T Tierlexikon.net
← Lexikon

Zink

Z

Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das im Organismus von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen eine zentrale Rolle spielt. Es ist an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt und beeinflusst den Stoffwechsel von Protein, Fett und Kohlenhydraten gleichermaßen. Obwohl der Körper nur geringe Mengen benötigt – typischerweise im Milligramm-Bereich pro Kilogramm Futter – hat ein Mangel weitreichende Konsequenzen für Haut, Immunsystem, Fruchtbarkeit und Wachstum.

In der Tierernährung wird Zink über das Grundfutter, über Mineralfuttermischungen oder als gezielte Einzelsupplementierung zugeführt. Die gängigsten Verbindungen in Ergänzungsfuttermitteln sind Zinkoxid, Zinksulfat und organisch gebundene Formen wie Zink-Chelate (z. B. Zink-Methionin oder Zink-Glycinat). Organische Verbindungen weisen in der Regel eine höhere Bioverfügbarkeit auf als anorganische Salze.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Zink kommt in vielen natürlichen Futtermitteln vor, allerdings in stark schwankenden Konzentrationen. Tierische Proteinquellen wie Leber, Fischmehl und Fleischknochenmehl liefern vergleichsweise hohe Gehalte. Pflanzliche Futtermittel – insbesondere Getreide und Ölsaaten – enthalten ebenfalls Zink, doch wird dessen Absorption durch Phytinsäure erheblich gehemmt.

  • Fleisch- und Fischmehl: 80–120 mg Zink/kg Trockenmasse
  • Weizenkleie: 70–100 mg/kg, jedoch durch Phytat schlecht verfügbar
  • Sojabohnenextraktionsschrot: 40–60 mg/kg
  • Mais: 15–25 mg/kg
  • Heu und Gras: 20–40 mg/kg, standortabhängig

Die Wechselwirkungen mit anderen Mineralstoffen sind bedeutsam: Hohe Kalzium- oder Eisengehalte in der Futterration können die Zinkverwertung reduzieren. Gleichzeitig besteht ein synergistischer Zusammenhang mit Vitaminen wie Vitamin A, dessen Mobilisierung aus der Leber zinkabhängig ist.

Für welche Tiere geeignet?

Grundsätzlich benötigen alle Tierarten Zink. Die erforderliche Konzentration im Alleinfuttermittel variiert jedoch erheblich:

  • Hunde: Bedarf liegt bei etwa 50–100 mg/kg Futter (Trockenmasse). Nordische Rassen wie Husky und Malamute zeigen eine genetische Prädisposition für Zinkmangel-Dermatose.
  • Katzen: Empfohlen werden 50–75 mg/kg Trockenmasse. Bei reiner Fütterung mit selbst zusammengestellten Rationen ohne Supplementierung besteht Mangelgefahr.
  • Pferde: Der Bedarf liegt bei ca. 40 mg/kg Futtertrockenmasse. Pferde auf zinkarmem Grünland oder mit hoher Eisenaufnahme über das Wasser sind besonders gefährdet.
  • Rinder und Schweine: In der Nutztierernährung werden 40–80 mg/kg Futter angesetzt. Hochleistende Milchkühe und Sauen in der Laktation haben einen erhöhten Bedarf.
  • Geflügel: 40–60 mg/kg Alleinfuttermittel. Zink beeinflusst hier maßgeblich die Eierschalenqualität und die Befiederung.
  • Reptilien und Ziervögel: Belastbare Bedarfswerte sind rar. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit tierischen und pflanzlichen Bestandteilen deckt den Bedarf in der Regel ab.

Fütterungsempfehlung

Die Zinksupplementierung sollte stets auf Basis einer Rationsberechnung erfolgen. Pauschale Zugaben ohne Kenntnis des Grundfuttergehalts führen leicht zu Über- oder Unterversorgung. Bei kommerziellen Alleinfuttermitteln ist Zink in der Regel bereits in ausreichender Menge enthalten – ein Blick auf die Deklaration der Zusatzstoffe gibt Auskunft.

Wer Rationen selbst zusammenstellt – sei es beim BARFen von Hunden und Katzen oder bei der Rationsgestaltung für Pferde –, sollte Zink als Bestandteil eines ausgewogenen Mineralfutters ergänzen. Die Futtermenge des Supplements richtet sich nach Körpergewicht, Leistungsstadium und Grundfutterzusammensetzung. Ein festes Fütterungsintervall – idealerweise täglich – sorgt für eine gleichmäßige Versorgung, da der Körper Zink nur begrenzt speichert.

Für Pferde empfiehlt sich die Gabe über ein pelletiertes Mineralfutter oder als Einzelzusatz in Pulverform, gemischt ins Kraftfutter. Bei Hunden lässt sich Zink über Tabletten, Pasten oder mineralisierte Futterergänzungen verabreichen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile einer bedarfsgerechten Zinkversorgung:

  • Gesunde Haut, glänzendes Fell und stabile Krallen bzw. Hufe
  • Stärkung des Immunsystems und bessere Wundheilung
  • Unterstützung der Fruchtbarkeit bei Zuchttieren
  • Förderung des Wachstums bei Jungtieren
  • Verbesserung der Rohfaser-Verdaulichkeit über zinkabhängige Enzyme

Nachteile und Risiken bei Fehldosierung:

  • Chronische Überversorgung kann die Kupfer- und Eisenabsorption hemmen und sekundäre Mängel auslösen
  • Akute Zinkvergiftung (selten, aber möglich bei massiver Überdosierung) verursacht Erbrechen, Durchfall und Anämie
  • Hohe Zinkgaben in der Nutztierhaltung belasten über die Gülle die Umwelt – in der EU gelten daher strenge Höchstgehalte im Futter

Worauf achten? (Qualitätsmerkmale)

Bei der