Wasserhyazinthe
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Definition und Überblick
Die Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) ist eine freischwimmende Süßwasserpflanze aus der Familie der Pontederiaceae (Wasserhyazinthengewächse). Ursprünglich in den tropischen und subtropischen Regionen Südamerikas beheimatet, hat sie sich als eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen der Welt einen Namen gemacht – sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. In der Aquaristik und Teichgestaltung wird sie wegen ihrer attraktiven Blüten und ihrer Fähigkeit zur Wasserreinigung geschätzt. In vielen warmen Regionen der Erde gilt sie jedoch als invasive Art und zählt laut der IUCN zu den 100 schlimmsten invasiven Spezies weltweit.
Morphologie und Erscheinungsbild
Die Wasserhyazinthe bildet dichte, auf der Wasseroberfläche treibende Rosetten aus ledrigen, glänzend grünen Blättern. Ein charakteristisches Merkmal sind die bauchig aufgeblähten Blattstiele, die als Schwimmkörper dienen. Diese mit Aerenchym (luftgefülltem Gewebe) durchsetzten Stiele verleihen der Pflanze ihren Auftrieb und ermöglichen das freie Schwimmen auf der Wasseroberfläche.
Die Blütenstände erscheinen als aufrechte Ähren mit sechs bis zwölf Einzelblüten. Jede Blüte zeigt eine hellviolette bis bläuliche Färbung mit einem gelben Fleck auf dem oberen Kronblatt. Die Blütezeit erstreckt sich in Mitteleuropa bei ausreichender Wärme von Juli bis September. Unter der Wasseroberfläche entwickelt die Pflanze ein dichtes, dunkel gefärbtes Wurzelsystem, das bis zu 30 Zentimeter lang werden kann und zahlreichen Wasserorganismen als Versteck und Laichsubstrat dient.
Herkunft und Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Eichhornia crassipes umfasst das Amazonasbecken und angrenzende Flusssysteme Südamerikas. Im 19. Jahrhundert wurde die Pflanze als Zierpflanze in zahlreiche Länder eingeführt. Durch absichtliche Aussetzung und unkontrollierte Verwilderung hat sie sich in tropischen und subtropischen Gewässern Afrikas, Asiens, Nordamerikas und Australiens etabliert. In Europa überlebt sie aufgrund der Frostempfindlichkeit nicht dauerhaft im Freiland, wird aber als saisonale Teich- und Aquarienpflanze gehandelt.
Haltung im Aquarium
In der Aquaristik eignet sich die Wasserhyazinthe vor allem für offene Aquarien oder Paludarien, da sie als Schwimmpflanze ausreichend Platz oberhalb der Wasseroberfläche benötigt. Folgende Bedingungen begünstigen ein gesundes Wachstum:
- Wassertemperatur: 20–30 °C, optimal bei 25–28 °C
- Lichtbedarf: Hoch – mindestens 10–12 Stunden starke Beleuchtung pro Tag, idealerweise direktes Sonnenlicht oder leistungsstarke LED-Pflanzenlampen
- pH-Wert: 6,0–7,5
- Wasserhärte: Weich bis mittelhart (5–15 °dGH)
- Nährstoffe: Die Pflanze ist ein starker Nährstoffzehrer und entzieht dem Wasser effektiv Nitrat, Phosphat und Ammonium
In geschlossenen Aquarien mit Abdeckung stößt die Wasserhyazinthe schnell an ihre Grenzen, da die aufrechten Blattstiele und Blütenstände Platz nach oben benötigen. Für den Einsatz im Aquarium bieten sich daher offene Becken oder großvolumige Einrichtungen an. Als Schwimmpflanze entzieht sie unterhalb wachsenden Pflanzen unter Umständen das Licht – dies sollte bei der Bepflanzungsplanung berücksichtigt werden.
Haltung im Gartenteich
Im Gartenteich entfaltet die Wasserhyazinthe in den Sommermonaten ihre volle Wirkung. Sie wird nach den letzten Frösten – in der Regel ab Mitte Mai – ins Freie gesetzt und treibt bei warmer Witterung und ausreichender Sonneneinstrahlung zügig aus. Innerhalb weniger Wochen bildet sie über Ausläufer (Stolonen) zahlreiche Tochterpflanzen, die sich zu dichten Schwimmteppichen zusammenschließen.
In nährstoffreichen Teichen trägt die Pflanze zur natürlichen Algenprophylaxe bei, da sie dem Wasser überschüssige Nährstoffe entzieht und durch ihre Blattmasse die Wasseroberfläche beschattet. Für Gartenteiche mit Fischbesatz – etwa Goldfische oder Koi – bietet das dichte Wurzelgeflecht Schutz für Jungfische und dient als Laichsubstrat.
Da Eichhornia crassipes keinerlei Frost verträgt, muss sie vor dem ersten Kälteeinbruch aus dem Teich entnommen werden. Die Überwinterung gelingt in einem hellen, frostfreien Raum bei Temperaturen über 15 °C in einem Behälter mit Wasser. Viele Teichbesitzer behandeln die Pflanze allerdings als einjährig und erwerben im Frühjahr neue Exemplare.
Ökologische Bedeutung und Problematik
In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet ist die Wasserhyazinthe Teil eines komplexen Ökosystems und wird durch Fressfeinde wie den Rüsselkäfer Neochetina eichhorniae in Schach gehalten. Außerhalb Südamerikas fehlen diese natürlichen Regulatoren, weshalb sich die Pflanze unter günstigen Bedingungen explosionsartig vermehrt. Verdopplungsraten von sechs bis fünfzehn Tagen sind dokumentiert.
Unkontrollierte Massenbestände verstopfen Wasserstraßen, behindern die Schifffahrt, blockieren Bewässerungssysteme und reduzieren den Sauerstoffgehalt im Wasser, was zu Fischsterben führen kann. In Ländern wie Nigeria, Indien und den USA werden jährlich Millionenbeträge für die Bekämpfung der Pflanze aufgewendet. Zu den Gegenmaßnahmen zählen mechanische Entnahme, der Einsatz biologischer Kontrollorganismen und in manchen Regionen auch chemische Behandlung mit Herbiziden.
Nutzungsmöglichkeiten
Trotz ihrer invas