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Vitamin A

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Vitamin A gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine und erfüllt im tierischen Organismus eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen. Chemisch betrachtet handelt es sich um Retinol und seine biologisch aktiven Derivate Retinal und Retinsäure. Im Pflanzenfutter liegt Vitamin A nicht direkt vor, sondern in Form von Provitaminen – den Carotinoiden, allen voran Beta-Carotin. Diese Vorstufen werden im Darm und in der Leber enzymatisch in verwertbares Retinol umgewandelt. Die Umwandlungsrate unterscheidet sich dabei erheblich zwischen den Tierarten: Während Rinder und Pferde Beta-Carotin relativ effizient konvertieren, können Katzen diese Umwandlung praktisch nicht leisten und sind auf präformiertes Vitamin A aus tierischen Quellen angewiesen.

Vitamin A ist essenziell für die Aufrechterhaltung der Sehfunktion, das Zellwachstum, die Differenzierung von Epithelgeweben, die Reproduktion und die Immunabwehr. Ein Mangel führt je nach Tierart zu Nachtblindheit, Hautveränderungen, Fruchtbarkeitsstörungen und erhöhter Infektanfälligkeit. Gleichzeitig ist Vitamin A aufgrund seiner Fettlöslichkeit speicherbar – vor allem in der Leber – und kann bei übermäßiger Zufuhr toxisch wirken. Die richtige Dosierung innerhalb der Futterration ist daher von zentraler Bedeutung.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Vitamin A wird in internationalen Einheiten (IE) oder Mikrogramm Retinoläquivalent (µg RE) angegeben. 1 IE Vitamin A entspricht 0,3 µg Retinol. In Futtermitteln kommt es in zwei Formen vor:

  • Präformiertes Vitamin A (Retinol, Retinylester): Enthalten in tierischen Rohstoffen wie Leber, Fischöl, Eigelb und Milchprodukten. Leber ist mit Abstand die reichhaltigste natürliche Quelle – Rinderleber enthält etwa 15.000–50.000 IE pro 100 g.
  • Provitamin A (Beta-Carotin und andere Carotinoide): Enthalten in Grünfutter, Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis und Luzerne. Die Umwandlungseffizienz variiert: Bei Rindern gilt ein Verhältnis von etwa 1 mg Beta-Carotin zu 400 IE Vitamin A, beim Geflügel liegt die Konversionsrate deutlich niedriger.

In kommerziellen Alleinfuttermitteln und Ergänzungsfuttermitteln wird Vitamin A meist als synthetisches Retinylacetat oder Retinylpalmitat zugesetzt. Diese stabilisierten Formen sind in Vormischungen (Premixen) eingebettet und gegen Oxidation geschützt, da Vitamin A empfindlich gegenüber Licht, Sauerstoff und Hitze ist. Der Gehalt wird auf der Deklaration unter den Zusatzstoffen als „Vitamin A" mit IE-Angabe pro Kilogramm Futter ausgewiesen.

Für welche Tiere geeignet?

Sämtliche Wirbeltiere benötigen Vitamin A. Die spezifischen Anforderungen unterscheiden sich jedoch erheblich:

  • Hunde: Können Beta-Carotin in Retinol umwandeln, benötigen aber regelmäßig Vitamin A über die Nahrung. Der Bedarf liegt bei etwa 5.000 IE pro Kilogramm Futter (Trockenmasse).
  • Katzen: Obligate Karnivoren ohne funktionsfähige Beta-Carotin-Dioxygenase. Sie sind vollständig auf tierische Vitamin-A-Quellen angewiesen. Der Mindestbedarf beträgt rund 3.300 IE/kg Futter, wobei die toxische Schwelle bereits bei 100.000 IE/kg beginnt.
  • Pferde: Decken ihren Bedarf im Sommer überwiegend über Beta-Carotin aus Weidegras. In der Stallhaltungsperiode sinkt die Carotinoidversorgung über Heu deutlich ab, sodass eine gezielte Ergänzung über Mineralfutter sinnvoll ist.
  • Rinder: Besonders in der Hochträchtigkeit und Laktation steigt der Vitamin-A-Bedarf stark an. Silage liefert je nach Qualität unterschiedliche Mengen Beta-Carotin; Maissilage enthält deutlich weniger als Grassilage.
  • Geflügel: Legehennen und Mastgeflügel haben einen hohen Bedarf für die Eibildung und das Federwachstum. Typische Empfehlungen liegen bei 8.000–12.000 IE/kg Alleinfutter.
  • Reptilien: Der Bedarf ist artspezifisch sehr unterschiedlich. Insbesondere bei Schildkröten und Chamäleons treten Vitamin-A-Mangelerscheinungen in der Heimtierhaltung häufig auf.

Fütterungsempfehlung

Die Vitamin-A-Versorgung sollte stets im Kontext der gesamten Futterration betrachtet werden. Bei Verwendung eines bedarfsgerecht zusammengesetzten Alleinfuttermittels ist eine zusätzliche Supplementierung in der Regel nicht notwendig und kann sogar schädlich sein. Anders verhält es sich bei selbst zusammengestellten Rationen (BARF, Frischfütterung) oder bei reiner Heufütterung ohne Mineralfutterzugabe.

Als Orientierung gelten folgende Richtwerte für die tägliche Futtermenge:

  • Hund (20 kg): 2.000–4.000 IE täglich
  • Katze (4 kg): 800–1.600 IE täglich
  • Pferd (500 kg): 30.000–60.000 IE täglich, abhängig von Leistung und Haltung
  • Milchkuh: 75.000–120.000 IE täglich je nach Laktationsstadium

Beim Fütterungsintervall ist zu beachten, dass Vitamin A in der Leber gespeichert wird. Eine tägliche Zufuhr ist ideal, doch kurzfristige Schwankungen werden durch die Leberspeicher ausgeglichen. Eine wöchentliche Gabe von Leber – etwa einmal pro Woche in kleinen Mengen – reicht bei Hunden und Katzen häufig aus, um den Bedarf zu decken, ohne eine Überversorgung zu riskieren.

Vorteile & Nachteile

Vorteile einer bedarfsgerechten Vitamin-A-Versorgung: