Tausendblatt
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Definition und Überblick
Das Tausendblatt (Gattung Myriophyllum) gehört zur Familie der Tausendblattgewächse (Haloragaceae) und umfasst weltweit rund 60 Arten submers oder teilweise emers wachsender Wasserpflanzen. Der deutsche Name verweist auf die fein zerteilten, federartigen Blätter, die in dichten Quirlen um den Stängel angeordnet sind und dem Betrachter den Eindruck unzähliger einzelner Blättchen vermitteln. In der Aquaristik und Teichgestaltung zählt das Tausendblatt zu den beliebtesten Unterwasserpflanzen, da es nicht nur dekorativ wirkt, sondern auch wesentlich zur biologischen Wasseraufbereitung beiträgt. Einige Arten sind in Mitteleuropa heimisch, andere stammen aus tropischen und subtropischen Regionen und werden gezielt als Aquarienpflanzen kultiviert.
Verbreitung und natürliche Standorte
Arten der Gattung Myriophyllum besiedeln stehende und langsam fließende Gewässer auf allen Kontinenten außer der Antarktis. In Europa sind vor allem das Ährige Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) und das Quirlblütige Tausendblatt (Myriophyllum verticillatum) verbreitet. Sie wachsen in nährstoffreichen Seen, Teichen, Gräben und Altarmen von Flüssen, häufig auf schlammigem oder sandigem Substrat in Wassertiefen von 0,5 bis 3 Metern. In Nordamerika ist das Brasilianische Tausendblatt (Myriophyllum aquaticum) als invasive Art bekannt, die sich in warmen Gewässern rasch ausbreitet und heimische Pflanzengesellschaften verdrängen kann.
Morphologie und Erkennungsmerkmale
Allen Tausendblatt-Arten gemeinsam ist der charakteristische Aufbau der Laubblätter: Sie sind fiederteilig gegliedert und setzen sich aus haarfeinen Segmenten zusammen, die unter Wasser wie kleine Federn aussehen. Die Blätter stehen in Quirlen zu drei bis sechs an einem langen, biegsamen Stängel. Je nach Art erreicht die Pflanze Wuchshöhen von 30 Zentimetern bis über zwei Metern. Die Stängel sind meist grün bis rötlich-braun gefärbt, wobei intensive Beleuchtung die Rotfärbung verstärkt.
Zur Blütezeit bilden einige Arten kleine, unscheinbare Blütenstände aus, die über die Wasseroberfläche hinausragen. Beim Ährigen Tausendblatt erscheinen die Blüten in einer aufrechten Ähre mit winzigen, rötlichen Einzelblüten. Die Bestäubung erfolgt durch Wind. Myriophyllum aquaticum bildet außerhalb des Wassers kräftigere, blaugrüne emerse Triebe, die sich deutlich von der submersen Form unterscheiden.
Arten für Aquarium und Gartenteich
Für die Haltung in Aquarien und Teichen kommen verschiedene Arten in Betracht, die sich in ihren Ansprüchen teils erheblich unterscheiden:
- Myriophyllum spicatum (Ähriges Tausendblatt) – Einheimische Art, gut geeignet für Kaltwasseraquarien und Gartenteiche. Winterhart und anspruchslos, bevorzugt nährstoffreiches Wasser.
- Myriophyllum verticillatum (Quirlblütiges Tausendblatt) – Ebenfalls in Mitteleuropa heimisch, bildet auffällige Winterknospen (Turionen) und eignet sich hervorragend für naturnahe Teichanlagen.
- Myriophyllum aquaticum (Brasilianisches Tausendblatt) – Tropische bis subtropische Art mit attraktiven emersen Trieben. Beliebt als Aquarienpflanze, in Freilandteichen nur bedingt winterhart.
- Myriophyllum mattogrossense (Mato-Grosso-Tausendblatt) – Stammt aus Südamerika und wird wegen seiner feingliedrigen, orangeroten Triebspitzen häufig in Aquascaping-Layouts eingesetzt. Benötigt warmes Wasser zwischen 22 und 28 °C.
- Myriophyllum tuberculatum (Rotes Tausendblatt) – Auffällig durch seine intensive Rotfärbung bei starker Beleuchtung und guter Nährstoffversorgung. Anspruchsvoller als andere Arten, belohnt aber mit einem eindrucksvollen Erscheinungsbild.
Pflege und Kulturbedingungen
Im Aquarium gedeiht Tausendblatt am besten bei mittlerer bis starker Beleuchtung. Als Richtwert gelten 0,5 bis 1 Watt pro Liter bei herkömmlicher Beleuchtung oder vergleichbare Lumen-Werte bei LED-Technik. Das Substrat sollte feinkörnig sein – Aquarienkies oder Aquariensoil mit einer Körnung von 1 bis 3 Millimetern bietet den zarten Wurzeln guten Halt. Eine CO₂-Düngung ist für tropische Arten wie M. mattogrossense und M. tuberculatum nahezu unverzichtbar, während einheimische Arten auch ohne zusätzliche Kohlenstoffdioxid-Zufuhr auskommen.
Die Wassertemperatur richtet sich nach der Herkunft der jeweiligen Art. Einheimische Tausendblatt-Arten vertragen Temperaturen von 4 bis 25 °C und sind daher für unbeheizte Becken und Gartenteiche geeignet. Tropische Vertreter benötigen konstant 22 bis 28 °C. Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 7,5 liegen, die Gesamthärte zwischen 5 und 15 °dGH.
Regelmäßiger Rückschnitt fördert einen buschigen Wuchs. Dazu werden die Stängelspitzen einfach mit einer Schere gekappt. Die abgeschnittenen Kopfstecklinge lassen sich direkt in das Substrat stecken und bewurzeln innerhalb weniger Tage – eine einfache und zuverlässige Methode der vegetativen Vermehrung. Ohne Rückschnitt wächst die Pflanze rasch zur Wasseroberfläche und bildet dort ein dichtes Polster, das den unteren Pflanzenteilen das Licht nimmt.
Ökologische Funktion
Tausendblatt erfüllt im Aquarium wie im Teich mehrere ökologische Aufgaben. Die fein gefiederten Blätter bieten eine enorme Oberfläche, auf der sich Bakterienfilme ans