Star
STierart – Vögel > Singvögel – Stare, Pieper, Stelzen
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Sturnus vulgaris
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Stare (Sturnidae)
- Gattung: Sturnus
- Lebensraum: Offene Kulturlandschaften, Siedlungsgebiete, Parks, Streuobstwiesen
- Größe: 19–22 cm Körperlänge
- Gewicht: 60–90 g
- Flügelspannweite: 31–40 cm
- Lebenserwartung: 2–3 Jahre (Durchschnitt), in Ausnahmefällen bis 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Star ist ein kompakt gebauter Singvogel von etwa Amselgröße, wirkt jedoch gedrungener und kurzschwänziger. Sein Gefieder zeigt im frischen Zustand nach der Herbstmauser ein schwarzes Grundkleid mit zahlreichen weißlichen bis cremefarbenen Spitzenflecken, die dem Vogel ein gepunktetes Erscheinungsbild verleihen. Zum Frühjahr hin nutzen sich diese hellen Federspitzen ab, sodass das sogenannte Prachtkleid zunehmend einheitlich schwarz erscheint – mit einem intensiven metallischen Glanz in Grün-, Violett- und Bronzetönen, der je nach Lichteinfall wechselt.
Der Schnabel ist im Winter dunkelbraun bis schwarz und verfärbt sich zur Brutzeit leuchtend gelb. Bei Männchen ist die Schnabelbasis bläulich, bei Weibchen rötlich – eines der wenigen äußerlichen Unterscheidungsmerkmale der Geschlechter. Die Beine sind kräftig und rötlichbraun gefärbt. Jungvögel tragen ein unscheinbares mausbraunes Gefieder ohne Glanz und erhalten erst mit der ersten Mauser im Herbst das typische gefleckte Kleid der Adulten.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Stars erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis – von Island und der Iberischen Halbinsel ostwärts bis zum Baikalsee und nach Zentralasien. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Art gezielt in Nordamerika, Australien, Neuseeland und Südafrika eingebürgert, wo sie sich teilweise invasiv ausbreitete. In Nordamerika gehen sämtliche heutigen Populationen auf etwa 100 Individuen zurück, die 1890/91 im New Yorker Central Park freigelassen wurden.
Der Star besiedelt bevorzugt halboffene Landschaften mit kurzer Vegetation und einem ausreichenden Angebot an Baumhöhlen. Sein typisches Habitat umfasst Streuobstwiesen, Weideland, Parklandschaften, Gärten und Siedlungsränder. Geschlossene Wälder meidet er ebenso wie baumlose Steppen. In Mitteleuropa ist er vom Flachland bis in Gebirgslagen von rund 1.500 Metern anzutreffen.
Mitteleuropäische Populationen sind Teilzieher: Während ein Teil der Vögel ganzjährig im Brutgebiet verbleibt, ziehen andere im Herbst in südwestlicher Richtung nach Frankreich, auf die Iberische Halbinsel oder nach Nordafrika. Skandinavische und osteuropäische Populationen sind überwiegend Zugvögel.
Ernährung
Der Star ist ein ausgesprochener Allesfresser, dessen Nahrungsspektrum sich im Jahresverlauf deutlich verschiebt. Im Frühjahr und Sommer dominiert tierische Kost: Insekten, Larven, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen werden am Boden gesucht. Dabei stochert der Star mit geschlossenem Schnabel in den Boden und spreizt diesen dann auseinander – eine als „Zirkeln" bezeichnete Technik, die ihm den Zugang zu im Erdreich verborgener Beute verschafft.
Ab dem Spätsommer und im Herbst stellt der Star seine Ernährung zunehmend auf pflanzliche Nahrung um. Kirschen, Weintrauben, Beeren und weiches Fallobst werden in großen Mengen aufgenommen. Diese Vorliebe bringt ihn regelmäßig in Konflikt mit Obstbauern und Winzern. Im Winter nutzt er auch Futterstellen und Abfälle in Siedlungsnähe.
Verhalten & Lebensweise
Der Star ist ein ausgesprochen geselliger Vogel. Außerhalb der Brutzeit schließen sich Stare zu teils riesigen Schwärmen zusammen, die an gemeinsamen Schlafplätzen in Schilfbeständen, Gehölzen oder auf Gebäuden übernachten. Die abendlichen Schwarmflüge vor dem Einfallen am Schlafplatz gehören zu den eindrucksvollsten Phänomenen der europäischen Vogelwelt: Tausende bis Hunderttausende Individuen bewegen sich dabei in komplexen, wellenförmigen Formationen – ein Phänomen, das als Murmuration bezeichnet wird. Die Koordination erfolgt über einfache Regeln der Nachbarorientierung: Jeder Vogel richtet Geschwindigkeit und Richtung an seinen nächsten Nachbarn aus.
Der Gesang des Stars ist äußerst variabel und besteht aus einem Gemisch von Pfeiftönen, Schnalzlauten, Knackgeräuschen und eingestreuten Imitationen anderer Vogelarten sowie Umgebungsgeräusche. Männchen imitieren unter anderem Rufe von Mäusebussard, Kiebitz oder Pirol, gelegentlich auch Klingeltöne oder Hundegebell. Die Komplexität des Gesangsrepertoires dient der Balz und spielt eine Rolle bei der Partnerwahl – Weibchen bevorzugen Männchen mit umfangreicherem Repertoire.
Der Star ist tagaktiv und verbringt einen Großteil des Tages mit der Nahrungssuche auf kurzrasigen Flächen. Während der Brutzeit verteidigen Männchen ein kleines Revier unmittelbar um die Bruthöhle.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit beginnt in Mitteleuropa ab Mitte April. Der Star ist ein Höhlenbrüter, der natürliche Baumhöhlen, Spechthöhlen, Felsnischen sowie Nistkästen nutzt. Das Männchen beginnt mit dem Nestbau, indem es die Höhle mit trockenen Halmen, Blättern und Federn auskleidet, und lockt ein Weibchen durch intensiven Gesang an der Höhle an.
Das Gelege umf