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Staurogyne

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Definition und Überblick

Staurogyne ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae), die in der Aquaristik vor allem als niedrig wachsende Vordergrundpflanze geschätzt wird. Die Gattung umfasst mehrere Dutzend Arten, von denen jedoch nur wenige in der Aquaristik etabliert sind. Ursprünglich stammen die Arten aus tropischen Regionen Südamerikas, insbesondere aus Brasilien, wo sie in und an Fließgewässern, auf überfluteten Uferzonen und in Sumpfgebieten vorkommen. Die bekannteste und am weitesten verbreitete Art in der Aquaristik ist Staurogyne repens, die seit ihrer Einführung in den Handel um 2008 rasch an Popularität gewonnen hat.

Herkunft und natürlicher Lebensraum

Die Gattung Staurogyne wurde erstmals 1847 von dem Botaniker Wallich beschrieben. Ihre Vertreter besiedeln vorwiegend feuchte, tropische Habitate in Mittel- und Südamerika sowie in Teilen Südostasiens. Staurogyne repens stammt aus dem Bundesstaat Cristalino im Süden des Amazonasbeckens in Brasilien. Dort wächst die Pflanze submers (unter Wasser) in flachen Flussabschnitten mit klarem Wasser und moderater Strömung sowie emers (über Wasser) an feuchten Uferböschungen.

Die natürlichen Standorte zeichnen sich durch weiches bis mittelhartes Wasser, leicht saure pH-Werte und einen nährstoffreichen Bodengrund aus. Die Lichtverhältnisse variieren von halbschattig unter Uferbewuchs bis zu sonnig exponiert auf freien Felsflächen in Stromschnellen.

Morphologie und Erscheinungsbild

Staurogyne repens ist eine kompakte, buschig wachsende Stängelpflanze mit einer Wuchshöhe von etwa 3 bis 10 Zentimetern im Aquarium. Die Blätter sind kräftig grün, breit-lanzettlich bis spatelförmig und erreichen eine Länge von ein bis drei Zentimetern. Die Blattoberfläche ist glatt und leicht glänzend. Ältere Blätter können unter starker Beleuchtung eine leicht gelblich-grüne Färbung annehmen.

Im Unterschied zu vielen anderen Vordergrundpflanzen wie Glossostigma oder Hemianthus callitrichoides bildet Staurogyne repens keine rein kriechenden Ausläufer, sondern wächst in aufrechten, dichten Trieben, die sich durch Seitentriebe verzweigen. Bei guter Beleuchtung bleibt die Pflanze deutlich kompakter als unter schwachem Licht, wo sie zum Strecken neigt.

In der emersen Form bildet die Pflanze etwas festere, dunklere Blätter aus und kann unter geeigneten Bedingungen kleine, weißlich-violette Blüten entwickeln, die für Akanthusgewächse typisch sind.

Haltung im Aquarium

Staurogyne repens gilt als vergleichsweise pflegeleichte Aquarienpflanze, die sich auch für Einsteiger eignet. Ihre Ansprüche an Wasserwerte, Licht und Nährstoffversorgung sind moderat:

  • Temperatur: 20 bis 28 °C, ideal um 24 °C
  • pH-Wert: 5,0 bis 7,5
  • Gesamthärte: 4 bis 15 °dGH
  • Beleuchtung: Mittel bis stark (mindestens 0,5 Watt pro Liter bei herkömmlichen Leuchtmitteln, bei LED entsprechend 30 bis 50 Lumen pro Liter)
  • CO₂-Düngung: Nicht zwingend erforderlich, aber empfehlenswert für dichteren, kompakteren Wuchs

Als Bodengrund eignet sich nährstoffreicher Aquariensoil besonders gut, da Staurogyne repens einen großen Teil ihrer Nährstoffe über das Wurzelsystem aufnimmt. Alternativ können Bodengrunddünger-Tabs oder -Kapseln unter die Pflanzen gesteckt werden. Zusätzlich profitiert die Pflanze von einer regelmäßigen Flüssigdüngung mit Mikronährstoffen und Makronährstoffen wie Eisen, Kalium, Nitrat und Phosphat.

Vermehrung und Rückschnitt

Die Vermehrung von Staurogyne repens ist unkompliziert und erfolgt vegetativ durch Kopfstecklinge oder Seitentriebe. Dazu werden kräftige Seitentriebe mit einem scharfen Werkzeug abgetrennt und in den Bodengrund gesteckt. Die Stecklinge sollten mindestens zwei bis drei Blattpaare aufweisen und tief genug eingepflanzt werden, damit sie Halt finden und rasch neue Wurzeln bilden.

Regelmäßiger Rückschnitt fördert einen buschigen, teppichartigen Wuchs. Wird die Pflanze nicht beschnitten, wächst sie zunehmend in die Höhe und verliert ihren kompakten Charakter als Vordergrundpflanze. Abgeschnittene Triebspitzen lassen sich direkt wieder einsetzen, sodass sich ein dichter Pflanzenbestand relativ zügig aufbauen lässt. Die Wachstumsgeschwindigkeit ist dabei als langsam bis mittel einzustufen, was den Pflegeaufwand gegenüber schnellwüchsigen Bodendeckern wie Micranthemum oder Eleocharis deutlich reduziert.

Verwendung im Aquascaping

In der Gestaltungsdisziplin des Aquascaping hat sich Staurogyne repens als vielseitige Pflanze etabliert. Sie wird überwiegend im Vordergrund und Mittelgrund von Aquarienlandschaften eingesetzt. Aufgrund ihrer kräftigen grünen Farbe und ihrer dichten Wuchsform eignet sie sich hervorragend als Übergang zwischen niedrigen Bodendeckern und höheren Hintergrundpflanzen.

In Nature-Style-Aquarien nach dem Vorbild von Takashi Amano dient sie häufig als strukturgebendes Element an der Basis von Wurzeln und Steinen. Auch in Iwagumi-Layouts kann sie als Ergänzung zu klassischen Rasenbodendeckern verwendet werden, um optische Tiefe und natürlich wirkende Übergänge zu schaffen.

Weitere Staurogyne-Arten in der Aquaristik

Neben Staurogyne repens sind vereinzelt weitere Arten im Handel verfügbar, die sich in Wuchs