Sumpfkalla
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Definition und Überblick
Die Sumpfkalla (Calla palustris), auch als Drachenwurz, Schlangenwurz, Sumpf-Calla oder Schweinsohr bezeichnet, ist die einzige Art der Gattung Calla innerhalb der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Sie ist eine ausdauernde, krautige Wasserpflanze, die in sumpfigen und moorigen Gebieten der gesamten Nordhalbkugel vorkommt. In der Aquaristik und Teichgestaltung wird sie als attraktive Sumpf- und Uferpflanze geschätzt, die mit ihrem weißen Hüllblatt und den leuchtend roten Beeren einen hohen Zierwert besitzt. In Deutschland steht die Sumpfkalla unter Naturschutz und gilt in vielen Bundesländern als gefährdet.
Systematik und Namensgebung
Die Sumpfkalla gehört zur Ordnung der Froschlöffelartigen (Alismatales) und ist innerhalb der Aronstabgewächse die einzige Vertreterin ihrer Gattung. Der wissenschaftliche Gattungsname Calla leitet sich vom griechischen Wort „kallos" (Schönheit) ab. Das Artepitheton „palustris" bedeutet „sumpfig" und verweist auf den bevorzugten Standort. Trotz des ähnlichen Namens ist die Sumpfkalla nicht mit der als Zimmerpflanze beliebten Zimmerkalla (Zantedeschia) verwandt – beide gehören zwar zur selben Pflanzenfamilie, stellen aber unterschiedliche Gattungen dar.
Morphologie und Erscheinungsbild
Die Sumpfkalla erreicht eine Wuchshöhe von 15 bis 30 Zentimetern. Ihr Wuchs ist kriechend, da sie ein langes, grünes, fleischiges Rhizom ausbildet, das an der Bodenoberfläche oder knapp darunter entlangwächst und an den Knoten Wurzeln bildet. Die gestielten Blätter sind herzförmig bis rundlich, glänzend dunkelgrün und ledrig derb. Sie stehen wechselständig am Rhizom und können eine Breite von 6 bis 12 Zentimetern erreichen.
Der Blütenstand ist typisch für Aronstabgewächse: Ein gelblich-grüner Kolben (Spadix) trägt zahlreiche kleine Einzelblüten und wird von einem auffälligen weißen Hüllblatt (Spatha) umgeben. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Nach der Bestäubung entwickeln sich leuchtend rote, erbsengroße Beerenfrüchte, die in dichten Fruchtständen zusammenstehen und bis in den Herbst hinein am Kolben verbleiben. Die gesamte Pflanze ist giftig – sie enthält Oxalate und Saponine, die bei Hautkontakt Reizungen und bei Verschlucken Magen-Darm-Beschwerden auslösen können.
Natürlicher Lebensraum und Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Sumpfkalla umfasst die gemäßigten und borealen Zonen Europas, Nordasiens und Nordamerikas. Sie besiedelt bevorzugt nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche, saure bis schwach saure Standorte. Typische natürliche Lebensräume sind:
- Erlenbrüche und Moorwälder
- Verlandungszonen stehender Gewässer
- Flachmoore und Zwischenmoore
- Sumpfige Gräben und Uferbereiche
Die Pflanze wächst bevorzugt in der Sumpfzone, also in Wassertiefen von 0 bis etwa 20 Zentimetern. Gelegentlich findet man sie auch in tieferem Wasser bis 40 Zentimeter, wobei das Rhizom dann an der Wasseroberfläche schwimmt. Durch den Rückgang geeigneter Feuchtbiotope – insbesondere durch Trockenlegung von Mooren und Regulierung von Fließgewässern – sind die natürlichen Bestände in Mitteleuropa stark zurückgegangen.
Haltung im Gartenteich
Für die Kultur im Gartenteich eignet sich die Sumpfkalla hervorragend als Bepflanzung der Flachwasserzone und der feuchten Uferzone. Der ideale Standort liegt im Halbschatten bis lichten Schatten, da die Pflanze in der Natur häufig unter dem Kronendach von Erlen und Weiden gedeiht. Volle Sonneneinstrahlung wird toleriert, solange das Substrat dauerhaft feucht bis überstaut bleibt.
Als Substrat empfiehlt sich ein saures bis neutrales Gemisch aus Torf, Lehm und Sand. Der pH-Wert sollte zwischen 4,5 und 6,5 liegen. Kalkhaltige Böden und hartes Wasser werden schlecht vertragen. Die Pflanztiefe beträgt idealerweise 5 bis 15 Zentimeter unter der Wasseroberfläche. Die Sumpfkalla ist vollständig winterhart und verträgt problemlos Temperaturen bis unter minus 30 Grad Celsius. Das Rhizom überdauert auch unter einer geschlossenen Eisdecke.
Die Vermehrung erfolgt am einfachsten vegetativ durch Teilung des Rhizoms im Frühjahr. Alternativ ist eine Aussaat der reifen Samen im Herbst möglich – die Samen benötigen eine Kälteperiode (Stratifikation) zur Keimung. Die Ausbreitung geschieht in der Natur auch durch Wasserverbreitung (Hydrochorie), da die Beeren schwimmfähig sind.
Eignung für Aquarien
In der Aquaristik spielt die Sumpfkalla eine untergeordnete Rolle. Sie ist keine echte Unterwasserpflanze und kann dauerhaft submers nicht überleben. Für offene Paludarien und Aquaterrarien eignet sie sich jedoch gut, wenn das Rhizom im feuchten Substrat oberhalb der Wasserlinie oder im Flachwasser steht und die Blätter über die Oberfläche hinausragen. In sogenannten Wabi-Kusa-Arrangements oder emersen Pflanzschalen kann sie ebenfalls kultiviert werden. Die Wassertemperatur sollte für eine dauerhafte Haltung kühl bleiben – Temperaturen zwischen 10 und 22 Grad Celsius sind ideal. Tropische Aquarienbedingungen mit dauerhaft über 25 Grad verträgt die Pflanze nicht.
Vergesellschaftung und ökologische Bedeutung
Im Gartenteich lässt sich die Sumpfkalla gut mit