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Tersker

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Steckbrief

  • Herkunft: Nordkaukasus, Russland (Gestüt Stawropol/Tersk)
  • Rassestandard: VNIIK (Allrussisches Wissenschaftliches Forschungsinstitut für Pferdezucht); international von der WBFSH anerkannt
  • Stockmaß: 150–162 cm
  • Gewicht: 450–550 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Überwiegend Schimmel mit charakteristischem silbrigem Glanz; seltener Füchse, Braune und Rappen
  • Einsatzgebiet: Vielseitigkeit, Dressur, Distanzreiten, Showreiten, Freizeitreiterei

Herkunft & Geschichte

Der Tersker – auch als Terek oder Tersk-Pferd bekannt – ist eine vergleichsweise junge Pferderasse, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im nordkaukasischen Gestüt Tersk bei Mineralnyje Wody gezüchtet wurde. Die Abstammung geht maßgeblich auf den sowjetischen Zuchtpionier Marschall Semjon Budjonny zurück, der in den 1920er- und 1930er-Jahren die systematische Kreuzung verschiedener Rassen vorantrieb.

Ausgangspunkt der Zucht waren die letzten verbliebenen Streletzer Pferde – eine edle, auf arabischer Grundlage gezüchtete russische Rasse, die durch den Ersten Weltkrieg und den Russischen Bürgerkrieg nahezu vollständig ausgelöscht worden war. Nur eine Handvoll Streletzer Hengste, darunter der legendäre Tsilindr und Tsenitel, überlebten und bildeten den genetischen Kern des neuen Zuchtprogramms. Um die schmale Zuchtbasis zu verbreitern, kreuzte man diese Hengste mit ausgewählten Stuten arabischer, donischer und kabardiner Abstammung sowie mit Vollblütern.

Das Zuchtziel war ein vielseitiges, elegantes Reitpferd mit orientalischem Typ, das gleichzeitig robust genug für militärische und sportliche Anforderungen war. 1948 wurde die Rasse offiziell vom sowjetischen Zuchtverband anerkannt. Seither wird der Tersker im geschlossenen Stutbuch geführt, wobei das Gestüt Stawropol als Hauptzuchtstätte gilt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion ging der Bestand stark zurück, sodass der Tersker heute als gefährdete Rasse eingestuft wird. Verschiedene private Züchter und internationale Initiativen bemühen sich um den Erhalt dieser bemerkenswerten Pferderasse.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Tersker besticht durch seine orientalische Eleganz, die unmittelbar an sein arabisches Erbe erinnert. Der Kopf ist trocken und edel mit geradem oder leicht konkavem Profil, großen, ausdrucksvollen Augen und feinen, weit geöffneten Nüstern. Die Ohren sind mittelgroß, fein geschnitten und aufmerksam nach vorn gerichtet.

Der Hals ist lang, gut aufgesetzt und leicht geschwungen, was dem Pferd eine natürlich aufgerichtete Haltung verleiht. Die Schulter ist schräg und gut bemuskelt, der Widerrist mittelhoch und deutlich ausgeprägt. Der Rücken ist mittellang, gerade und kräftig, die Kruppe leicht abfallend mit gut angesetztem Schweif. Das Fundament zeigt trockene, sehnige Beine mit klar definierten Gelenken und harten, wohlgeformten Hufen.

Das auffälligste Merkmal des Terskers ist sein silbrig schimmerndes Fell. Über 80 Prozent aller Tersker sind Schimmel, deren Fell einen metallischen Glanz aufweist, der in der Sonne regelrecht zu leuchten scheint. Dieser besondere Schimmer wird auf das Streletzer Erbe zurückgeführt und ist ein fest verankertes Rassemerkmal. Braune, Füchse und Rappen kommen vor, sind aber deutlich seltener.

Charakter & Wesen

Tersker gelten als ausgesprochen menschenbezogene, intelligente und lernwillige Pferde. Ihr Wesen vereint die Sensibilität und den Adel des Arabers mit einer bemerkenswerten Gelassenheit und Nervenstärke, die aus der Selektion auf Vielseitigkeit resultiert. Sie sind aufmerksam und wachsam, ohne dabei schreckhaft oder übermäßig nervös zu wirken.

Im Umgang zeigen sich Tersker treu, kooperativ und erstaunlich anpassungsfähig. Sie bauen eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson auf und reagieren feinfühlig auf Hilfen und Stimmungen. Ihre hohe Auffassungsgabe macht sie zu hervorragenden Lehrpferden, sofern sie konsequent und respektvoll behandelt werden. Grobe oder widersprüchliche Behandlung quittieren sie mit Misstrauen und Verweigerung.

Bemerkenswert ist ihre Ausdauer und ihr natürlicher Bewegungsdrang. Tersker sind von Natur aus verspielt und bewegungsfreudig, was sie für verschiedenste Disziplinen prädestiniert. In der ehemaligen Sowjetunion wurden sie erfolgreich im Dressur- und Springsport, im Distanzreiten und sogar im Zirkus eingesetzt.

Haltung & Pflege

Obwohl der Tersker ein elegantes und edles Pferd ist, stellt er keine übertriebenen Ansprüche an die Haltung. Seine kaukasische Herkunft hat ihm eine gute Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche klimatische Bedingungen mitgegeben. Offenstall- oder Aktivstallhaltung mit ausreichend Auslauf kommt seinem Bewegungsdrang entgegen und fördert sein psychisches Wohlbefinden.

Täglicher Auslauf ist unerlässlich. Als ehemaliges Militär- und Sportpferd braucht der Tersker regelmäßige körperliche und geistige Beschäftigung. Monotonie und Boxenhaltung ohne Abwechslung führen schnell zu Verhaltensproblemen. Ideal sind abwechslungsreiche Trainingseinheiten, Ausritte im Gelände und gelegentliche neue Herausforderungen.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Regelmäßiges Putzen, Hufpflege im Sechs- bis Acht-Wochen-Rhythmus durch den Hufschmied und die übliche Kontrolle von Augen, Nüstern und Zähnen genügen. Bei Schimmeln sollte man allerdings auf Hautveränderungen achten, da diese Fellfarbe generell eine