, die ebenfalls vom Rhizom ausgehen. Sie bestehen aus zahlreichen Blütenblättern und können je nach Art und Sorte weiß, gelb, rosa, rot, violett oder blau gefärbt sein. Viele Arten öffnen ihre Blüten nur tagsüber und schließen sie nachts – einige tropische Vertreter zeigen dagegen ein umgekehrtes Muster und blühen ausschließlich in den Nachtstunden. Nach der Bestäubung, die häufig durch Käfer oder Fliegen erfolgt, zieht sich der Blütenstiel spiralförmig zusammen und versenkt die reifende Frucht unter Wasser, wo sich die Samen entwickeln.
Heimische und tropische Arten
In Mitteleuropa ist vor allem die Weiße Seerose (Nymphaea alba) verbreitet. Sie wächst in nährstoffreichen Teichen, Seen und Altarmen von Flüssen und gilt in mehreren Bundesländern als geschützte Art. Ihre weißen Blüten erreichen einen Durchmesser von bis zu 12 Zentimetern und erscheinen von Juni bis September.
Tropische Seerosen wie Nymphaea caerulea (Blaue Lotusblume) oder Nymphaea lotus (Tigerlotus) stammen aus Afrika und Südostasien. Der Tigerlotus ist in der Aquaristik besonders beliebt, da er auch vollständig untergetauchte Blätter ausbildet und sich als dekorative Unterwasserpflanze in beheizten Aquarien halten lässt. Seine gefleckten Unterwasserblätter in Rot- und Brauntönen setzen optische Akzente in bepflanzten Becken.
Die größte aller Seerosengewächse ist die Riesenseerose (Victoria amazonica) aus dem Amazonasgebiet. Ihre Schwimmblätter erreichen einen Durchmesser von über zwei Metern und können das Gewicht eines kleinen Kindes tragen. In mitteleuropäischen Botanischen Gärten wird sie als Warmhauspflanze kultiviert.
Standort und Pflanzung im Gartenteich
Für eine erfolgreiche Kultur im Gartenteich benötigen winterharte Seerosen einen sonnigen Standort mit mindestens fünf bis sechs Stunden direkter Sonneneinstrahlung täglich. Schatten und Halbschatten führen zu verminderter Blütenbildung und schwächerem Wuchs. Die ideale Wassertiefe variiert je nach Sorte erheblich:
- Zwergseerosen (z. B. Nymphaea tetragona): 20–40 cm Wassertiefe, geeignet für Miniteiche und Kübel
- Kleine bis mittlere Sorten: 40–80 cm Wassertiefe, passend für mittelgroße Gartenteiche
- Großwüchsige Sorten: 80–150 cm Wassertiefe, erfordern entsprechend dimensionierte Teichanlagen
Die Pflanzung erfolgt idealerweise in speziellen Pflanzkörben mit lehmhaltiger Teicherde oder einem speziellen Seerosensubstrat. Normale Blumenerde ist ungeeignet, da sie zu viele organische Bestandteile enthält und das Teichwasser mit Nährstoffen überfrachtet. Eine Abdeckung des Substrats mit Kies verhindert, dass Erde ausgeschwemmt wird oder Fische im Substrat wühlen.
Pflege und Düngung
Seerosen gehören zu den Starkzehrern unter den Wasserpflanzen. Während der Vegetationsperiode von April bis September profitieren sie von regelmäßiger Düngung mit speziellen Langzeitdüngekegeln, die direkt in das Substrat gedrückt werden. Verwelkte Blätter und abgeblühte Blüten sollten zeitnah entfernt werden, um Fäulnisprozesse im Wasser zu vermeiden und die Pflanze zur Bildung neuer Blüten anzuregen.
Im Herbst ziehen winterharte Seerosen ihre Blätter ein und überwintern als Rhizom am Teichgrund. Voraussetzung ist, dass der Teich an der tiefsten Stelle nicht vollständig durchfriert. Bei flachen Teichen unter 60 cm Wassertiefe empfiehlt sich ein Umsetzen der Pflanzkörbe in frostfreie Räume, wo die Rhizome in feuchtem Substrat überwintern können. Tropische Seerosen sind grundsätzlich nicht winterhart und müssen in temperierten Becken oder Wannen bei mindestens 15 °C überwintert werden.
Ökologische Funktion
Im Teich erfüllen Seerosen mehrere ökologische Aufgaben. Ihre Schwimmblätter beschatten die Wasseroberfläche und reduzieren so das Algenwachstum, da weniger Sonnenlicht in tiefere Wasserschichten eindringt. Gleichzeitig senken sie die Wassertemperatur an heißen Sommertagen und bieten Fischen sowie Amphibien Schutz vor Fressfeinden und Sonneneinstrahlung. Im natürlichen Lebensraum dienen S