Speerblatt
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Definition und Überblick
Das Speerblatt (Gattung Anubias) gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) und zählt zu den beliebtesten und robustesten Aquarienpflanzen überhaupt. Der deutsche Name leitet sich von der charakteristischen, speerförmig zugespitzten Blattform ab, die bei vielen Arten der Gattung deutlich ausgeprägt ist. Ursprünglich stammen die verschiedenen Anubias-Arten aus den tropischen Regionen West- und Zentralafrikas, wo sie an Flussufern, auf Felsen und in zeitweise überfluteten Gebieten wachsen. In der Aquaristik hat sich das Speerblatt seit den 1960er-Jahren als nahezu unverwüstliche Pflanze etabliert, die auch unter schwierigen Bedingungen gedeiht und daher sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Aquarianer geeignet ist.
Systematik und Artenvielfalt
Die Gattung Anubias umfasst je nach taxonomischer Auffassung etwa acht bis zehn anerkannte Arten sowie zahlreiche Varietäten und Kulturformen. Die bekanntesten Vertreter in der Aquaristik sind:
- Anubias barteri – die am weitesten verbreitete Art mit mehreren Varietäten, darunter die populäre Zwergform Anubias barteri var. nana
- Anubias heterophylla – eine großblättrige Art, die bis zu 40 cm hoch werden kann
- Anubias gracilis – mit dreieckigen, an einen Pfeilkopf erinnernden Blättern
- Anubias gigantea – die größte Art der Gattung mit Blättern von bis zu 30 cm Länge
- Anubias coffeefolia – benannt nach der Ähnlichkeit ihrer gewellten Blätter mit Kaffeeblättern
Der Gattungsname Anubias geht auf den altägyptischen Gott Anubis zurück und wurde 1857 von Heinrich Schott vergeben, vermutlich in Anspielung auf die schattigen, feuchten Standorte, an denen die Pflanzen natürlicherweise vorkommen.
Morphologie und Wuchsform
Speerblattpflanzen besitzen ein kräftiges, kriechendes Rhizom, aus dem die ledrig-derben Blätter an langen Stielen entspringen. Die Blattform variiert je nach Art von schmal-lanzettlich über herzförmig bis hin zu pfeilförmig. Die Blattoberfläche ist meist dunkelgrün, glatt und von fester Textur. Diese Beschaffenheit macht die Blätter widerstandsfähig gegen Fraß durch pflanzenfressende Fische und Wirbellose – ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Wasserpflanzen.
Das Wachstum verläuft bei allen Anubias-Arten ausgesprochen langsam. Pro Monat bildet eine gesunde Pflanze im Durchschnitt nur ein bis zwei neue Blätter. Unter Wasser bleibt das Wachstum noch hinter dem emersen (über Wasser) Wachstum zurück. An der Unterseite des Rhizoms entwickeln sich kräftige Haftwurzeln, mit denen sich die Pflanze an Hartsubstrat verankert.
Haltung im Aquarium
Speerblattpflanzen stellen geringe Ansprüche an die Haltungsbedingungen, was sie zu idealen Pflanzen für nahezu jeden Aquarientyp macht. Sie tolerieren ein breites Spektrum an Wasserwerten:
- Temperatur: 22–28 °C (kurzfristig auch darunter oder darüber)
- pH-Wert: 5,5–8,0
- Gesamthärte: 2–20 °dGH
- Beleuchtung: schwach bis mittel – starkes Licht fördert unerwünschten Algenbewuchs auf den Blättern
Ein zentraler Punkt bei der Pflanzung ist, dass das Rhizom niemals eingegraben werden darf. Wird es im Bodengrund versenkt, beginnt es zu faulen, und die Pflanze geht ein. Stattdessen wird das Speerblatt mit Angelschnur, Pflanzenleim oder Gummibändern auf Wurzelholz, Steinen oder anderen Dekorationsgegenständen befestigt. Nach einigen Wochen haben sich die Haftwurzeln fest mit dem Untergrund verbunden, und die Befestigung kann entfernt werden. Diese Eigenschaft als Aufsitzerpflanze (Epiphyt) teilt sich das Speerblatt mit Javafarn (Microsorum pteropus) und verschiedenen Moosen.
Eine CO₂-Düngung ist nicht zwingend erforderlich, beschleunigt aber das ohnehin langsame Wachstum etwas. Flüssigdünger über die Wassersäule wird besser aufgenommen als Bodendünger, da die Nährstoffversorgung vorwiegend über die Blätter und das Rhizom erfolgt.
Gestaltung und Verwendung im Aquascape
Im Aquascaping und in der klassischen Aquariengestaltung erfüllen Speerblattpflanzen vielfältige Aufgaben. Kleinere Arten wie Anubias barteri var. nana oder die besonders kompakte Sorte „Petite" eignen sich hervorragend für den Vordergrund und den Mittelgrund. Größere Arten wie Anubias heterophylla oder Anubias barteri var. barteri setzen im Hintergrund oder als Solitärpflanzen markante Akzente.
Auf Wurzeln und Steinen aufgebunden, erzeugen Anubias-Arten einen naturnahen Eindruck, der an westafrikanische Flussbiotope erinnert. In Gesellschaftsaquarien mit Buntbarschen, Welsen oder anderen grabfreudigen Fischarten sind Speerblattpflanzen oft die einzigen Pflanzen, die dauerhaft bestehen, da sie weder ausgegraben noch gefressen werden.
Vermehrung
Die Vermehrung des Speerblatts erfolgt in der Praxis ausschließlich vegetativ durch Teilung des Rhizoms. Dazu wird ein Stück des Rhizoms mit mindestens drei bis vier Blättern und einigen Wurzeln abgetrennt. Beide Teile wachsen anschließend selbstständig weiter. Schnitte sollten mit einem scharfen, sauberen Messer durchgeführt werden, um Quetschungen zu vermeiden.
Unter günstigen Bedingungen – vor allem bei emerser Kultur in feuch