Wasserfreund
WAquarien- & Teichpflanzen > Aquarien- & Teichpflanzen
Definition und Überblick
Der Wasserfreund (Gattung Hygrophila) gehört zur Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae) und umfasst rund 80 bis 100 Arten tropischer und subtropischer Wasserpflanzen. In der Aquaristik zählt die Gattung zu den beliebtesten und am weitesten verbreiteten Aquarienpflanzen überhaupt. Der deutsche Name „Wasserfreund" leitet sich aus dem griechischen Gattungsnamen ab: hygros bedeutet „feucht" und philos „liebend". Wasserfreunde besiedeln in ihrer natürlichen Umgebung Flussufer, überschwemmte Wiesen, Sumpfgebiete und stehende Gewässer in Südostasien, Afrika und Mittelamerika. Einige Arten wachsen sowohl submers (unter Wasser) als auch emers (über Wasser), was sie für Aquarien, Paludarien und Gartenteiche gleichermaßen interessant macht.
Verbreitung und natürlicher Lebensraum
Die meisten in der Aquaristik gepflegten Hygrophila-Arten stammen aus Südostasien, insbesondere aus Indien, Sri Lanka, Thailand und Indonesien. Einzelne Arten wie Hygrophila costata sind in Mittel- und Südamerika heimisch, während Hygrophila auriculata vor allem in Afrika und auf dem indischen Subkontinent vorkommt.
In der Natur besiedeln Wasserfreunde bevorzugt flache, nährstoffreiche Gewässer mit weichem bis mittelhartem Wasser. Häufig finden sie sich an Flussufern, in Reisfeldern, saisonalen Überflutungsflächen und langsam fließenden Bächen. Je nach Wasserstand wechseln viele Arten zwischen der submersen und der emersen Wuchsform – ein Phänomen, das als Heterophyllie bezeichnet wird. Die untergetauchten Blätter unterscheiden sich dabei oft deutlich in Form, Farbe und Textur von den über Wasser wachsenden Blättern.
Beliebte Arten in der Aquaristik
- Hygrophila polysperma (Indischer Wasserfreund): Die wohl bekannteste und anspruchsloseste Art. Sie wächst schnell, toleriert ein breites Spektrum an Wasserwerten und eignet sich hervorragend für Einsteiger. In der EU unterliegt diese Art allerdings seit 2016 der Verordnung über invasive gebietsfremde Arten und darf nicht mehr gehandelt werden.
- Hygrophila corymbosa (Großer Wasserfreund, Riesenwasserfreund): Eine kräftige, großblättrige Art, die in verschiedenen Varianten wie „Siamensis", „Stricta" oder „Kompakt" im Handel erhältlich ist. Sie erreicht Wuchshöhen von 30 bis 50 cm und eignet sich gut als Hintergrundpflanze.
- Hygrophila difformis (Indischer Wasserwedel): Auffällig durch die tief eingeschnittenen, farnähnlichen Blätter im submersen Zustand. Emers bildet die Pflanze dagegen einfache, gezähnte Blätter – ein besonders eindrückliches Beispiel für Heterophyllie.
- Hygrophila pinnatifida: Eine vergleichsweise junge Art in der Aquaristik, die durch ihre fiederspaltigen, rotbraunen Blätter auffällt. Sie wächst langsamer als andere Hygrophila-Arten und lässt sich auch auf Steinen oder Wurzelholz aufbinden.
- Hygrophila lancea „Araguaia": Eine schmalblättrige Art mit rötlicher Färbung bei starker Beleuchtung. Sie bleibt relativ kompakt und eignet sich für den Mittelgrund.
Pflege und Kulturbedingungen
Wasserfreunde gelten in der Mehrzahl als pflegeleichte Aquarienpflanzen, die auch Anfängern kaum Probleme bereiten. Die grundlegenden Kulturansprüche lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Beleuchtung: Die meisten Arten gedeihen bei mittlerer bis starker Beleuchtung (0,3–0,8 Watt pro Liter bzw. 30–60 Lumen pro Liter). Bei schwachem Licht neigen viele Hygrophila-Arten zum Vergeilen – die Internodien strecken sich, und die unteren Blätter fallen ab.
- Wassertemperatur: Ideal sind 22 bis 28 °C. Einige Arten wie H. polysperma tolerieren auch kühlere Temperaturen bis etwa 18 °C und kommen deshalb prinzipiell für unbeheizte Becken infrage.
- Wasserhärte und pH-Wert: Die Gattung zeigt eine breite Toleranz. Weiches bis mittelhartes Wasser (2–15 °dGH) bei einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 ist für die meisten Arten geeignet.
- Nährstoffversorgung: Als schnellwüchsige Stängelpflanzen haben Wasserfreunde einen hohen Nährstoffbedarf. Eine regelmäßige Düngung mit Makro- und Mikronährstoffen ist empfehlenswert. Besonders Eisen und Kalium fördern kräftiges Wachstum und satte Blattfärbung. Eine CO₂-Düngung ist bei vielen Arten nicht zwingend nötig, beschleunigt das Wachstum aber erheblich.
- Bodengrund: Feiner bis mittlerer Kies oder nährstoffreicher Aquariensoil sind gleichermaßen geeignet. Die Pflanzen bilden kräftige Wurzeln und profitieren von einem nährstoffhaltigen Substrat.
Vermehrung
Die Vermehrung von Hygrophila-Arten ist denkbar einfach und erfolgt in der Regel vegetativ über Kopfstecklinge. Dazu wird der Stängel unterhalb eines Blattknotens (Nodium) abgeschnitten und der abgetrennte Trieb in den Bodengrund gesteckt. Innerhalb weniger Tage bilden sich an den Blattknoten neue Wurzeln. Auch Seitentriebe, die an den Blattachseln entstehen, lassen sich abtrennen und separat einpflanzen. Einige Arten wie H. difformis entwickeln zudem Adventivpflanzen an beschädigten oder abgetrennten Blättern, die auf der Wasseroberfläche treiben.
Verwendung im Aquascape und Aquarium
Durch ihre Vielfalt an Wuchsformen, Bl