T Tierlexikon.net
← Lexikon

Zwergspeerblatt

Z

Aquarien- & Teichpflanzen > Aquarien- & Teichpflanzen

Definition und Überblick

Das Zwergspeerblatt (Anubias barteri var. nana) gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) und zählt zu den beliebtesten Aquarienpflanzen weltweit. Die ursprünglich in den tropischen Regionen Westafrikas – vor allem in Kamerun und Nigeria – beheimatete Sumpfpflanze wächst dort an schattigen Bachufern, auf Felsen und Wurzeln in und über dem Wasser. Im Aquaristik-Handel wird sie häufig auch als Zwerg-Anubias oder Anubias nana bezeichnet. Dank ihrer geringen Ansprüche, ihres kompakten Wuchses und ihrer ausgeprägten Robustheit eignet sie sich hervorragend für Einsteiger und erfahrene Aquarianer gleichermaßen.

Morphologie und Erscheinungsbild

Das Zwergspeerblatt ist eine niedrig wachsende, ausdauernde Pflanze, die in der Regel eine Wuchshöhe von 5 bis 15 Zentimetern erreicht. Die dunkelgrünen, ledrig-festen Blätter sind speerförmig bis breit-oval und sitzen an kurzen Blattstielen. Die Blattspreite wird etwa 2 bis 6 Zentimeter lang und 1 bis 3 Zentimeter breit. Die Blattoberfläche glänzt leicht und weist eine deutlich sichtbare Nervatur auf.

Charakteristisch ist das kräftige, kriechende Rhizom – eine verdickte Sprossachse, aus der sowohl Blätter als auch Wurzeln entspringen. Dieses Rhizom wächst horizontal und verankert die Pflanze auf Substraten wie Steinen, Wurzelholz oder anderen Hartsubstraten. Die Wurzeln sind drahtartig, dunkelbraun bis schwarz und haften sich fest an Oberflächen an. Unter guten Bedingungen bildet das Zwergspeerblatt gelegentlich einen kleinen, weißen Blütenkolben mit einem grünlichen Hochblatt (Spatha), der typisch für Aronstabgewächse ist.

Standort und Kulturbedingungen im Aquarium

Die Haltung des Zwergspeerblatt im Aquarium gilt als unkompliziert. Die Pflanze toleriert ein breites Spektrum an Wasserwerten und Lichtverhältnissen:

  • Temperatur: 20 bis 30 °C, optimal zwischen 22 und 26 °C
  • pH-Wert: 5,5 bis 8,0
  • Gesamthärte: 2 bis 30 °dGH
  • Licht: schwach bis mittel; direkte, starke Beleuchtung sollte vermieden werden, da sie Algenwuchs auf den langsam wachsenden Blättern begünstigt
  • CO₂-Düngung: nicht zwingend erforderlich, fördert jedoch das Wachstum

Ein entscheidender Punkt bei der Pflanzung ist die korrekte Positionierung des Rhizoms. Dieses darf nicht in den Bodengrund eingegraben werden, da es sonst fault und die Pflanze abstirbt. Stattdessen wird das Zwergspeerblatt mit Angelschnur, Pflanzenkleber oder dünnem Draht auf Wurzelholz, Lavastein oder anderen Dekorationselementen befestigt. Nach einigen Wochen haben sich die Haftwurzeln ausreichend festgesetzt, sodass die Befestigung entfernt werden kann.

Wachstum und Vermehrung

Das Zwergspeerblatt gehört zu den langsam wachsenden Aquarienpflanzen. Unter durchschnittlichen Bedingungen bildet es etwa ein bis zwei neue Blätter pro Monat. Diese gemächliche Wachstumsrate hat Vor- und Nachteile: Einerseits ist kaum Rückschnitt nötig, andererseits können sich auf den Blattoberflächen leichter Aufwuchsalgen – insbesondere Bartalgen und Punktalgen – ansiedeln. Algenfressende Tiere wie Amano-Garnelen, Rennschnecken oder Otocinclus-Welse leisten hier wertvolle Dienste.

Die Vermehrung erfolgt vegetativ durch Teilung des Rhizoms. Dazu wird das Rhizom mit einem scharfen, sauberen Messer oder einer Schere in Abschnitte geteilt, wobei jedes Teilstück mindestens drei bis vier gesunde Blätter und einige Wurzeln aufweisen sollte. Die Tochterpflanzen werden anschließend wie beschrieben auf Hardscape aufgebunden. Gelegentlich bildet die Pflanze auch Seitentriebe, die sich selbstständig am Rhizom entwickeln und nach Erreichen einer ausreichenden Größe abgetrennt werden können.

Verwendung im Aquascaping und in der Aquaristik

Im Aquascaping nimmt das Zwergspeerblatt eine vielseitige Rolle ein. Durch seinen niedrigen Wuchs eignet es sich als Vordergrund- oder Mittelgrundpflanze. Besonders beliebt ist die Bepflanzung von Moorkienwurzeln, Mangrovenholz und Steinaufbauten, wo die Pflanze nach einiger Zeit natürlich angewachsen einen authentischen, naturnahen Eindruck erzeugt. In Iwagumi-Layouts dient sie als dezenter Akzent, während sie in Biotop-Aquarien westafrikanischer Prägung – etwa mit Buntbarschen der Gattung Pelvicachromis – ihren natürlichen Lebensraum widerspiegelt.

Ein weiterer Vorteil: Die derben Blätter werden von den meisten pflanzenfressenden Fischen verschmäht. Selbst in Aquarien mit Goldfischen, Malawibuntbarschen oder Welsen, die weichere Pflanzen regelmäßig beschädigen, bleibt das Zwergspeerblatt in der Regel unangetastet. Damit stellt es eine der wenigen verlässlichen Bepflanzungsoptionen für Becken mit solchen Arten dar.

Einsatz im Gartenteich und im Paludarium

Obwohl das Zwergspeerblatt primär als Aquarienpflanze bekannt ist, lässt es sich auch im Paludarium und in feuchtwarmen Terrarien kultivieren. In der emersen (über Wasser befindlichen) Form wachsen die Blätter etwas kleiner und fester, die Pflanze blüht häufiger. In mitteleuropäischen