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Sußex-spaniel

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Steckbrief

  • Herkunft: England (Grafschaft Sussex)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 8, Sektion 2 – Stöberhunde (mit Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 127
  • Größe: 38–41 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: 18–23 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre
  • Fell: Reiches, flach anliegendes Haarkleid mit guter Unterwolle; leichte Welle erlaubt
  • Farben: Ausschließlich goldleberfarben (golden liver), mit goldenen Haarspitzen

Herkunft & Geschichte

Der Sussex Spaniel gehört zu den ältesten englischen Spanielrassen und geht auf das späte 18. Jahrhundert zurück. Seine Abstammung ist eng mit dem Gut Rosehill Park in der Grafschaft Sussex verknüpft, wo Augustus Elliott Fuller ab etwa 1795 eine gezielte Zucht niederläufiger, kräftiger Stöberhunde betrieb. Fuller benötigte einen robusten Hund, der sich langsam, aber ausdauernd durch dichtes Unterholz und schweres Gelände arbeiten konnte – Bedingungen, wie sie das hügelige Weald-Gebiet in Sussex bot.

Anders als schnellere Spanielrassen wurde der Sussex Spaniel bewusst auf ein gemäßigtes Arbeitstempo selektiert. Seine charakteristische Eigenschaft, bei der Arbeit Laut zu geben, machte ihn für Jäger im dichten Bewuchs besonders wertvoll, da der Hund so auch ohne Sichtkontakt geortet werden konnte. Dieses Merkmal ist unter Spaniels ungewöhnlich und unterscheidet den Sussex deutlich von verwandten Rassen wie dem Cocker oder Springer Spaniel.

Die beiden Weltkriege brachten die Rasse an den Rand des Aussterbens. Zeitweise existierten nur noch eine Handvoll zuchtfähiger Tiere. Insbesondere die Züchterin Joy Freer hielt die Linie nach dem Zweiten Weltkrieg mit großem Engagement am Leben. Heute gilt der Sussex Spaniel als eine der seltensten britischen Hunderassen. Selbst in seinem Ursprungsland werden beim Kennel Club jährlich nur wenige Dutzend Welpen registriert. Der zuständige Zuchtverband in Großbritannien, der Sussex Spaniel Association, bemüht sich intensiv um den Erhalt der genetischen Vielfalt.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Sussex Spaniel ist ein massiv gebauter, niederläufiger Hund mit ausgeprägter Brusttiefe und einem auffallend langen Körper im Verhältnis zur Höhe. Der Kopf ist breit mit deutlichem Stopp, die großen, haselnussbraunen Augen verleihen ihm einen sanften, fast melancholischen Ausdruck. Die Behänge sind dick, lappig und dicht mit weichem Haar besetzt. Sie setzen tief an und liegen flach am Kopf an.

Das Haarkleid ist das vielleicht markanteste äußere Merkmal: Die einzig zulässige Farbe gemäß Rassestandard ist goldleberfarben. Die einzelnen Haare zeigen an den Spitzen einen goldenen Schimmer, der dem Fell im Sonnenlicht einen warmen, leuchtenden Ton verleiht. Die Textur ist dicht und flach anliegend, mit reichlich Unterwolle, die guten Wetterschutz bietet. An Vorder- und Hinterläufen sowie an der Brust findet sich mäßige Befederung.

Der Gang des Sussex Spaniels ist ein typisches rollend-schaukelndes Gangwerk, das durch den breiten Brustkorb und die relativ kurzen Läufe entsteht. Dieses Bewegungsmuster ist rassespezifisch und darf nicht mit mangelhafter Kondition verwechselt werden.

Charakter & Wesen

Im Wesen zeigt sich der Sussex Spaniel als ruhiger, ausgeglichener und treu ergebener Begleithund. Er bindet sich eng an seine Bezugspersonen und zeigt ein ausgesprochen sanftmütiges Temperament. Gegenüber Fremden verhält er sich zunächst reserviert, ohne dabei aggressiv zu werden. Eine gewisse Wachsamkeit ist vorhanden – er meldet Besucher zuverlässig, ohne zum Kläffer zu neigen.

Trotz seiner gemächlichen Ausstrahlung ist der Sussex Spaniel ein arbeitswilliger Hund mit guter Nase und erstaunlicher Ausdauer. Bei der Arbeit wird er lebhaft und zeigt deutlichen Jagdtrieb. Er ist verspielt und genießt gemeinsame Aktivitäten mit seiner Familie, braucht aber keine permanente Bespaßung. Gelegentlich zeigt er eine für Spaniels untypische Sturheit, die geduldigem, konsequentem Training aber gut zugänglich ist. Härte in der Erziehung verträgt diese sensible Rasse nicht.

Haltung & Pflege

Der Sussex Spaniel eignet sich sowohl für das Landleben als auch für eine Haltung in der Stadt, sofern ausreichend Auslauf gewährleistet ist. Er benötigt täglich mindestens eine Stunde Bewegung, idealerweise mit Möglichkeiten zum Schnüffeln und Stöbern. Nasenarbeit, Dummytraining oder Mantrailing sind hervorragende Beschäftigungsformen, die seinem Naturell entsprechen.

Die Fellpflege ist moderat aufwendig. Regelmäßiges Bürsten – zwei- bis dreimal pro Woche – verhindert Verfilzungen, besonders an den Befederungen und hinter den Ohren. Die langen, dicht behaarten Behänge sollten wöchentlich kontrolliert und gereinigt werden, da sie zu Ohrinfektionen neigen. Das Kürzen der Haare zwischen den Ballen und ein gelegentliches Trimmen der Befederung genügen; ein Scheren des Fells ist nicht nötig und nicht empfehlenswert.

Ernährung

Der Sussex Spaniel hat eine ausgeprägte Neigung zur Gewichtszunahme. Sein ruhiges Temperament und seine Vorliebe für Futter machen ihn anfällig für Übergewicht, das bei seiner Körperstruktur schnell zu Belastungen des Bewegungsapparats führt. Eine kontrollierte, an den tatsächlichen Energiebedarf angepasste Fütterung ist daher besonders wichtig. Hochwertiges Futter mit moderatem Fettgehalt und ausreichend Protein bildet die Basis. Die Tagesration sollte auf zwei Mahlzeiten verteilt werden. Leckerlis zum Training müssen von der Gesamtration abgezogen werden. Regelmäßiges Wiegen hilft, schleichende Gewichtszunahme frühzeitig zu erkennen.

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