Vallisneria
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Definition und Überblick
Vallisneria ist eine Gattung submers (untergetaucht) lebender Wasserpflanzen aus der Familie der Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae). Die Gattung umfasst je nach taxonomischer Auffassung zwischen sechs und fünfzehn Arten, die in tropischen, subtropischen und gemäßigten Zonen weltweit verbreitet sind. Im deutschsprachigen Raum ist Vallisneria unter den Bezeichnungen Wasserschraube, Sumpfschraube oder schlicht Vallisnerie bekannt. In der Aquaristik gehört die Gattung zu den am häufigsten eingesetzten Hintergrundpflanzen und gilt als ausgesprochen pflegeleicht, weshalb sie oft als Einstiegspflanze für Anfänger empfohlen wird.
Systematik und Artenvielfalt
Innerhalb der Familie Hydrocharitaceae steht Vallisneria in enger verwandtschaftlicher Beziehung zu anderen aquatischen Gattungen wie Hydrilla und Najas. Die bekanntesten und in der Aquaristik am weitesten verbreiteten Arten sind:
- Vallisneria spiralis – die Gewöhnliche Wasserschraube, ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika, mit schmalen, bandförmigen Blättern und spiralförmig gewundenen Blütenstielen
- Vallisneria gigantea (heute oft als V. americana var. oder eigenständige Art geführt) – die Riesenwasserschraube, mit Blättern, die in großen Aquarien über einen Meter lang werden können
- Vallisneria nana – eine vergleichsweise kleinbleibende Art aus Nordaustralien, gut geeignet für kleinere Becken
- Vallisneria americana – in Nordamerika heimisch, mit variabel breiten Blättern
- Vallisneria asiatica – aus Ostasien, oft mit auffällig gedrehten oder gekräuselten Blättern, die im Handel häufig als „Twisted Vallisneria" angeboten wird
Die taxonomische Abgrenzung einzelner Arten ist nicht immer eindeutig, da Vallisneria-Arten je nach Standortbedingungen eine erhebliche morphologische Variabilität zeigen. In Aquariengeschäften und Online-Shops kursieren daher zahlreiche Handelsbezeichnungen, die nicht immer der aktuellen botanischen Nomenklatur entsprechen.
Morphologie und Wuchsform
Vallisneria-Arten bilden rosettenförmige Blattbüschel, die einem kurzen, kräftigen Rhizom entspringen. Die Blätter sind bandförmig, ganzrandig oder fein gezähnt und erreichen je nach Art eine Länge von 20 cm (V. nana) bis weit über 100 cm (V. gigantea). Die Blattfarbe variiert von hellgrün über mittelgrün bis dunkelgrün; unter starker Beleuchtung können rötliche Farbtöne auftreten. Die Blattbreite liegt je nach Art zwischen 5 und 20 mm.
Ein charakteristisches Merkmal der Gattung ist die Bestäubungsbiologie: Die weiblichen Blüten sitzen an langen, spiralförmig gewundenen Stielen, die bis zur Wasseroberfläche reichen. Die winzigen männlichen Blüten lösen sich dagegen von der Mutterpflanze und treiben frei zur Oberfläche, wo sie durch Oberflächenströmung zu den weiblichen Blüten transportiert werden. Diese hydrophile Bestäubung ist im Aquarium allerdings selten zu beobachten, da sich Vallisneria dort fast ausschließlich vegetativ über Ausläufer (Stolonen) vermehrt.
Haltung im Aquarium
Vallisneria zählt zu den anspruchslosesten Aquarienpflanzen und gedeiht unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Sie eignet sich für tropische Süßwasseraquarien ebenso wie für unbeheizte Kaltwasserbecken und unter bestimmten Voraussetzungen sogar für Gartenteiche in milden Klimazonen.
Die wichtigsten Haltungsparameter im Überblick:
- Temperatur: 15–30 °C, je nach Art; die meisten Handelsarten vertragen den typischen Aquarienbereich von 22–28 °C problemlos
- Wasserhärte: Vallisneria bevorzugt mittelhartes bis hartes Wasser (ab 5 °dGH). In sehr weichem, saurem Wasser wächst sie deutlich schlechter oder geht ein
- pH-Wert: 6,5–8,5; alkalische Bedingungen werden gut toleriert, stark saures Milieu wird nicht vertragen
- Beleuchtung: gering bis stark; bei schwacher Beleuchtung wachsen die Blätter stärker in die Länge, bei starker Beleuchtung bleibt der Wuchs kompakter
- Bodengrund: feiner bis mittlerer Kies oder Sand; nährstoffhaltiger Bodengrund (Soil, Laterit, Düngekugeln) fördert das Wachstum, ist aber nicht zwingend nötig
- CO₂-Düngung: nicht erforderlich, aber wachstumsfördernd
Ein oft genannter Praxistipp: Vallisneria reagiert empfindlich auf hohe Konzentrationen von Glutaraldehyd, das in manchen flüssigen Kohlenstoffdüngern als Wirkstoff enthalten ist. Wer solche Präparate einsetzt, sollte mit niedrigen Dosierungen beginnen und die Pflanzen beobachten.
Vermehrung
Im Aquarium vermehrt sich Vallisneria vorwiegend vegetativ über Ausläufer. Aus dem Wurzelbereich der Mutterpflanze wachsen unterirdische oder knapp über dem Substrat liegende Stolonen, an deren Enden sich Tochterpflanzen bilden. Diese Kindel bilden rasch eigene Wurzeln und können nach Erreichen einer Höhe von etwa 5–10 cm von der Mutterpflanze getrennt und umgesetzt werden. Unter guten Bedingungen verbreitet sich Vallisneria sehr schnell und kann in wenigen Wochen dichte Bestände ausbilden. Ein regelmäßiges Ausdünnen ist daher ratsam, um andere Pflanzen im Becken nicht zu verdrängen und ausreichende Wasserzirkulation zu gewährleisten.
Gestaltung und Verwendung im Aquascaping
Aufgrund ihrer langen, grasartigen Blätter wird Vallisneria überwieg