Vitamin K
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Definition & Überblick
Vitamin K gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine und spielt eine zentrale Rolle in der Blutgerinnung, im Knochenstoffwechsel und bei verschiedenen enzymatischen Prozessen im Tierkörper. Der Buchstabe „K" leitet sich vom dänischen Wort „Koagulation" ab – ein direkter Hinweis auf die wichtigste biologische Funktion dieses Nährstoffs. Ohne ausreichende Vitamin-K-Versorgung können Tiere an schweren, teils lebensbedrohlichen Gerinnungsstörungen erkranken.
In der Tierernährung unterscheidet man drei Formen: Vitamin K1 (Phyllochinon), das natürlicherweise in grünen Pflanzen vorkommt, Vitamin K2 (Menachinon), das von Bakterien im Darm synthetisiert wird, sowie Vitamin K3 (Menadion), eine synthetische Vorstufe, die in vielen Ergänzungsfuttermitteln und Alleinfuttermitteln eingesetzt wird. Alle drei Formen werden im Dünndarm resorbiert, wobei die Aufnahme – wie bei allen fettlöslichen Vitaminen – an das Vorhandensein von Fett in der Futterration gebunden ist.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Vitamin K ist kein einzelner Stoff, sondern eine Gruppe chemisch verwandter Verbindungen mit einer gemeinsamen Naphthochinon-Grundstruktur. Die für die Tierernährung relevanten Formen unterscheiden sich in ihrer Seitenkette und damit in ihrer Bioverfügbarkeit:
- Vitamin K1 (Phyllochinon): Kommt in Luzerne, Grünkohl, Spinat, Brennnesseln und frischem Weidegras vor. Besonders reich an K1 sind dunkelgrüne Blattgemüse und Gräser. Der Gehalt schwankt je nach Vegetationsphase und Trocknung – Heu verliert durch Lagerung und Lichteinwirkung einen Teil seines Vitamin-K1-Gehalts.
- Vitamin K2 (Menachinon): Wird von Darmbakterien, insbesondere im Dickdarm von Wiederkäuern und Pferden, synthetisiert. Auch fermentierte Futtermittel wie Grassilage enthalten relevante Mengen.
- Vitamin K3 (Menadion): Die synthetische Provitamin-Form wird als Menadion-Natriumbisulfit oder Menadion-Nicotinamid-Bisulfit in Mischfuttermitteln und Mineralfutterzusätzen eingesetzt. Sie muss im Körper erst in die aktive Form umgewandelt werden.
Die Wechselwirkungen mit anderen Nährstoffen sind bedeutsam: Vitamin K arbeitet synergistisch mit Vitamin D und Calcium im Knochenstoffwechsel. Gleichzeitig können hohe Dosen von Vitamin A und Vitamin E die Aufnahme und Verwertung von Vitamin K hemmen. Ein ausgewogenes Verhältnis aller fettlöslichen Vitamine in der Futterration ist daher entscheidend.
Für welche Tiere geeignet?
Grundsätzlich benötigen alle Wirbeltiere Vitamin K. Der Bedarf und die Versorgungswege unterscheiden sich jedoch erheblich:
- Hunde und Katzen: Decken ihren Bedarf größtenteils über hochwertiges Alleinfuttermittel. Bei Vergiftungen mit Rattengift (Cumarin-Derivate) ist Vitamin K1 das lebensrettende Gegenmittel. Katzen reagieren empfindlich auf Vitamin K3 in hohen Dosen.
- Pferde: Synthetisieren im Dickdarm über die Darmflora ausreichend Vitamin K2. Zusätzlich liefert Weidegras und gutes Heu Phyllochinon. Ein Mangel tritt selten auf, kann aber nach längerer Antibiotikabehandlung entstehen.
- Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen): Die Pansenmikroben produzieren große Mengen Vitamin K2. Klinische Mangelerscheinungen treten fast ausschließlich bei Aufnahme von verschimmeltem Süßklee auf, der das Vitamin-K-Gegenspieler Dicumarol enthält.
- Geflügel: Hühner, Puten und andere Vögel haben einen vergleichsweise hohen Vitamin-K-Bedarf und eine begrenzte mikrobielle Synthese im Darm. Hier ist die Supplementierung über das Mischfutter besonders wichtig – typischerweise als Vitamin K3.
- Kaninchen und Meerschweinchen: Nehmen über Grünfutter und die Aufnahme von Blinddarmkot (Caecotrophie) in der Regel ausreichend Vitamin K auf.
Fütterungsempfehlung
Der Vitamin-K-Bedarf wird in Mikrogramm (µg) oder Milligramm (mg) pro Kilogramm Futter-Trockensubstanz angegeben. Richtwerte in der Praxis:
- Hunde: ca. 1–2 mg Vitamin K pro kg Trockensubstanz der Gesamtfutterration
- Katzen: ca. 0,1 mg pro kg Körpergewicht und Tag bei therapeutischem Einsatz; über handelsübliches Alleinfuttermittel normalerweise abgedeckt
- Geflügel: 1–4 mg Menadion pro kg Mischfutter, abhängig von Leistungsstadium und Tierart
- Pferde und Wiederkäuer: Keine routinemäßige Supplementierung nötig bei bedarfsgerechter Grundfütterung mit qualitativ hochwertigem Raufutter
Die Futtermenge und das Fütterungsintervall beeinflussen die Vitamin-K-Versorgung indirekt: Mehrere kleinere Mahlzeiten mit moderatem Fettgehalt verbessern die Resorption fettlöslicher Vitamine gegenüber einer einzigen großen Mahlzeit. Bei therapeutischem Einsatz – etwa nach Cumarin-Vergiftungen – wird Vitamin K1 meist parenteral vom Tierarzt verabreicht, bevor auf orale Gabe umgestellt wird.
Vorteile & Nachteile
Vorteile einer bedarfsgerechten Vitamin-K-Versorgung:
- Sicherstellung einer normalen Blutgerinnung und Schutz vor inneren Blutungen
- Unterstützung des Knochenstoffwechsels durch Aktivierung von Osteocalcin
- Bei Geflügel: Verringerung von Blutfl