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Volte

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Sport & Training > Reiten & Pferdesport

Definition und Überblick

Die Volte ist eine der grundlegenden Hufschlagfiguren im Reitsport. Sie beschreibt einen Kreis mit einem Durchmesser von sechs, acht oder zehn Metern, den das Pferd auf einer gleichmäßig gebogenen Linie durchreitet. Als kleinste im Dressurviereck gerittene Kreisfigur stellt die Volte hohe Anforderungen an die Geschmeidigkeit, das Gleichgewicht und die Längsbiegung des Pferdes. Sie gehört zum Standardrepertoire der klassischen Dressurausbildung und findet sich in nahezu allen Dressurprüfungen – von der Klasse A bis zum Grand Prix.

Abzugrenzen ist die Volte vom Zirkel, der einen Durchmesser von 20 Metern aufweist, sowie vom Mittelzirkel mit 15 Metern und dem verkleinerten Zirkel mit 12 Metern Durchmesser. Je kleiner der Kreis, desto mehr Versammlungsfähigkeit und Biegsamkeit muss das Pferd mitbringen.

Ausführung und Technik

Beim Reiten einer Volte verlässt das Pferd den Hufschlag an einem definierten Punkt, beschreibt einen gleichmäßigen Kreis und kehrt exakt an denselben Punkt zurück. Die Hinterhufe sollen dabei in der Spur der Vorderhufe treten – das sogenannte Spurtreuen. Gelingt dies, befindet sich das Pferd in einer korrekten Längsbiegung, bei der es von der Nase bis zum Schweif gleichmäßig dem Kreisbogen folgt.

Der Reiter leitet die Volte durch ein Zusammenspiel der Hilfen ein:

  • Innerer Schenkel: Er liegt am Gurt und sorgt für die Biegung um den inneren Schenkel herum. Das Pferd soll sich um diesen Schenkel biegen wie um eine Säule.
  • Äußerer Schenkel: Er liegt eine Handbreit hinter dem Gurt und verhindert das Ausfallen der Hinterhand nach außen. Er begrenzt und rahmt das Pferd.
  • Innerer Zügel: Er gibt die Stellung, also die leichte Innenflexion im Genick, vor. Die Stellung darf nur so weit gehen, dass der Reiter das innere Auge des Pferdes gerade noch erkennen kann.
  • Äußerer Zügel: Er begrenzt die Stellung und kontrolliert das Tempo. Ohne den äußeren Zügel würde das Pferd über die äußere Schulter ausweichen.
  • Gewichtshilfe: Der Reiter belastet den inneren Gesäßknochen vermehrt und dreht seinen Oberkörper leicht in die Bewegungsrichtung.

Ein häufiger Fehler ist das Reiten von eiförmigen oder eckigen Figuren statt eines runden Kreises. Ebenso problematisch sind ein Kippen des Pferdehalses nach innen ohne echte Körperbiegung oder ein Herausdrängen der Hinterhand nach außen.

Anforderungen an das Pferd

Die Volte verlangt vom Pferd ein hohes Maß an Durchlässigkeit, Balance und Geschmeidigkeit. Auf dem kleinen Kreis muss das innere Hinterbein vermehrt Last aufnehmen und unter den Schwerpunkt treten. Damit wirkt die Volte als gymnastische Übung, die die Tragkraft der Hinterhand fördert und die Versammlungsfähigkeit verbessert.

Junge oder noch nicht ausreichend ausgebildete Pferde sollten zunächst nur größere Volten mit zehn Metern Durchmesser gehen. Sechs-Meter-Volten sind der höheren Ausbildung vorbehalten und werden in der Regel erst ab der Klasse M in Dressurprüfungen gefordert. Die Gelenke, Sehnen und Bänder des Pferdes – insbesondere die des inneren Hinterbeins und der Sprunggelenke – werden auf kleinen Kreislinien stark beansprucht. Eine zu frühe oder zu häufige Anforderung kleiner Volten kann zu Überlastungsschäden führen.

In allen drei Grundgangarten – Schritt, Trab und Galopp – kann die Volte geritten werden. Im Galopp ist die korrekte Ausführung besonders anspruchsvoll, da das Pferd hier im Handgalopp – also im zur Biegungsrichtung passenden Galopp – bleiben und seinen Dreitakt beibehalten muss, ohne in einen Viertaktgalopp zu verfallen.

Die Volte in der Dressurausbildung

In der Ausbildungsskala des Pferdes dient die Volte vorrangig den Punkten Schwung, Geraderichtung und Versammlung. So paradox es klingen mag: Gerade durch das Biegen auf dem Kreis wird das Pferd geradegerichtet, da es lernt, die natürliche Schiefe zu überwinden. Auf der Volte lässt sich überprüfen, ob das Pferd gleichmäßig an beiden Zügeln steht und sich auf beiden Händen gleich gut biegen lässt.

In Dressurprüfungen wird die Volte nach mehreren Kriterien bewertet: Gleichmäßigkeit der Kreislinie, korrekte Größe, Qualität der Biegung, Erhaltung von Takt und Rhythmus, Anlehnung sowie die Selbsthaltung des Pferdes. Ein typischer Abzug erfolgt, wenn die Volte zu groß oder zu klein geraten ist, das Pferd den Takt verliert oder die Hinterhand ausweicht.

In der Arbeitsreitweise und der Westernreiterei finden sich verwandte Übungen. Der Spin im Reining etwa ist eine extrem schnelle Drehung auf der Hinterhand, die zwar optisch wenig mit der Dressurvolte gemein hat, aber ähnliche Anforderungen an die Geschmeidigkeit und Reaktionsbereitschaft des Pferdes stellt.

Varianten und verwandte Figuren

Neben der einfachen Volte existieren mehrere Varianten und Weiterentwicklungen:

  • Doppelte Volte: Zwei Volten werden direkt hintereinander am selben Punkt geritten, oft zur Verbesserung der Biegung und als Korrekturhilfe.
  • Volte mit Übergang: Innerhalb der Volte wird ein Tempowechsel geritten, etwa vom Arbeitstrab in den versammelten Trab.
  • Volte als Vorb