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Volierenhaltung

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Haltung & Pflege > Unterbringung – allgemein

Definition & Überblick

Unter Volierenhaltung versteht man die Unterbringung von Vögeln – seltener auch von kleinen Säugetieren oder Reptilien – in einem großräumigen, meist begehbaren Gehege, das deutlich mehr Platz bietet als ein herkömmlicher Käfig. Eine Voliere kann im Innenbereich (Zimmervoliere), im Außenbereich (Außenvoliere) oder als kombinierte Anlage mit angeschlossenem Schutzraum errichtet werden. Ziel der Volierenhaltung ist es, den Tieren eine artgerechte Unterbringung zu ermöglichen, die ihrem natürlichen Bewegungsdrang, ihrem Sozialverhalten und ihrem Beschäftigungsbedürfnis so weit wie möglich entspricht.

Im Vergleich zur reinen Käfighaltung gilt die Volierenhaltung als tierschutzgerechter, weil sie den Tieren Flugstrecken, Klettermöglichkeiten und ein deutlich größeres Raumangebot zur Verfügung stellt. In der Vogelhaltung hat sie sich sowohl bei Wellensittichen, Nymphensittichen und Kanarienvögeln als auch bei anspruchsvolleren Arten wie Amazonen, Aras und verschiedenen Weichfressern als Standard etabliert. Auch in der Geflügelhaltung – etwa bei Wachteln oder Ziergeflügel – spielt die Voliere eine wichtige Rolle.

Grundlagen & Voraussetzungen

Bevor eine Voliere angeschafft oder gebaut wird, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden:

  • Mindestmaße: Die Voliere muss den gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechen. In Deutschland regelt das Tierschutzgesetz in Verbindung mit dem Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien und Kleinvögeln die Maße. Grundsätzlich gilt: Je größer, desto besser. Die Länge der Voliere ist dabei wichtiger als die Höhe, da die meisten Vögel horizontal fliegen.
  • Tierart und Gruppengröße: Schwarmvögel wie Wellensittiche oder Zebrafinken benötigen Gesellschaft und entsprechend mehr Raum. Einzelgängerische Arten stellen andere Anforderungen an Sichtschutz und Rückzugsmöglichkeiten.
  • Standort: Eine Zimmervoliere sollte an einem hellen, zugluftfreien Platz stehen, der nicht direkt über einer Heizung oder in praller Sonne liegt. Außenvolieren benötigen einen frostsicheren Schutzraum, in den sich die Tiere bei Kälte, Nässe oder starkem Wind zurückziehen können.
  • Material: Gängig sind Konstruktionen aus Aluminium, Edelstahl oder pulverbeschichtetem Stahl mit Gitter- oder Drahtbespannung. Verzinkter Draht kann bei manchen Vogelarten zu Zinkvergiftungen führen – hier ist Edelstahlgitter die sicherere Wahl. Die Maschenweite muss so gewählt werden, dass kein Tier hindurchschlüpfen oder sich einklemmen kann.
  • Genehmigungen: Für fest installierte Außenvolieren kann je nach Gemeinde eine Baugenehmigung erforderlich sein. Auch mietrechtliche Fragen sollten vorab geklärt werden.

Praktische Umsetzung

Die Einrichtung einer Voliere orientiert sich an den natürlichen Bedürfnissen der gehaltenen Tierart. Für Vögel bedeutet das konkret:

  • Sitzstangen und Äste: Naturäste verschiedener Durchmesser – etwa von ungespritzten Obstbäumen, Weide oder Haselnuss – trainieren die Fußmuskulatur und bieten gleichzeitig Beschäftigung durch Nagen und Schreddern.
  • Futter- und Wasserstellen: Mehrere Futter- und Trinknäpfe an unterschiedlichen Positionen verhindern Futterneid und fördern die Bewegung. Badehäuser oder flache Schalen ermöglichen die Gefiederpflege.
  • Beschäftigungsmaterial: Schaukeln, Seile, Korkröhren, Futterverstecke und Schredderspielzeug beugen Langeweile vor und sind gerade bei Papageienvögeln unverzichtbar, um Verhaltensstörungen wie Federrupfen zu vermeiden.
  • Bodengestaltung: Vogelsand, Buchenholzgranulat oder Hanfeinstreu erleichtern die Reinigung. In Außenvolieren kann ein Naturboden mit Rasen oder Rindenmulch angelegt werden, sofern eine Drainage vorhanden ist.
  • Beleuchtung: In Innenräumen ist eine Vogellampe mit UV-B-Anteil sinnvoll, da normales Fensterglas den für die Vitamin-D-Synthese nötigen UV-Anteil herausfiltert.

Regelmäßige Hygiene ist entscheidend: Futternäpfe werden täglich gereinigt, der Boden mindestens wöchentlich gewechselt. Eine gründliche Desinfektion der gesamten Voliere sollte in Abständen von wenigen Wochen erfolgen – bei Krankheitsfällen sofort.

Häufige Fehler

  • Zu kleine Voliere: Der häufigste Fehler ist eine zu geringe Grundfläche. Viele im Handel angebotene „Volieren" sind kaum größer als ein normaler Käfig und verdienen die Bezeichnung nicht.
  • Falsche Vergesellschaftung: Nicht alle Vogelarten vertragen sich untereinander. Aggressive Arten können ruhigere Mitbewohner stressen, verletzen oder sogar töten. Vor der Vergesellschaftung ist gründliche Recherche oder tierärztliche Beratung nötig.
  • Standortfehler bei Außenvolieren: Ein fehlender Schutzraum, unzureichender Witterungsschutz oder die Errichtung an einem von Raubtieren leicht erreichbaren Ort gefährden die Tiere. Marder und Ratten können sich durch erstaunlich kleine Öffnungen zwängen.
  • Mangelnde Beschäftigung: Eine große, aber leere Voliere ist nur bedingt artgerecht. Ohne Strukturierung, Auslauf-Möglichkeiten und Spielmaterial verkümmern die Tiere psychisch.
  • Vergiftungsgefahr: Giftpflanzen in der Voliere, bleihaltiger Draht, behandeltes Holz oder Dämpfe aus Teflonpfannen in der Nähe können für Vögel tödlich sein.