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Spießente

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Enten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Anas acuta
  • Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
  • Familie: Entenvögel (Anatidae)
  • Gattung: Eigentliche Enten (Anas)
  • Lebensraum: Flache Binnengewässer, Feuchtwiesen, Überschwemmungsflächen, Küstenlagunen
  • Größe: 51–66 cm (Männchen bis 76 cm einschließlich der verlängerten Schwanzfedern)
  • Gewicht: 550–1.200 g (Männchen schwerer als Weibchen)
  • Lebenserwartung: Bis zu 20 Jahre in freier Wildbahn, durchschnittlich 10–15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Spießente gehört zu den elegantesten Vertretern der Schwimmenten. Der namensgebende, lang ausgezogene Schwanz des Männchens im Prachtkleid ist unverwechselbar: Die beiden mittleren Steuerfedern ragen spitz und nadelförmig über die übrigen Schwanzfedern hinaus und können bis zu 10 cm zusätzliche Länge erreichen. Im Gesamteindruck wirkt der Erpel dadurch schlanker und gestreckter als andere Gründelenten vergleichbarer Größe.

Das Prachtkleid des Männchens zeigt einen schokoladenbraunen Kopf, an dessen Seiten je ein weißer Streifen vom Hinterkopf bis zur weißen Brust herabzieht. Rücken und Flanken sind fein grau gezeichnet, der Bürzel schwarz mit gelblich-weißen Partien. Der Schnabel ist bleigrau mit schwarzer Mittellinie. Im Schlichtkleid, das der Erpel ab dem Spätsommer trägt, ähnelt er dem Weibchen, behält aber den etwas längeren Schwanz und den dunkleren Schnabel bei.

Das Weibchen trägt ganzjährig ein unauffälliges, hellbraun-beiges Gefieder mit dunkler Strichelung, das eine hervorragende Tarnung am Boden bietet. Von weiblichen Stockenten unterscheidet es sich durch den schlankeren Körperbau, den längeren Hals und den graueren Schnabel. Im Flug zeigt der Flügelspiegel beider Geschlechter eine bronzegrüne bis kupferfarbene Tönung, eingefasst von einem weißen Hinterrand.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Spießente erstreckt sich über weite Teile der Nordhalbkugel. Sie brütet in der borealen und gemäßigten Zone Eurasiens – von Island und Skandinavien über Sibirien bis nach Kamtschatka – sowie in Nordamerika von Alaska bis in die nördlichen Präriestaaten. Als Langstreckenzieher überwintert sie in Westeuropa, im Mittelmeerraum, in Westafrika, Südasien und im Süden der USA.

In Mitteleuropa ist die Spießente ein seltener Brutvogel. In Deutschland brüten nur wenige Dutzend Paare, vorwiegend in Norddeutschland an der Küste und im Binnenland auf feuchten Niederungswiesen. Als Durchzügler und Wintergast tritt sie jedoch regelmäßig in größerer Zahl auf, vor allem an der Nordseeküste, im Wattenmeer und an größeren Flachseen.

Ihr bevorzugtes Habitat sind offene, flache Gewässer mit schlammigem Untergrund und angrenzender niedriger Vegetation. Dazu zählen Feuchtwiesen, Überschwemmungsflächen, Flussdeltas und Brackwasserlagunen. Dicht bewaldete Ufer oder tiefe Seen meidet die Art.

Ernährung

Die Spießente ernährt sich als typische Gründelente überwiegend von pflanzlicher Kost. Sie nimmt Samen, Rhizome und vegetative Teile von Wasserpflanzen wie Laichkräutern, Wasserlinsen und Seggen auf. Dank ihres langen Halses kann sie beim Gründeln tiefere Wasserschichten erreichen als die meisten anderen Schwimmenten, was ihr einen Nahrungsvorteil in Gewässern mittlerer Tiefe verschafft.

Tierische Nahrung spielt vor allem während der Brutzeit eine größere Rolle. Dann ergänzen Wasserinsekten, Insektenlarven, Schnecken und kleine Krebstiere den Speiseplan. Die Küken sind in den ersten Lebenswochen fast ausschließlich auf proteinreiche Invertebraten angewiesen, bevor sie zunehmend auf pflanzliche Kost umstellen.

Verhalten & Lebensweise

Spießenten sind gesellige Vögel, die außerhalb der Brutzeit in teils großen Trupps auftreten. An günstigen Rastplätzen können sich mehrere Tausend Individuen versammeln. Während der Zugzeit bilden sie oft gemischte Schwärme mit anderen Entenarten wie Pfeifente, Krickente und Löffelente.

Die Art ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, was die Nahrungssuche betrifft. Tagsüber ruhen die Vögel häufig auf offenen Wasserflächen oder an geschützten Uferbereichen. Bei Störungen reagieren Spießenten empfindlich und fliegen schnell auf – ihr Flugbild ist durch den langen Hals und Schwanz leicht zu erkennen.

Die Balz beginnt bereits im Winterquartier und setzt sich während des Frühjahrszugs fort. Mehrere Erpel umwerben ein Weibchen mit ritualisierten Balzbewegungen: Sie strecken den Hals steil empor, pfeifen leise und werfen den Kopf ruckartig nach hinten. Das Weibchen signalisiert seine Wahl durch Schwimmen in Richtung des bevorzugten Partners.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarbindung besteht nur für eine Brutsaison. Das Weibchen wählt den Nistplatz, der oft in beträchtlicher Entfernung vom Wasser liegt – manchmal bis zu mehrere Hundert Meter entfernt auf offenen Flächen mit niedriger Vegetation. Das Nest ist eine flache Mulde am Boden, sparsam mit trockenem Pflanzenmaterial und Daunenfedern ausgepolstert.

Das Gelege umfasst in der Regel 7–9 Eier von gelblich-grüner bis cremefarbener Tönung. Die Brutdauer beträgt 22–24 Tage. Das Weibchen brütet allein; der Erpel verlässt das Brutgebiet meist kurz nach