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Tiger

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Katzen (wild)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Panthera tigris
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Katzen (Felidae)
  • Unterfamilie: Großkatzen (Pantherinae)
  • Gattung: Panthera
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Mangrovensümpfe, Laub- und Nadelwälder, Graslandschaften
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 140–280 cm, Schwanzlänge 60–110 cm, Schulterhöhe 80–110 cm
  • Gewicht: Weibchen 100–170 kg, Männchen 150–310 kg (je nach Unterart)
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 26 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Tiger ist die größte lebende Katzenart und übertrifft selbst den Löwen (Panthera leo) an Körpermasse. Sein Körperbau ist muskulös und gedrungen, mit kräftigen Vorderbeinen, die sowohl zum Niederschlagen großer Beutetiere als auch zum Schwimmen eingesetzt werden. Das Fell zeigt die charakteristische orangerote bis rotbraune Grundfärbung mit dunklen, nahezu schwarzen Querstreifen. Die Bauchseite, die Innenseiten der Beine und die Wangenpartie sind weißlich gefärbt. Das Streifenmuster ist bei jedem Individuum einzigartig – vergleichbar mit einem menschlichen Fingerabdruck – und dient Forschern zur Identifikation einzelner Tiere in Fotofallen-Studien.

Die Unterarten unterscheiden sich erheblich in Größe und Felldichte. Der Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica) ist die größte Unterart mit einem dichten, langen Winterfell und einer hellen Grundfärbung. Der Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae) ist dagegen die kleinste lebende Unterart, mit dunklerer Färbung und enger stehenden Streifen. Selten treten genetische Varianten auf: Weiße Tiger mit schwarzen Streifen beruhen auf einer rezessiven Mutation im Gen SLC45A2, während vollständig schwarze (melanistische) Tiger extrem selten dokumentiert sind.

Der Schädel ist breit und kurz, die Eckzähne erreichen eine Länge von bis zu 9 cm. Die Augen besitzen runde Pupillen – ein Merkmal, das Tiger mit allen anderen Großkatzen der Gattung Panthera teilen. Die Zunge ist mit hornigen Papillen besetzt, die beim Ablösen von Fleisch von den Knochen helfen.

Lebensraum & Verbreitung

Das historische Verbreitungsgebiet des Tigers erstreckte sich von der östlichen Türkei über Süd- und Südostasien bis nach Sibirien und die indonesischen Inseln. Heute ist das Habitat auf fragmentierte Restbestände in 13 Staaten geschrumpft, darunter Indien, Nepal, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Malaysia, Indonesien (Sumatra), China und Russland. Indien beherbergt mit geschätzten 3.000 Tieren die mit Abstand größte Population.

Tiger besiedeln ein breites Spektrum an Biotopen: tropische und subtropische Feuchtwälder, trockene Laubwälder, Mangroven (etwa die Sundarbans), Taigawälder Sibiriens sowie Gras- und Sumpflandschaften des indischen Subkontinents. Entscheidend für die Habitatwahl sind ausreichende Deckung durch Vegetation, Zugang zu Wasser und eine tragfähige Beutetierpopulation. Tiger meiden offene, deckungslose Landschaften.

Drei Unterarten sind im 20. Jahrhundert ausgestorben: der Bali-Tiger (ca. 1940er), der Java-Tiger (ca. 1980er) und der Kaspische Tiger (ca. 1970er). Die verbleibenden sechs Unterarten – Bengaltiger, Sibirischer Tiger, Sumatra-Tiger, Indochinesischer Tiger, Malaiischer Tiger und Südchinesischer Tiger – sind sämtlich in ihrem Bestand gefährdet. Vom Südchinesischen Tiger gibt es seit Jahrzehnten keine bestätigten Freilandsichtungen mehr.

Ernährung

Tiger sind obligate Karnivoren. Ihr Beutespektrum umfasst mittelgroße bis große Huftiere wie Axis-, Sambar- und Schweinshirsche, Wildschweine, Gaure und Banteng. Gelegentlich erbeuten sie auch kleinere Tiere wie Hasen, Affen, Fische oder Vögel. In seltenen Fällen schlagen Tiger sogar junge Elefanten oder Nashörner. Ein ausgewachsener Tiger benötigt etwa 5–7 kg Fleisch pro Tag und kann bei einer erfolgreichen Jagd auf ein großes Beutetier bis zu 30–40 kg in einer einzigen Nacht aufnehmen.

Die Jagdstrategie beruht auf dem Anschleichen und einem kurzen, explosiven Sprint. Tiger lauern ihrer Beute in dichter Vegetation auf und nähern sich bis auf 10–20 Meter, bevor sie angreifen. Der Tötungsbiss erfolgt in der Regel an der Kehle, wodurch die Luftröhre abgedrückt oder die großen Halsgefäße durchtrennt werden. Die Erfolgsquote liegt bei nur etwa 5–10 % aller Jagdversuche.

Verhalten & Lebensweise

Tiger sind Einzelgänger. Abgesehen von der Paarungszeit und der Mutter-Jungtier-Bindung leben sie solitär. Jedes Tier beansprucht ein eigenes Revier, dessen Größe stark vom Beutetierangebot und der Habitatqualität abhängt. Männliche Reviere umfassen zwischen 60 und 1.000 km², weibliche sind deutlich kleiner und liegen bei 20–400 km². Die Reviere der Männchen überlappen typischerweise mit denen mehrerer Weibchen, schließen aber andere Männchen aus.

Die Reviermarkierung erfolgt durch Urinspritzer an Bäumen, Kratzspuren an Stämmen und durch Kot an exponierten Stellen. Diese chemischen und visuellen Signale enthalten Informationen über Geschlecht, Fortpflanzungsstatus und Identität des Revierinhabers. Tiger sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, können aber je nach Störung durch Menschen und Klimabedingungen auch tagsüber aktiv sein. Anders als die meisten Katzenarten schwimmen Tiger ausgezeichnet und suchen bei Hitze gezielt Wasserstellen auf.

Fortpflanzung & Aufzucht

Tiger sind nicht an eine feste