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Wassersalat

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Definition und Überblick

Wassersalat (Pistia stratiotes) ist eine freischwimmende Wasserpflanze aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Die Pflanze bildet rosettenförmige Blattbüschel, die auf der Wasseroberfläche treiben und optisch an einen aufgeklappten Salatkopf erinnern – daher der volkstümliche Name. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Muschelblume, Wassermelde und im Englischen Water Lettuce. Pistia stratiotes ist die einzige Art der Gattung Pistia und zählt zu den am weitesten verbreiteten Schwimmpflanzen der Tropen und Subtropen. In der Aquaristik und Teichhaltung wird Wassersalat als Oberflächenpflanze geschätzt, die Schatten spendet, Nährstoffe aufnimmt und Jungfischen Deckung bietet.

Herkunft und natürliche Verbreitung

Der genaue Ursprung von Pistia stratiotes ist umstritten. Frühe botanische Beschreibungen deuten auf eine Herkunft aus dem tropischen Afrika oder Südamerika hin. Heute kommt die Pflanze pantropisch vor: Sie besiedelt stehende und langsam fließende Gewässer in Afrika, Südostasien, Mittel- und Südamerika sowie im Süden Nordamerikas. In vielen Regionen – darunter Australien, Teile der USA und Südeuropa – gilt Wassersalat als invasive Art, da er unter günstigen Bedingungen dichte Schwimmdecken bildet, die einheimische Pflanzen verdrängen und den Gasaustausch zwischen Wasser und Atmosphäre behindern. In der Europäischen Union ist Pistia stratiotes seit 2016 auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten geführt, was den Handel und die Freisetzung in die Natur einschränkt.

Morphologie und Erscheinungsbild

Wassersalat bildet eine kompakte, schwimmende Rosette aus samtig behaarten, hell- bis graugrünen Blättern. Die einzelnen Blätter sind keilförmig bis spatelförmig, leicht gefaltet und erreichen je nach Nährstoffangebot und Lichtintensität eine Länge von 5 bis 15 Zentimetern. Die feine Behaarung auf der Blattoberseite wirkt wasserabweisend und sorgt dafür, dass Tropfen abperlen, ohne die Pflanze zu benetzen.

Unterhalb der Rosette hängt ein dichter Vorhang aus federartigen Wurzeln ins Wasser, der bei ausgewachsenen Exemplaren 20 bis 30 Zentimeter lang werden kann. Diese Wurzeln dienen nicht nur der Nährstoffaufnahme, sondern bieten Jungfischen, Garnelen und Mikroorganismen Unterschlupf. Die Blüte ist unscheinbar und typisch für Aronstabgewächse: ein kleiner, weißlich-grüner Kolben, der von einem reduzierten Hochblatt (Spatha) umgeben ist. In Aquarienhaltung kommt es nur selten zur Blüte.

Haltung im Aquarium

Für die Aquarienhaltung eignet sich Wassersalat vor allem in offenen oder teilweise abgedeckten Becken, da die Pflanze oberhalb der Wasseroberfläche wächst und Platz nach oben benötigt. Unter einer geschlossenen Abdeckung staut sich häufig Kondenswasser, das auf die Blätter tropft und Fäulnis begünstigen kann.

  • Licht: Mittel bis stark. Pistia stratiotes benötigt mindestens mittlere Beleuchtungsstärke. Unter starkem Licht (ab etwa 50 Lumen pro Liter) wächst die Pflanze deutlich kompakter und bildet kräftigere Wurzeln aus.
  • Temperatur: 22 bis 30 °C. Die Pflanze stammt aus tropischen Gewässern und reagiert auf Temperaturen unter 18 °C mit Wachstumsstillstand und Blattverfall.
  • Wasserwerte: pH 6,0 bis 7,5, Gesamthärte 5 bis 20 °dGH. Wassersalat toleriert ein breites Spektrum, bevorzugt jedoch leicht saures bis neutrales, nährstoffreiches Wasser.
  • Strömung: Gering. Starke Oberflächenbewegung durch Filterauslässe lässt die Rosetten ständig driften und kann die Wurzeln beschädigen.

Ein großer Vorteil der Schwimmpflanze ist ihre Fähigkeit, Nitrat, Phosphat und Ammonium direkt aus der Wassersäule aufzunehmen. Damit wirkt sie als natürlicher Nährstoffkonkurrent gegenüber Algen und trägt zur biologischen Wasseraufbereitung bei. In dicht besetzten Aquarien mit hoher Futterzufuhr kann Wassersalat spürbar zur Verbesserung der Wasserqualität beitragen.

Haltung im Gartenteich

Im Gartenteich wird Pistia stratiotes in Mitteleuropa als einjährige Schwimmpflanze eingesetzt, da sie nicht frosthart ist. Ab Mitte Mai, wenn die Wassertemperatur dauerhaft über 15 °C liegt, können die Rosetten ins Freie gesetzt werden. In nährstoffreichen Teichen vermehrt sich die Pflanze rasch und bildet innerhalb weniger Wochen dichte Bestände, die als natürlicher Sonnenschutz fungieren und die Algenbildung durch Lichtreduktion eindämmen.

Im Herbst müssen die Pflanzen vor dem ersten Frost herausgenommen werden. Eine Überwinterung gelingt in einem hellen, frostfreien Raum bei Wassertemperaturen um 15 °C – etwa in einem Eimer oder einem kleinen Aquarium unter künstlicher Beleuchtung. Dabei ist mit einem deutlichen Rückgang der Pflanzenmasse zu rechnen; einzelne überlebende Rosetten treiben im Folgejahr jedoch wieder kräftig aus.

Hinweis zum Naturschutz: Aufgrund des invasiven Potenzials darf Wassersalat in der EU nicht in natürliche Gewässer ausgebracht werden. Überzählige Pflanzen sollten über den Kompost oder den Hausmüll entsorgt werden – niemals über den Abfluss oder durch Aussetzen in Bäche, Flüsse oder Seen.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt hauptsächlich vegetativ über Ausläufer (Stolonen). An kurzen Verbindungstrieben bilden sich Tochterpflanzen, die sich nach kurzer Zeit von der Mutterpflanze lösen und eigenständig weiterwachsen. Unter optimalen Bedingungen kann sich ein Bestand innerhalb von zwei bis drei