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Wasserstern

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Definition und Überblick

Der Wasserstern (Gattung Callitriche) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) und umfasst weltweit etwa 50 bis 75 Arten. Es handelt sich um zarte, meist einjährige oder ausdauernde Wasserpflanzen, die sowohl vollständig untergetaucht (submers) als auch an der Wasseroberfläche (emers) oder auf feuchten Böden terrestrisch wachsen können. In der Aquaristik und Teichgestaltung wird der Wasserstern vor allem wegen seiner anspruchslosen Haltung und seiner attraktiven, rosettenförmigen Schwimmblätter geschätzt, die an der Wasseroberfläche sternförmige Muster bilden – daher der deutsche Name.

Verbreitung und natürliche Lebensräume

Wassersterne kommen nahezu kosmopolitisch vor. Sie besiedeln stehende und langsam fließende Gewässer in gemäßigten, subtropischen und tropischen Regionen. Typische Standorte sind Gräben, Teiche, Tümpel, Bäche, Pfützen und temporär überflutete Flächen. In Mitteleuropa zählen unter anderem der Sumpf-Wasserstern (Callitriche palustris), der Haken-Wasserstern (Callitriche hamulata) und der Teich-Wasserstern (Callitriche stagnalis) zu den häufigsten Vertretern. Die Pflanzen bevorzugen nährstoffreiche bis mäßig nährstoffreiche Gewässer mit weichem bis mittelhartem Wasser und gedeihen sowohl in sonnigen als auch in halbschattigen Lagen.

Morphologie und Wuchsform

Die Erscheinung des Wassersterns variiert stark je nach Standort und Wassertiefe. Charakteristisch ist die Heterophyllie, also die Ausbildung unterschiedlicher Blattformen an ein und derselben Pflanze:

  • Unterwasserblätter (submerse Blätter): Diese sind schmal, linealisch bis fadenförmig und gegenständig am Stängel angeordnet. Sie dienen der Nährstoffaufnahme direkt aus dem Wasser.
  • Schwimmblätter (emerse Blätter): An der Wasseroberfläche bilden sich spatelige bis eiförmige Blätter, die in dichten Rosetten zusammenstehen und die typische Sternform erzeugen.

Die Stängel sind dünn, biegsam und verzweigt. Je nach Art erreichen sie Längen von 10 bis über 100 Zentimetern. Die gesamte Pflanze wirkt filigran und zerbrechlich, bildet bei guten Bedingungen jedoch dichte Bestände. Die Blüten sind unscheinbar, sehr klein und eingeschlechtig. Sie sitzen einzeln oder paarweise in den Blattachseln und werden überwiegend durch das Wasser (Hydrophilie) oder Selbstbestäubung befruchtet. Die Früchte sind kleine, vierteilige Spaltfrüchte, die auf der Wasseroberfläche treiben und so zur Verbreitung beitragen.

Einsatz im Aquarium

Im Süßwasseraquarium eignet sich der Wasserstern gut als Hintergrund- oder Mittelgrundpflanze. Besonders Callitriche palustris und Callitriche stagnalis werden gelegentlich in der Aquaristik verwendet. Die Pflanzen wachsen bei Wassertemperaturen zwischen 10 und 25 °C und bevorzugen eher kühlere Becken, was sie für Kaltwasseraquarien und Aquarien mit heimischen Fischarten prädestiniert. In tropischen Becken mit Temperaturen über 26 °C kümmern die meisten Arten oder sterben ab.

Die Lichtansprüche sind moderat. Mittlere bis hohe Beleuchtungsstärken fördern ein kompaktes Wachstum und die Ausbildung der dekorativen Schwimmblattrosetten. Bei zu wenig Licht vergeilen die Triebe und die Pflanze wirkt schütter. Eine CO₂-Düngung ist nicht zwingend erforderlich, beschleunigt das Wachstum jedoch spürbar. Als Substrat genügt feiner Kies oder Sand; die Wurzeln sind schwach ausgebildet, sodass der Wasserstern seine Nährstoffe überwiegend über die Blätter aus der Wassersäule aufnimmt. Eine regelmäßige Flüssigdüngung mit Mikro- und Makronährstoffen unterstützt ein gesundes Wachstum.

Für Garnelenaquarien ist der Wasserstern eine hervorragende Wahl: Die feinen Unterwasserblätter und dichten Triebe bieten Zwerggarnelen und Jungfischen Versteckmöglichkeiten und Weideflächen für Aufwuchsorganismen.

Einsatz im Gartenteich

Im Gartenteich gehört der Wasserstern zu den einheimischen Unterwasserpflanzen, die ökologisch wertvolle Dienste leisten. Als Sauerstofflieferant trägt er zur Wasserqualität bei, indem er durch Photosynthese gelösten Sauerstoff freisetzt. Gleichzeitig entzieht er dem Wasser Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat, was dem Algenwachstum entgegenwirkt. Die dichten Pflanzenpolster dienen Amphibienlarven, Wasserinsekten und Kleinfischen als Laichsubstrat und Rückzugsort.

Die Pflanzung erfolgt idealerweise im Flachwasserbereich bei Wassertiefen von 10 bis 50 Zentimetern. Der Wasserstern verträgt auch tiefere Zonen, bildet dort jedoch keine Schwimmblätter aus. In naturnahen Teichen verbreitet sich die Pflanze über Samen und abgebrochene Triebstücke von selbst und benötigt kaum Pflege. Bei zu starkem Wuchs können überschüssige Bestände einfach abgefischt und kompostiert werden.

Pflege und mögliche Probleme

Der Wasserstern gilt als pflegeleichte Pflanze, die auch Anfängern wenig Schwierigkeiten bereitet. Einige Punkte sollten dennoch beachtet werden:

  • Temperaturempfindlichkeit: Die meisten heimischen Arten sind an kühle Gewässer angepasst und reagieren empfindlich auf dauerhaft hohe Temperaturen. In beheizten Tropenaquarien ist die Haltung daher nur bedingt möglich.
  • Strömung: Starke Strömung vertragen die zarten Triebe schlecht. Ein ruhiger Standort im Becken oder Teich ist vorz