Tannenwedel
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Definition und Überblick
Der Tannenwedel (Hippuris vulgaris) ist eine ausdauernde, krautige Wasserpflanze aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Seinen deutschen Namen verdankt er dem charakteristischen Erscheinungsbild: Die quirlständig angeordneten, nadelförmigen Blätter erinnern an kleine Tannenzweige, die aufrecht aus dem Wasser ragen. Die Pflanze kommt in Europa, Nordamerika und Teilen Asiens natürlich vor und besiedelt stehende bis langsam fließende Gewässer wie Teiche, Gräben, Tümpel und flache Seeufer. In der Aquaristik und Teichgestaltung wird der Tannenwedel sowohl als dekorative Bepflanzung als auch wegen seiner wasserreinigenden Eigenschaften geschätzt.
Morphologie und Erscheinungsbild
Hippuris vulgaris bildet aufrechte, unverzweigte Stängel, die eine Höhe von 20 bis 60 Zentimetern erreichen, unter günstigen Bedingungen gelegentlich auch bis zu einem Meter. Der Stängel wächst teils untergetaucht (submers), teils über die Wasseroberfläche hinaus (emers). Diese amphibische Wuchsform ist eines der auffälligsten Merkmale der Pflanze.
Die schmalen, linealischen Blätter stehen in dichten Wirteln zu 6 bis 12 Stück rund um den Stängel. Submerse Blätter sind deutlich länger, weicher und biegsamer als die emersen Blätter, die kürzer, steifer und dunkelgrün gefärbt sind. Diese Heterophyllie – also die Ausbildung unterschiedlicher Blattformen an derselben Pflanze je nach Standort über oder unter Wasser – ist ein typisches Anpassungsmerkmal amphibischer Gewächse.
Die Blüten des Tannenwedels sind unscheinbar und sitzen einzeln in den Blattachseln der emersen Triebe. Sie besitzen weder Kelch- noch Kronblätter, sondern bestehen lediglich aus einem einzelnen Staubblatt und einem Fruchtknoten. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Die kleinen, einsamigen Steinfrüchte reifen im Spätsommer.
Natürlicher Lebensraum und Verbreitung
Der Tannenwedel ist eine holarktisch verbreitete Art. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas, von Skandinavien bis in den Mittelmeerraum, über Nordasien bis nach Nordamerika. In Mitteleuropa wächst er bevorzugt in:
- Flachen Teichen und Weihern
- Verlandungszonen von Seen
- Langsam fließenden Gräben und Bächen
- Sumpfigen Uferbereichen und Überschwemmungsflächen
Hippuris vulgaris bevorzugt nährstoffreiche (eutrophe) bis mäßig nährstoffreiche (mesotrophe) Gewässer mit schlammigem oder tonigem Untergrund. Die Pflanze toleriert Wassertiefen von wenigen Zentimetern bis etwa 50 Zentimeter und gedeiht sowohl in kalkhaltigem als auch in leicht saurem Wasser. In manchen Regionen Deutschlands gilt der Tannenwedel als rückläufig und steht auf regionalen Roten Listen gefährdeter Pflanzenarten.
Haltung im Gartenteich
Für die Teichbepflanzung ist der Tannenwedel eine ausgezeichnete Wahl, da er relativ anspruchslos ist und eine naturnahe Optik in die Flachwasserzone bringt. Die Pflanze eignet sich für Wassertiefen zwischen 10 und 40 Zentimetern. Am besten pflanzt man sie in die Sumpf- oder Flachwasserzone des Gartenteichs, wo sie schnell dichte Bestände bildet.
Folgende Bedingungen sind für eine erfolgreiche Kultur zu beachten:
- Standort: Sonnig bis halbschattig. Volle Sonne fördert einen kompakten, kräftigen Wuchs.
- Substrat: Nährstoffreiches, lehmiges bis toniges Substrat. Normale Teicherde oder ein Gemisch aus Lehm und Sand ist ideal.
- Wassertemperatur: Der Tannenwedel ist vollständig winterhart und verträgt Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Im Winter sterben die emersen Triebe ab, während die untergetauchten Pflanzenteile und das Rhizom überwintern.
- Wasserwerte: pH-Wert zwischen 6,0 und 8,0, Wasserhärte von weich bis hart. Die Art ist in dieser Hinsicht unkompliziert.
Durch seine Ausbreitung über Rhizome und Ausläufer kann der Tannenwedel in kleineren Teichen recht wüchsig werden. Eine Pflanzung in Körben oder Pflanztaschen erleichtert die Kontrolle und verhindert eine übermäßige Ausbreitung. Regelmäßiges Auslichten im Herbst oder Frühjahr hält die Bestände in einem gepflegten Zustand.
Haltung im Aquarium
Im Aquarium lässt sich der Tannenwedel ebenfalls kultivieren, wobei die Haltung dort anspruchsvoller ist als im Teich. Als Kaltwasserpflanze bevorzugt Hippuris vulgaris Temperaturen zwischen 4 und 20 Grad Celsius. Für tropische Warmwasseraquarien ist die Art daher nicht geeignet. In unbeheizten Aquarien oder Kaltwasserbecken kann sie jedoch dekorative submerse Triebe ausbilden.
Wichtig ist eine ausreichende Beleuchtung, da die Pflanze bei Lichtmangel schnell verkümmert und die Blätter abwirft. CO₂-Düngung ist nicht zwingend erforderlich, fördert aber das Wachstum. Das Substrat sollte nährstoffhaltig sein – ein mit Nährboden unterlegter Bodengrund liefert bessere Ergebnisse als reiner Kies.
In der Aquaristik bleibt die rein submerse Form des Tannenwedels meist kleiner und bildet nicht die typischen tannenartigen emersen Triebe aus, die das Erscheinungsbild der Pflanze im Teich so unverwechselbar machen.
Ökologische Bedeutung und Wasserreinigung
Der Tannenwedel spielt in naturnahen Gewässern eine wichtige ökologische Rolle. Seine dichten Bestände bieten Jungfischen, Amphibienlarven und wirbellosen Wasserlebewesen Schutz und Laichsubstrat. Die untergetauchten Blattquirle d