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Trab

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Definition und Überblick

Der Trab ist eine der drei Grundgangarten des Pferdes neben Schritt und Galopp. Es handelt sich um eine Zweitakt-Gangart, bei der das Pferd jeweils diagonal gegenüberliegende Beinpaare gleichzeitig vorführt und absetzt. Zwischen den beiden Tritten liegt eine kurze Schwebephase, in der alle vier Hufe den Boden verlassen. Dieser rhythmische Bewegungsablauf erzeugt das typische gleichmäßige Klappern, das beim Traben zu hören ist. Der Trab ist sowohl in der Dressurausbildung als auch im Freizeitreiten und im Pferderennsport eine zentrale Gangart und dient als Grundlage für zahlreiche weiterführende Lektionen.

Biomechanik und Bewegungsablauf

Im Trab bewegt das Pferd seine Beine in diagonalen Paaren: Das linke Vorderbein und das rechte Hinterbein schwingen gleichzeitig nach vorne, gefolgt vom rechten Vorderbein und dem linken Hinterbein. Diese diagonale Fußfolge unterscheidet den Trab grundlegend vom Schritt, der als Viertakt-Gangart ohne Schwebephase abläuft, und vom Galopp, der im Dreitakt erfolgt.

Die Schwebephase ist ein wesentliches Merkmal eines korrekten Trabs. In diesem Moment trägt kein Bein das Gewicht des Pferdes, was dem Trab seine federnde, schwungvolle Qualität verleiht. Die Dauer der Schwebephase variiert je nach Tempo und Ausbildungsstand des Pferdes. Ein gut ausgebildetes Pferd zeigt eine deutlich sichtbare Schwebephase mit ausgeprägter Kadenz.

Die Rückentätigkeit spielt im Trab eine zentrale Rolle. Ein Pferd, das über den Rücken trabt, schwingt mit seiner Rückenmuskulatur elastisch mit und ermöglicht dem Reiter ein angenehmes Sitzen. Verspannungen im Rücken führen dagegen zu einem steifen, stoßenden Bewegungsablauf, der sowohl für Pferd als auch für Reiter belastend ist.

Tempounterschiede im Trab

Die klassische Reitlehre unterscheidet mehrere Tempi innerhalb des Trabs, die sich in Schrittlänge, Schwung und Rahmen des Pferdes unterscheiden:

  • Arbeitstrab: Das Grundtempo in der Ausbildung. Das Pferd bewegt sich in natürlicher Haltung mit gleichmäßigem Rhythmus und ausreichend Schwung. Die Hinterhufe treten etwa in die Spur der Vorderhufe. Der Arbeitstrab ist das Tempo, das junge Pferde zuerst erlernen.
  • Versammelter Trab: Das Pferd verkürzt seinen Rahmen, tritt vermehrt mit der Hinterhand unter den Schwerpunkt und hebt sich in der Vorhand an. Die Tritte werden kürzer, aber erhabener. Die Hinterhufe fußen hinter den Spuren der Vorderhufe. Der versammelte Trab erfordert eine fortgeschrittene Ausbildung und erhebliche Tragkraft der Hinterhand.
  • Mitteltrab: Das Pferd verlängert seinen Rahmen und seine Tritte deutlich gegenüber dem Arbeitstrab. Die Hinterhufe treten über die Spur der Vorderhufe hinaus. Der Schwung nimmt zu, ohne dass das Pferd eilig wird.
  • Starker Trab: Die maximale Rahmenerweiterung im Trab. Das Pferd zeigt größtmögliche Tritte bei voller Schubkraft der Hinterhand. Die Vorhand greift weit nach vorne, die Hinterhufe übertreten die Spur der Vorderhufe deutlich. Der starke Trab ist eine anspruchsvolle Lektion der höheren Dressur.

Sitzformen des Reiters im Trab

Der Trab stellt den Reiter vor eine besondere Herausforderung, da die Schwebephase eine vertikale Bewegung erzeugt, die ausgeglichen werden muss. Hierfür haben sich zwei grundlegende Sitzformen entwickelt:

Beim Leichttraben (auch Entlasten genannt) hebt sich der Reiter im Wechsel aus dem Sattel und setzt sich wieder hin. Dieser Rhythmus – Aufstehen, Hinsetzen, Aufstehen, Hinsetzen – folgt dem Zweitakt des Trabs. Das Leichttraben schont den Pferderücken und wird vor allem bei jungen, noch nicht vollständig bemuskelten Pferden sowie beim Aufwärmen eingesetzt. In der englischen Reitlehre spricht man vom Rising Trot.

Beim Aussitzen bleibt der Reiter durchgehend im Sattel und gleicht die Bewegung des Pferdes durch ein geschmeidiges Mitschwingen der Hüfte und eine elastische Lendenwirbelsäule aus. Das Aussitzen erfordert eine gute Balance, eine lockere Muskulatur und einen unabhängigen Sitz. Im Dressursport ist der ausgesessene Trab ab einem bestimmten Ausbildungsniveau vorgeschrieben.

Eine dritte Variante stellt der Leichte Sitz oder Entlastungssitz dar, bei dem der Reiter sein Gewicht aus dem Sattel nimmt und es über Oberschenkel und Steigbügel abfedert. Diese Sitzform kommt vor allem im Gelände und beim Springreiten zum Einsatz.

Der Trab in Dressur und Ausbildung

In der Dressurarbeit nimmt der Trab eine Schlüsselstellung ein. Viele grundlegende Lektionen werden im Trab erarbeitet: Zirkel, Volten, Schlangenlinien, Seitengänge wie Schulterherein und Travers sowie die Übergänge zwischen den verschiedenen Tempi. Die Qualität des Trabs – Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung – spiegelt den Ausbildungsstand von Pferd und Reiter wider.

Der Piaffe gilt als die höchste Form der Versammlung im Trab. Dabei trabt das Pferd nahezu auf der Stelle mit maximaler Beugung der Hanken und größter Erhabenheit. Die Passage ist ein extrem versammelter, erhabener Trab in Vorwärtsbewegung mit langer Schwebephase. Beide Lektionen gehören zur Hohen Schule und werden in Grand-Prix-Prüfungen gefordert.

Trab im Rennsport und bei speziellen Rassen

Im Trabrennsport werden Pferde – vorwiegend Traber wie der Standardbred, der Orlow-Traber oder der französische Traber – gezielt auf Höchstgeschwindigkeit