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Tiroler-bracke

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Steckbrief

  • Herkunft: Österreich (Tirol)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 6 – Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen, Sektion 1.2 (Mittelgroße Laufhunde)
  • FCI-Standard Nr.: 68
  • Größe: Rüden 44–50 cm, Hündinnen 42–48 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: 15–22 kg
  • Lebenserwartung: 12–14 Jahre
  • Fell/Farben: Dichtes, harsch anliegendes Stockhaar; Schwarz mit klar abgegrenztem Brand (rot bis fahlgelb) oder Rot mit oder ohne schwarze Stichelung

Herkunft & Geschichte

Die Tiroler Bracke zählt zu den ältesten Jagdhunderassen Österreichs. Ihre Abstammung lässt sich auf keltische Bracken zurückführen, die bereits im Mittelalter in den Alpenregionen zur Jagd eingesetzt wurden. Historische Quellen belegen, dass Kaiser Maximilian I. im späten 15. Jahrhundert Bracken in der Tiroler Bergwelt zur Hochwildjagd nutzte – ob es sich dabei um direkte Vorfahren der heutigen Rasse handelt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, doch die Tradition der Brackenjagd in Tirol ist unbestritten alt.

Die planmäßige Reinzucht begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1896 wurde die Tiroler Bracke vom österreichischen Kynologenverband als eigenständige Rasse anerkannt. Die Zucht wurde zunächst vom Österreichischen Brackenverein betreut, der bis heute als zuständiger Zuchtverband fungiert und streng auf die Einhaltung des Rassestandards achtet. Die internationale Anerkennung durch die FCI erfolgte später im 20. Jahrhundert unter der Standard-Nummer 68. Bis heute ist die Tiroler Bracke vorwiegend im alpenländischen Raum verbreitet und wird fast ausschließlich als Jagdgebrauchshund geführt.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Tiroler Bracke ist ein mittelgroßer, kräftig gebauter, aber keineswegs plumper Hund. Der Körperbau vermittelt Ausdauer und Wendigkeit – beides Eigenschaften, die in unwegsamem Gebirgsterrain unverzichtbar sind. Der Kopf ist breit mit leicht gewölbtem Oberkopf, der Stop mäßig ausgeprägt. Die Behänge sind hoch angesetzt, breit und liegen flach am Kopf an, reichen etwa bis zum Fang.

Die dunklen Augen zeigen einen aufmerksamen, klaren Ausdruck. Der Fang ist kräftig mit geradem Nasenrücken und gut pigmentiertem Nasenspiegel. Der Rumpf ist geringfügig länger als hoch, mit gut gewölbtem Brustkorb und straffem Rücken. Die Rute wird leicht gebogen getragen und ist an der Unterseite etwas stärker behaart (Bürste).

Das Fell besteht aus dichtem, doppelschichtigem Stockhaar mit guter Unterwolle, die optimalen Schutz gegen Kälte, Nässe und Dornengestrüpp bietet. Laut Rassestandard sind zwei Farbvarianten zugelassen: Schwarz mit rotem bis fahlgelbem Brand sowie Rot, das mit oder ohne schwarze Stichelung auftreten darf. Der Brand muss stets klar vom Grundton abgegrenzt sein.

Charakter & Wesen

Die Tiroler Bracke ist ein passionierter, spurlauter Jagdhund mit herausragendem Orientierungssinn und enormer Ausdauer. Ihr Wesen ist geprägt von einer tiefen Verbundenheit mit ihrem Führer – sie gilt als ausgesprochen treu und anhänglich. Im Haus zeigt sie sich ruhig und ausgeglichen, im Feld hingegen verwandelt sie sich in einen unermüdlichen, eifrigen Arbeitshund.

Ihre Nasenleistung ist bemerkenswert. Die Bracke arbeitet sowohl auf der Fährte von Hase und Fuchs als auch auf der Schweißfährte von Schalenwild zuverlässig und ausdauernd. Dabei zeigt sie eine hohe Selbstständigkeit, die beim Brackieren – dem selbstständigen Suchen und lauten Jagen auf der Fährte – unverzichtbar ist. Gleichzeitig bleibt sie führerbezogen und fügsam.

Im Umgang mit der Familie ist die Tiroler Bracke freundlich und geduldig. Gegenüber Fremden verhält sie sich zunächst zurückhaltend, ohne dabei aggressiv zu sein. Ein gewisser Wachinstinkt ist vorhanden, doch primär ist sie Jagdhund und kein Wachhund. Sie versteht sich in der Regel gut mit anderen Hunden, da sie traditionell in Meuten oder zumindest paarweise gejagt wurde.

Haltung & Pflege

Die Tiroler Bracke ist kein Hund für die Stadtwohnung. Sie braucht weitläufigen Auslauf und vor allem eine sinnvolle jagdliche Beschäftigung, um körperlich und geistig ausgelastet zu sein. Ideal ist die Haltung durch einen aktiven Jäger, der die Bracke regelmäßig in Revier und Feld arbeiten lässt. Ersatzweise können intensive Nasenarbeit, Fährtentraining oder Mantrailing einen Teil des Beschäftigungsbedarfs decken – die jagdliche Führung ersetzen sie jedoch nicht vollständig.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Das dichte Stockhaar sollte etwa einmal wöchentlich gründlich gebürstet werden, um lose Unterwolle zu entfernen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst empfiehlt sich häufigeres Bürsten. Baden ist nur bei starker Verschmutzung nötig. Ohren, Zähne und Krallen sollten regelmäßig kontrolliert werden – die Hängeohren neigen bei mangelnder Belüftung zu Entzündungen.

Die Erziehung verlangt Konsequenz und Geduld. Die Tiroler Bracke ist intelligent und lernwillig, kann aber auch eigensinnig sein, insbesondere wenn eine Fährte sie ablenkt. Eine frühe Sozialisierung und ein behutsamer, aber klarer Aufbau des Gehorsams bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Ernährung

Die Ernährung der Tiroler Bracke richtet sich nach Alter, Gewicht und Aktivitätslevel. Als aktiver Jagdhund hat sie insbesondere in der Jagdsaison einen erhöhten Energi