Westfälische-dachsbracke
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Steckbrief
- Herkunft: Westfalen, Deutschland
- FCI-Gruppe: Nicht von der FCI anerkannt; national geführt beim Deutschen Jagdgebrauchshundverband (DJGV)
- Rassestandard: Kein FCI-Standard; Rassestandard wird durch den Westfälischen Dachsbracken-Club e. V. betreut
- Größe: 30–38 cm Widerristhöhe
- Gewicht: 13–18 kg
- Lebenserwartung: 12–14 Jahre
- Fell: Kurz, dicht, anliegend mit dichter Unterwolle
- Farben: Rot bis gelb mit schwarzem Sattel oder Mantel, weiße Abzeichen an Brust, Pfoten, Rutenspitze und Fang (Brackenzeichnung)
Herkunft & Geschichte
Die Westfälische Dachsbracke ist eine alte deutsche Jagdhunderasse, deren Ursprünge bis ins 18. Jahrhundert in die bergigen und waldreichen Regionen Westfalens zurückreichen. Die Abstammung geht auf Kreuzungen zwischen der Deutschen Bracke und niederläufigen Jagdhunden zurück. Ziel der Zucht war ein kompakter, ausdauernder Hund, der sich trotz seiner geringen Größe in schwerem Gelände sicher bewegt und zuverlässig Wild aufspürt und verfolgt.
In den Mittelgebirgslagen des Sauerlands, Teutoburger Walds und Weserberglands wurde ein Hund gebraucht, der durch dichtes Unterholz und steile Hänge arbeiten konnte, ohne dabei an Ausdauer oder Spurwillen einzubüßen. Die Westfälische Dachsbracke erfüllte genau diese Anforderungen. Durch ihre niedrige Körperhöhe konnte sie Wild langsamer treiben als größere Bracken, was der Schussabgabe durch den Jäger zugutekam.
Seit 1886 wird die Rasse planmäßig gezüchtet. Der Zuchtverband, heute als Westfälischer Dachsbracken-Club e. V. organisiert, führt das Zuchtbuch und überwacht die Einhaltung des Rassestandards. Im Gegensatz zur verwandten Alpenländischen Dachsbracke aus Österreich wurde die Westfälische Dachsbracke nie von der FCI offiziell anerkannt. Dennoch erfreut sie sich in Jägerkreisen, insbesondere in Norddeutschland, einer treuen Anhängerschaft. Die Zucht konzentriert sich konsequent auf jagdliche Leistungsfähigkeit, was die Rasse vor einer Übertypisierung bewahrt hat.
Aussehen & Rassemerkmale
Die Westfälische Dachsbracke ist ein niederläufiger, muskulöser Hund mit gestrecktem Körperbau. Der Rumpf ist deutlich länger als die Schulterhöhe, was an die brackenartige Grundform erinnert, jedoch auf verkürzten, kräftigen Läufen steht. Die Vorderläufe sind gerade oder leicht nach innen gedreht, aber keinesfalls so stark verkürzt wie beim Dachshund.
Der Kopf zeigt die typische Brackenform: edel, leicht gewölbter Schädel mit deutlichem Stop, mäßig langer Fang und gut pigmentierter Nasenschwamm. Die Behänge sind mittellang, hoch angesetzt und liegen flach an den Wangen an. Die dunklen Augen haben einen aufmerksamen, freundlichen Ausdruck.
Das Haarkleid ist kurz, dicht und wetterfest mit ausgeprägter Unterwolle. Die Farbgebung ist charakteristisch: eine rote bis gelbliche Grundfarbe mit schwarzem Sattel oder Mantel. Weiße Abzeichen an Brust, Pfoten, Rutenspitze und als Blesse am Kopf gehören zum gewünschten Erscheinungsbild. Die Rute wird säbelförmig getragen und ist an der Unterseite leicht befedert.
Charakter & Wesen
Die Westfälische Dachsbracke ist ein ausgesprochen passionierter Jagdhund mit feiner Nase und großem Spurwillen. Sie arbeitet zuverlässig auf der Schweißfährte, stöbert sicher im Dickicht und gibt auf der Spur Laut – eine Eigenschaft, die bei der Brackierjagd unerlässlich ist.
Im Umgang mit ihrem Besitzer zeigt sich die Rasse treu, anhänglich und führerbezogen. Sie ordnet sich in der Regel gut ein und gilt als kooperativ in der Ausbildung, sofern konsequent und mit Geduld gearbeitet wird. Sturheit oder Eigensinn, wie sie bei vielen Brackenrassen vorkommt, ist auch hier anzutreffen – allerdings stets gepaart mit einem grundsätzlichen Willen zur Zusammenarbeit.
Im häuslichen Umfeld verhält sich die Westfälische Dachsbracke ruhig und ausgeglichen, vorausgesetzt, sie wird jagdlich oder anderweitig artgerecht ausgelastet. Gegenüber Kindern ist sie freundlich und geduldig. Gegenüber Fremden zeigt sie sich wachsam, aber nicht aggressiv. Mit anderen Hunden versteht sie sich in der Regel gut, besonders wenn sie an Gruppenarbeit gewöhnt ist.
Haltung & Pflege
Diese Rasse gehört in die Hände eines aktiven Jägers oder einer Person, die bereit ist, dem Hund ein vergleichbares Maß an körperlicher und geistiger Beschäftigung zu bieten. Der Auslauf muss ausreichend und regelmäßig sein. Lange Spaziergänge in Wald und Feld, Fährtenarbeit oder Mantrailing sind geeignete Alternativen zur jagdlichen Führung.
Die Fellpflege ist unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten, etwa ein- bis zweimal pro Woche, genügt, um lose Haare und Schmutz zu entfernen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden. Die Behänge müssen regelmäßig kontrolliert werden, da Hängeohren anfällig für Ohrenentzündungen sind. Krallen, Zähne und Augen werden im Rahmen der allgemeinen Pflege überprüft.
Eine Zwingerhaltung ist nicht empfehlenswert. Die Westfälische Dachsbracke braucht engen Familienanschluss und leidet unter Isolation. Ein Haus mit Garten in ländlicher Umgebung ist die ideale Haltungsform.
Ernährung
Die Ernährung der Westfälischen Dachsbracke orientiert sich an den allgemeinen