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Tränke

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Der Begriff Tränke bezeichnet in der Tierernährung zwei eng miteinander verknüpfte Aspekte: zum einen die Vorrichtung zur Wasserversorgung von Nutz-, Heim- und Wildtieren, zum anderen die flüssige Nahrung selbst, die Tieren verabreicht wird – insbesondere Jungtieren in Form von Milch, Milchaustauscher oder angereicherten Flüssigkeiten. Im engeren futtermitteltechnischen Sinn meint Tränke eine flüssige Futterration, die Nährstoffe wie Protein, Fett, Vitamine und Mineralstoffe in gelöster oder suspendierter Form enthält.

Die Tränke ist ein zentrales Element jeder artgerechten Tierhaltung. Wasser macht je nach Tierart zwischen 50 und 80 Prozent des Körpergewichts aus und ist an praktisch allen Stoffwechselvorgängen beteiligt – von der Thermoregulation über die Verdauung bis zum Transport von Nährstoffen. Eine unzureichende Tränkewasserversorgung führt schneller zu lebensbedrohlichen Zuständen als Futtermangel. Gleichzeitig spielt die Tränke als flüssiges Futtermittel gerade in der Jungtieraufzucht eine entscheidende Rolle, da sie in den ersten Lebenswochen häufig die einzige Nahrungsquelle darstellt und damit als Alleinfuttermittel fungiert.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Bei der Tränke als reinem Tränkewasser steht die chemische und mikrobiologische Qualität im Vordergrund. Trinkwasserqualität ist der Mindeststandard: Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 8,5 liegen, die Gesamtkeimzahl niedrig sein, und Schadstoffe wie Nitrat, Schwermetalle oder Pestizide dürfen festgelegte Grenzwerte nicht überschreiten.

Bei der Tränke als flüssige Futterration – etwa Milchaustauschertränke (MAT) für Kälber, Lämmer oder Ferkel – ist die Nährstoffzusammensetzung klar definiert:

  • Protein: Hochwertige MAT enthalten 20–26 % Rohprotein, meist auf Basis von Magermilchpulver oder Molkenprotein. Die Aminosäurenzusammensetzung sollte dem Bedarf der jeweiligen Tierart entsprechen.
  • Fett: Der Rohfettgehalt liegt typischerweise bei 15–22 %. Fett liefert konzentrierte Energie und fördert die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K).
  • Rohfaser: In flüssigen Tränken ist der Rohfasergehalt naturgemäß sehr gering bis nicht vorhanden. Die Rohfaserversorgung erfolgt über das parallel angebotene Raufutter.
  • Vitamine und Mineralstoffe: Zugesetzte Vitamine (insbesondere A, D₃, E und B-Komplex) sowie Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor, Natrium und Spurenelemente wie Eisen, Zink und Selen sichern eine bedarfsgerechte Versorgung.
  • Zusatzstoffe: Je nach Produkt können probiotische Kulturen, organische Säuren zur Keimhemmung oder Elektrolyte enthalten sein.

Für welche Tiere geeignet?

Tränkewasser benötigt ausnahmslos jedes Tier – von der Honigbiene bis zum Rind. Die flüssige Futtertränke hingegen richtet sich an spezifische Tiergruppen:

  • Kälber: MAT-Tränke ist in der Milchviehhaltung Standard. Kälber erhalten nach der Kolostrumphase über mehrere Wochen Milchaustauscher als Hauptnahrungsquelle.
  • Lämmer und Ziegenlämmer: Bei mutterloser Aufzucht oder unzureichender Milchleistung des Muttertieres wird auf spezielle Lammtränke zurückgegriffen.
  • Ferkel: Ferkel-MAT dient als Ergänzungsfuttermittel bei großen Würfen oder nach dem Absetzen, um den Nährstoffbedarf zu decken.
  • Fohlen: Spezialtränken für Fohlen kommen bei Verwaisten oder milcharmen Stuten zum Einsatz.
  • Geflügel: Küken erhalten über das Tränkewasser häufig Vitamine, Elektrolyte und Aminosäuren als lösliches Ergänzungsfuttermittel.
  • Heimtiere: Aufzuchtmilch für Hundewelpen und Katzenkitten folgt dem gleichen Prinzip – angepasste Nährstoffprofile in flüssiger Form.

Fütterungsempfehlung

Die Futtermenge und das Fütterungsintervall bei flüssiger Tränke richten sich nach Tierart, Alter und Körpergewicht. Als Orientierung für Kälber gilt:

  • Erste Lebensstunde: Mindestens 3–4 Liter Kolostrum, idealerweise innerhalb von 30 Minuten nach der Geburt.
  • Erste zwei Lebenswochen: 6–8 Liter MAT-Tränke täglich, aufgeteilt auf zwei bis drei Mahlzeiten.
  • Ab der dritten Woche: Schrittweise Reduktion parallel zur steigenden Aufnahme von Kraft- und Raufutter.
  • Tränketemperatur: 38–40 °C – sie entspricht der natürlichen Körpertemperatur und fördert die optimale Verdauung im Labmagen.
  • Anmischkonzentration: Herstellerangaben exakt einhalten, in der Regel 120–150 g Pulver je Liter Wasser.

Für das Tränkewasser gelten als Richtwerte: Milchkühe benötigen 80–150 Liter pro Tag, Pferde 30–60 Liter, Schweine 6–12 Liter, Schafe 4–10 Liter und Hühner etwa 200–300 ml. Diese Werte schwanken erheblich in Abhängigkeit von Temperatur, Laktationsstand, Futterzusammensetzung und Leistungsniveau.

Vorteile & Nachteile