Steirische-rauhhaarbracke
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Steckbrief
- Herkunft: Österreich (Steiermark)
- FCI-Gruppe: Gruppe 6 – Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen, Sektion 1.2 (Mittelgroße Laufhunde)
- FCI-Standard-Nr.: 62
- Größe: Rüden 47–53 cm, Hündinnen 45–51 cm Schulterhöhe
- Gewicht: 15–18 kg
- Lebenserwartung: 12–14 Jahre
- Fell: Raues, hartes Stockhaar mit dichter Unterwolle; Farbe: Rot und Fahlgelb, mit oder ohne weißen Brustfleck (sogenannter „Stern")
- Weitere Bezeichnungen: Peintinger Bracke, Steirischer Rauhaarbracke, im Volksmund auch „Raubart"
Herkunft & Geschichte
Die Steirische Rauhhaarbracke gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Jagdhunderassen Österreichs. Ihre Abstammung geht auf das späte 19. Jahrhundert zurück, als der steirische Industrielle Carl Peintinger begann, gezielt eine wetterfeste, geländegängige Bracke für die anspruchsvolle Gebirgsjagd zu züchten. Er kreuzte die damals verbreitete Hannoverschen Schweißhund-Linie mit rauhaarigen istrischen Hunden, um einen Hund zu erhalten, der den extremen Witterungsbedingungen der steirischen Alpen gewachsen war.
Das raue, schützende Fell war dabei ein zentrales Zuchtziel – die Hunde mussten im tiefen Schnee, bei Regen und in dornigem Unterholz zuverlässig arbeiten können. Bereits 1889 wurde die Rasse in Österreich erstmals als eigenständig anerkannt. Der Rassestandard wurde über die Jahrzehnte vom Österreichischen Brackenverein, dem zuständigen Zuchtverband, betreut und weiterentwickelt. Die FCI erkannte die Steirische Rauhhaarbracke offiziell an, wobei Österreich als Ursprungsland geführt wird. Trotz ihrer hervorragenden Jagdeigenschaften blieb die Rasse stets relativ selten und ist außerhalb Österreichs und der angrenzenden Alpenregionen kaum verbreitet.
Aussehen & Rassemerkmale
Die Steirische Rauhhaarbracke ist ein mittelgroßer, muskulöser und dabei nicht schwerfällig wirkender Hund. Der Körperbau ist kräftig, gut proportioniert und auf Ausdauer ausgelegt. Der Kopf zeigt einen leicht gewölbten Oberkopf mit deutlichem Stopp. Auffällig ist der markante Schnurrbart am Fang – ein Merkmal, das der Rasse den Spitznamen „Raubart" einbrachte. Die mittelgroßen Hängeohren sind hoch angesetzt und liegen flach am Kopf an.
Das Haarkleid ist das wohl charakteristischste Merkmal der Rasse. Es besteht aus harschem, nicht allzu langem Stockhaar mit dichter Unterwolle. Diese doppelte Fellstruktur bietet hervorragenden Schutz gegen Kälte, Nässe und Dornen. Die Fellfarbe bewegt sich gemäß Rassestandard im Spektrum von Rot bis Fahlgelb. Ein kleiner weißer Brustfleck ist zulässig, großflächige weiße Abzeichen sind hingegen unerwünscht. Die Rute wird säbelförmig getragen und ist ebenfalls dicht behaart. Die dunklen Augen verleihen dem Hund einen aufmerksamen, ernsten Ausdruck.
Charakter & Wesen
Wer eine Steirische Rauhhaarbracke kennt, schätzt vor allem ihre Zähigkeit und ihren unerschütterlichen Arbeitswillen. Dieser Hund wurde für die Schweißarbeit und die Brackierjagd im Hochgebirge gezüchtet – entsprechend ausgeprägt sind Ausdauer, Spursicherheit und Passion. Im Gelände arbeitet die Rauhhaarbracke selbstständig, spurlaut und mit bewundernswerter Hartnäckigkeit.
Gegenüber ihrem Besitzer zeigt sich die Rasse ausgesprochen treu, anhänglich und sensibel. Sie baut eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson auf und reagiert empfindlich auf ungerechte Behandlung. Im häuslichen Umfeld ist sie ruhig und ausgeglichen, vorausgesetzt, sie wird jagdlich oder anderweitig artgerecht ausgelastet. Fremden gegenüber verhält sie sich zurückhaltend bis wachsam, ohne dabei aggressiv zu sein. Mit Kindern kommt sie bei entsprechender Sozialisierung gut zurecht, ihr Spieltrieb ist vorhanden, aber nicht übertrieben. Verspielt zeigt sie sich vor allem im Welpen- und Junghundalter.
Haltung & Pflege
Die Steirische Rauhhaarbracke ist kein Wohnungshund und kein Begleithund für ein gemütliches Stadtleben. Sie braucht Arbeit, Bewegung und idealerweise eine jagdliche Führung. Der tägliche Auslauf sollte nicht unter zwei Stunden betragen – besser sind ausgedehnte Wanderungen oder Geländeläufe. Ersatzweise eignen sich anspruchsvolle Fährtenarbeit, Mantrailing oder andere nasenintensive Beschäftigungen.
Die Fellpflege ist dank der robusten Haarstruktur vergleichsweise unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten – etwa ein- bis zweimal pro Woche – genügt, um lose Haare und Schmutz zu entfernen. In der Haarwechselzeit im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden. Baden ist nur selten nötig und sollte mit mildem Hundeshampoo erfolgen, um die schützende Fettschicht des rauen Haarkleids nicht zu beschädigen. Ohren, Krallen und Zähne sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Ernährung
Als aktiver Jagdhund hat die Steirische Rauhhaarbracke einen erhöhten Energiebedarf, besonders während der Jagdsaison oder bei intensivem Training. Hochwertiges Futter mit einem hohen Fleischanteil bildet die Grundlage einer artgerechten Ernährung. Ob Nass- oder Trockenfutter, BARF oder eine Kombination gewählt wird, hängt von den individuellen Vorlieben und der Verträglichkeit ab.
Wichtig ist, die Futtermenge an das Aktivitätslevel anzupassen. An ruhigen Tagen wird weniger Energie benötigt als nach einem langen Jagdtag im