Spinone
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Steckbrief
- Herkunft: Italien
- FCI-Gruppe: Gruppe 7 – Vorstehhunde, Sektion 1.3: Kontinentale Vorstehhunde, Typ Griffon (Nr. 165)
- Größe: Rüden 60–70 cm, Hündinnen 58–65 cm
- Gewicht: Rüden 32–37 kg, Hündinnen 28–30 kg
- Lebenserwartung: 12–14 Jahre
- Fell/Farben: Raues, dichtes Drahthaar (ca. 4–6 cm lang) mit dichter Unterwolle; Farben: Reinweiß, Weiß mit orangefarbenen Flecken, Weiß mit kastanienbraunen Flecken, Weiß-orange geschimmelt (meliert), Braun-Schimmel mit oder ohne größere braune Platten
Herkunft & Geschichte
Der Spinone Italiano – kurz Spinone – zählt zu den ältesten Vorstehhunderassen Europas. Seine Abstammung lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen: Bereits auf Fresken und Gemälden der italienischen Renaissance finden sich Darstellungen drahthaariger Jagdhunde, die dem heutigen Spinone verblüffend ähneln. Die genaue Herkunft ist unter Kynologen bis heute nicht abschließend geklärt. Vermutet wird eine Verwandtschaft mit griechischen Jagdhunden, die über Handelsrouten in die Region Piemont gelangten, wo der Spinone über Jahrhunderte seine Hochburg hatte.
Im rauen, sumpfigen Gelände Norditaliens bewährte sich der Spinone als ausdauernder und vielseitiger Jagdgebrauchshund. Er wurde gleichermaßen zur Feld-, Wald- und Wasserarbeit eingesetzt. Sein dichtes Drahthaar schützte ihn zuverlässig vor Dornen, Kälte und Nässe. Während des Zweiten Weltkriegs erlebte die Rasse einen dramatischen Bestandsrückgang. Engagierte italienische Züchter begannen in den 1950er-Jahren mit einer gezielten Zucht, um den Spinone vor dem Aussterben zu bewahren. 1955 erkannte die FCI den Rassestandard offiziell an. Heute betreuen internationale Zuchtverbände die Rasse, darunter der italienische Mutterverein Club Italiano Spinoni sowie verschiedene nationale Rasseclubs im VDH und anderen Dachverbänden.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Spinone ist ein kräftig gebauter, nahezu quadratisch proportionierter Hund mit robustem Knochenbau und gut entwickelter Muskulatur. Sein Gesamterscheinungsbild strahlt Kraft und Ausdauer aus, ohne dabei plump zu wirken. Der Kopf ist lang und markant, mit ausgeprägtem Stopp und einem kräftigen, leicht gewölbten Nasenrücken. Die großen, runden Augen mit dem charakteristisch sanften, fast menschlich anmutenden Ausdruck gehören zu den auffälligsten Rassemerkmalen. Die Augenfarbe variiert je nach Fellfarbe von einem dunklen Ocker bis hin zu einem tiefen Braun.
Das Fell ist eines der bestimmenden Merkmale des Spinone. Es ist hart, dicht und drahtig, eng anliegend und ohne Locken oder Wellen. Im Gesicht trägt der Spinone einen üppigen Bart, buschige Augenbrauen und einen leichten Backenbart – dieses markante Gesichtshaar verleiht ihm seinen typischen würdevollen und zugleich gutmütigen Ausdruck. Die Ohren sind dreieckig, hängend und von feinerem Haar bedeckt. Die Rute wird traditionell auf etwa 15–25 cm kupiert, wobei dies in vielen europäischen Ländern mittlerweile verboten ist. Unkupiert ist sie mittellang und wird horizontal oder leicht nach unten getragen.
Charakter & Wesen
Wer einen Spinone kennt, vergisst ihn nicht. Sein Wesen ist geprägt von einer tiefen Gutmütigkeit, Gelassenheit und ausgeprägter Menschenbezogenheit. Der Spinone ist treu, anhänglich und entwickelt eine enge Bindung zu seiner gesamten Familie. Im Umgang mit Kindern zeigt er sich geduldig und sanftmütig, was ihn zu einem ausgezeichneten Familienhund macht.
Bei der Jagd arbeitet der Spinone ausdauernd, methodisch und in einem gemäßigten Tempo – im Vergleich zu anderen Vorstehhunden wie dem Deutsch Kurzhaar eher bedächtig, dafür aber gründlich und mit außerordentlicher Nase. Er ist intelligent, lernwillig und kooperativ, kann aber durchaus einen eigenen Kopf haben. Harte Erziehungsmethoden verbieten sich bei diesem sensiblen Hund; er reagiert deutlich besser auf konsequente, aber liebevolle Führung. Im häuslichen Umfeld ist der Spinone ruhig und ausgeglichen, zeigt sich Fremden gegenüber freundlich bis zurückhaltend und ist nur mäßig wachsam. Als Wachhund ist er daher weniger geeignet, auch wenn er bei ungewöhnlichen Vorkommnissen durchaus anschlägt.
Haltung & Pflege
Der Spinone braucht ausreichend Bewegung und geistige Beschäftigung. Mindestens zwei ausgedehnte Spaziergänge täglich sind Pflicht, idealerweise ergänzt durch Freilauf in der Natur. Nasenarbeit, Fährtensuche, Dummytraining oder eine jagdliche Ausbildung kommen seinem natürlichen Arbeitstrieb entgegen. Auch als Begleithund bei Wanderungen oder beim Reiten macht er eine gute Figur. Eine reine Zwingerhaltung ist für diesen menschenbezogenen Hund völlig ungeeignet – er gehört in den Familienverbund.
Die Fellpflege des Spinone ist vergleichsweise unkompliziert. Das Drahthaar sollte regelmäßig, etwa ein- bis zweimal pro Woche, durchgebürstet werden, um lose Haare und Schmutz zu entfernen. Trimmen empfiehlt sich zwei- bis dreimal jährlich, um die typische Haarstruktur zu erhalten. Besondere Aufmerksamkeit verdienen der Bart, der nach dem Fressen und Trinken häufig feucht und verschmutzt ist, sowie die Hängeohren, die regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden sollten, um Ohrenentzündungen vorzubeugen.
Ernährung
Der Spinone stellt keine außergewöhnlichen Ansprüche an seine Ernährung. Hochwertiges Futter mit einem angemessenen Proteingehalt und ausgewogenen Fettanteilen bildet die Grundlage.