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Tafelente

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Enten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Aythya ferina
  • Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
  • Familie: Entenvögel (Anatidae)
  • Gattung: Aythya (Tauchenten)
  • Lebensraum: Flachseen, Stauseen, Fischteiche, langsam fließende Gewässer mit dichter Ufervegetation
  • Größe: 42–49 cm Körperlänge, Flügelspannweite 72–82 cm
  • Gewicht: 700–1.100 g
  • Lebenserwartung: bis zu 10 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Tafelente ist eine mittelgroße Tauchente mit einem gedrungenen Körperbau und einem auffällig langen, keilförmigen Kopfprofil. Dieses hohe, steil ansteigende Stirnprofil, das nahtlos in den Schnabel übergeht, ist ein zuverlässiges Bestimmungsmerkmal und unterscheidet sie von verwandten Arten wie der Reiherente (Aythya fuligula) oder der Moorente (Aythya nyroca).

Das Prachtkleid des Erpels zeigt einen kastanienbraunen Kopf und Hals, eine schwarze Brust und einen hellgrauen Rücken sowie graue Flanken. Der Schnabel ist schwarz mit einer charakteristischen hellblauen Querbinde. Die Iris ist rot bis orangerot. Im Schlichtkleid ähnelt der Erpel stärker dem Weibchen, behält aber meist den rötlicheren Kopfton bei.

Das Weibchen ist insgesamt unscheinbarer gefärbt. Sein Gefieder ist überwiegend graubraun mit einem helleren Bereich um den Schnabelansatz und die Kehle. Die Iris ist dunkelbraun. Beide Geschlechter besitzen ein unscheinbares, graues Flügelband, das im Flug sichtbar wird – im Gegensatz zum auffälligen weißen Flügelstreif der Reiherente.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Tafelente erstreckt sich als breiter Gürtel von Westeuropa über Zentralasien bis nach Ostsibirien und in die Mongolei. In Mitteleuropa brütet sie vor allem im Tiefland. Bedeutende Brutpopulationen finden sich in Russland, Kasachstan, der Ukraine und den baltischen Staaten. In Deutschland brüten schätzungsweise 4.000 bis 6.500 Paare, mit Schwerpunkten in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bayern.

Als Habitat bevorzugt die Tafelente eutrophe, also nährstoffreiche Stillgewässer mit ausgedehnter Verlandungszone. Flachseen, Fischteiche, Kiesgruben und Stauseen mit Schilf- und Röhrichtbeständen bieten ideale Brutbedingungen. Im Winterhalbjahr weitet sich das Biotop-Spektrum: Dann nutzt die Art auch größere Seen, Flussstaue und geschützte Küstenbuchten. Wichtige mitteleuropäische Überwinterungsgebiete liegen am Bodensee, am Ijsselmeer und an der Atlantikküste. Die mittel- und osteuropäischen Populationen ziehen im Herbst nach Süd- und Westeuropa; westeuropäische Vögel sind teilweise Standvögel oder Kurzstreckenzieher.

Ernährung

Die Tafelente ernährt sich omnivor mit einem jahreszeitlich schwankenden Anteil pflanzlicher und tierischer Kost. Im Sommerhalbjahr überwiegen Samen, Rhizome und Triebe von Unterwasserpflanzen wie Armleuchteralgen (Characeae), Laichkräutern (Potamogeton) und Tausendblatt (Myriophyllum). Ergänzt wird dies durch wirbellose Tiere: Zuckmückenlarven, Wasserflöhe, Schnecken und kleine Muscheln.

Ihre Nahrung beschafft sich die Tafelente überwiegend tauchend. Sie erreicht dabei Tiefen von ein bis drei Metern und bleibt gewöhnlich 10 bis 20 Sekunden unter Wasser. Gelegentlich gründelt sie auch im Flachwasser oder nimmt Nahrung von der Wasseroberfläche auf. Die Nahrungssuche findet vermehrt in der Dämmerung und nachts statt – tagsüber ruht die Art häufig in dichten Trupps auf offenem Wasser.

Verhalten & Lebensweise

Die Tafelente ist ein geselliger Vogel, der außerhalb der Brutzeit oft große Ansammlungen bildet. Auf bevorzugten Rast- und Überwinterungsgewässern können sich mehrere tausend Individuen einfinden, häufig in gemischten Trupps mit Reiherenten. Tagsüber zeigt die Art ein ausgeprägtes Ruheverhalten: Die Vögel treiben dicht gedrängt auf dem Wasser, den Schnabel oft ins Rückengefieder gesteckt. Die eigentliche Aktivitätsphase – Nahrungssuche und Gefiederpflege – verlagert sich in die Abend- und Nachtstunden.

Gegenüber Artgenossen ist die Tafelente vergleichsweise wenig aggressiv. Erpel zeigen während der Balzzeit Drohgebärden mit gesträubtem Kopfgefieder und leisen, pfeifenden Rufen, ernsthafte Kämpfe sind jedoch selten. Ein festes Revier wird nur in der unmittelbaren Umgebung des Nests verteidigt, und auch dies eher zurückhaltend.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt bereits im Winterquartier ab Januar und setzt sich bis zum Frühjahr fort. Die Balzrituale des Erpels umfassen ein zurückgelegtes Kopfwerfen mit gleichzeitigem Pfeiflaut sowie ein schnelles Aufrichten des Oberkörpers aus dem Wasser. Die Paarbindung besteht in der Regel nur für eine Brutsaison.

Das Weibchen legt sein Nest gut versteckt in dichter Ufervegetation an, meist in Schilf, Seggenbeständen oder unter Weidenbüschen, selten mehr als wenige Meter vom Wasser entfernt. Die Nestmulde wird mit Pflanzenmaterial und Daunen ausgepolstert. Das Gelege umfasst gewöhnlich 6 bis 11 grünlich-graue Eier, die das Weibchen allein über 24 bis 28 Tage bebrütet. Der Erpel verlässt die Partnerin zu Beg