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Wasserpest

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Definition und Überblick

Die Wasserpest (Gattung Elodea) gehört zur Familie der Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae) und zählt zu den bekanntesten submersen, also vollständig untergetaucht wachsenden Wasserpflanzen. Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, hat sie sich seit dem 19. Jahrhundert als Neophyt in europäischen Gewässern massenhaft ausgebreitet – ein Umstand, der ihr den drastischen deutschen Namen einbrachte. In der Aquaristik und Teichgestaltung spielt die Wasserpest hingegen eine durchweg positive Rolle: Sie gilt als unkomplizierte, schnellwüchsige und äußerst nützliche Unterwasserpflanze, die sowohl Anfängern als auch erfahrenen Aquarianern zuverlässige Dienste leistet.

Arten und Erscheinungsbild

In Aquarien und Gartenteichen werden vorwiegend drei Arten kultiviert:

  • Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis) – die am weitesten verbreitete Art mit dunkelgrünen, leicht zurückgebogenen Blättern. Sie wächst robust, bleibt aber kompakter als ihre Verwandte.
  • Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii) – mit schmaleren, hellgrünen und teils leicht gewellten Blättern. Diese Art hat in europäischen Freilandgewässern die Kanadische Wasserpest vielerorts verdrängt.
  • Dichtblättrige Wasserpest (Egeria densa) – streng genommen zur Gattung Egeria gehörend, wird sie im Handel häufig ebenfalls als Wasserpest angeboten. Sie bildet deutlich längere, kräftigere Triebe mit dicht stehenden Blattquirlen und gilt als die dekorativste Art für Aquarien.

Alle drei Arten bilden lange, verzweigte Stängel mit wirtelig angeordneten Blättchen. Die Blätter sind durchscheinend, lanzettlich und je nach Art zwischen 6 und 30 Millimeter lang. Die Pflanze verankert sich mit feinen, weißlichen Adventivwurzeln im Bodengrund, kann aber auch freischwimmend gedeihen.

Standort und Pflegeansprüche

Die Wasserpest stellt an ihre Haltungsbedingungen nur geringe Anforderungen, was sie zu einer idealen Einsteigerpflanze macht. Im Aquarium bevorzugt sie mittlere bis hohe Lichtverhältnisse, wächst aber selbst bei schwächerer Beleuchtung noch akzeptabel. Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 15 und 25 °C. Egeria densa toleriert auch etwas wärmeres Wasser bis etwa 28 °C, während Elodea canadensis kühlere Temperaturen bevorzugt und sich daher besonders gut für unbeheizte Aquarien und Gartenteiche eignet.

Hinsichtlich der Wasserwerte zeigt sich die Pflanze flexibel: Sie gedeiht in weichem bis hartem Wasser (GH 5–20) und akzeptiert pH-Werte zwischen 6,0 und 8,5. Nährstoffreiches Wasser fördert das Wachstum erheblich. Eine CO₂-Düngung ist nicht zwingend erforderlich, beschleunigt das Triebwachstum jedoch spürbar. Die Wasserpest gehört zu den Pflanzen, die biogene Entkalkung betreiben können – sie entzieht dem Wasser bei Kohlenstoffmangel Hydrogencarbonat, was zu feinen Kalkablagerungen auf den Blättern führen kann.

Pflanzung und Vermehrung

Die Pflanzung erfolgt unkompliziert: Einzelne Stängel oder kleine Bündel werden wenige Zentimeter tief in den Bodengrund gesteckt. Sandiger oder feiner Kies eignet sich als Substrat. Alternativ lässt sich die Wasserpest als Schwimmpflanze einsetzen – freischwimmende Triebe bilden rasch Wurzeln und wachsen zügig weiter.

Die Vermehrung gelingt ausschließlich vegetativ durch Stecklingsvermehrung. Dazu werden Seitentriebe oder Stängelabschnitte mit einer Länge von mindestens fünf Zentimetern abgetrennt und neu eingepflanzt. Bereits nach wenigen Tagen bilden die Stecklinge eigene Wurzeln. Das Wachstum ist unter guten Bedingungen so rasant, dass regelmäßiges Zurückschneiden notwendig wird – pro Woche sind Zuwächse von 10 bis 20 Zentimetern keine Seltenheit.

Nutzen im Aquarium und Teich

Der ökologische Wert der Wasserpest für das Aquarium- und Teichmilieu ist erheblich:

  • Sauerstoffproduktion: Durch intensive Photosynthese gibt die Pflanze große Mengen Sauerstoff an das Wasser ab. An sonnigen Standorten lassen sich oft perlende Sauerstoffbläschen an den Blattspitzen beobachten.
  • Nährstoffzehrung: Die Wasserpest entzieht dem Wasser Nitrat, Phosphat und Ammonium in beträchtlichem Umfang. Dadurch wirkt sie einer Algenplage entgegen und trägt zur biologischen Wasserklärung bei. Gerade bei der Neueinrichtung eines Aquariums wird sie häufig als sogenannte Erstbepflanzung eingesetzt, um überschüssige Nährstoffe abzufangen.
  • Versteckmöglichkeiten: Die dichten Triebe bieten Jungfischen, Garnelen und anderen Wirbellosen Schutz vor Fressfeinden. Auch Laichsubstrat nutzen viele Fischarten, darunter Salmler und Lebendgebärende, gerne in den feinen Blattquirlen.
  • Beschattung: Im Gartenteich kann die Wasserpest durch ihre Biomasse zur Beschattung tieferer Wasserzonen beitragen und so die Erwärmung im Sommer dämpfen.

Rückschnitt und Kontrolle

Das starke Wachstum der Wasserpest erfordert regelmäßige Pflege. Im Aquarium sollten überlange Triebe gekürzt und zu dichte Bestände ausgelichtet werden, damit Licht und Strömung weiterhin alle Pflanzen und Tiere erreichen. Abgeschnittene Triebe lassen sich problemlos weiterverwenden oder kompostieren. Im Gartenteich empfiehlt es sich, überschüssige Pflanzenmasse im Spätsommer abzufischen, bevor sie im Herbst abstirbt und als organische Fracht den Teichboden belastet.

Ein Hinweis zur Entsorgung: Wasserp