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Alpendohle

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Tierart – Vögel > Singvögel – Rabenvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pyrrhocorax graculus
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Rabenvögel (Corvidae)
  • Gattung: Pyrrhocorax
  • Lebensraum: Hochgebirge Europas, Zentralasiens und Nordafrikas
  • Größe: 34–38 cm Körperlänge, Flügelspannweite 75–85 cm
  • Gewicht: 170–280 g
  • Lebenserwartung: bis zu 20 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Die Alpendohle ist ein mittelgroßer Rabenvogel mit glänzend schwarzem Gefieder, das bei günstiger Beleuchtung leicht grünlich oder bläulich schimmert. Der vergleichsweise kurze, leicht gebogene Schnabel ist bei adulten Vögeln leuchtend gelb und hebt sich deutlich vom dunklen Kopfgefieder ab. Die Beine und Füße sind korallenrot – ein Merkmal, das sie auf den ersten Blick von der nah verwandten Alpenkrähe (Pyrrhocorax pyrrhocorax) unterscheidet, deren Schnabel dagegen lang, gebogen und rot gefärbt ist.

Der Körperbau der Alpendohle ist schlank und aerodynamisch. Die Flügel sind relativ breit und abgerundet, der Schwanz ist mittellang und leicht gerundet. Im Flug wirkt die Alpendohle wendiger als viele andere Corviden gleicher Größe. Jungvögel unterscheiden sich von den Adulten durch einen zunächst dunkleren, gräulichen Schnabel und mattere Beinfarbe, die sich im Laufe des ersten Lebensjahres zur typischen Rotfärbung entwickelt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Alpendohle erstreckt sich über die Hochgebirge der Paläarktis. In Europa besiedelt sie vor allem die Alpen, die Pyrenäen, den Apennin, die Karpaten sowie Gebirge auf der Balkanhalbinsel. Darüber hinaus kommt sie im Kaukasus, im Elburs-Gebirge, im Himalaya und in den Gebirgen Zentralasiens vor. Isolierte Populationen existieren in den Atlasgebirgen Nordafrikas.

Ihr bevorzugtes Habitat liegt oberhalb der Baumgrenze in Höhenlagen zwischen 1.500 und 3.500 Metern. Im Himalaya wurden Alpendohlen sogar auf über 8.000 Metern Höhe gesichtet – sie zählen damit zu den Vögeln, die in den größten Höhen beobachtet wurden. Entscheidend für die Wahl des Biotops ist das Vorhandensein von Felsformationen und Steilwänden, die als Brut- und Schlafplätze dienen. Alpine Matten, Geröllfelder und die Nähe zu Berghütten oder Seilbahnstationen ergänzen das ideale Lebensumfeld.

Im Winter ziehen viele Alpendohlen in tiefere Lagen ab. Diese vertikale Wanderung – kein klassischer Zugvogelzug, sondern eine saisonale Höhenverlagerung – führt die Tiere in Tallagen und gelegentlich bis in Siedlungsgebiete am Alpenrand.

Ernährung

Die Alpendohle ist ein Allesfresser mit einem je nach Jahreszeit wechselnden Nahrungsspektrum. Im Sommer und Herbst dominieren Insekten und deren Larven, Spinnen, Schnecken und andere Wirbellose. Ergänzend werden Beeren – etwa Vogelbeeren, Heidelbeeren und Wacholderbeeren – sowie Samen und Früchte aufgenommen.

Während der kalten Monate, wenn das natürliche Nahrungsangebot in der Höhe einbricht, weichen Alpendohlen vermehrt auf anthropogene Nahrungsquellen aus. An Berghütten, Skiliftstationen und Aussichtspunkten haben sie gelernt, Essensreste und Abfälle zu nutzen. Dieses Verhalten zeigt die für Rabenvögel typische hohe Lernfähigkeit und Anpassungsbereitschaft. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Boden, wo die Tiere geschickt im Erdreich und unter Steinen nach Beutetieren stochern.

Verhalten & Lebensweise

Alpendohlen sind ausgesprochen gesellige Vögel. Sie leben ganzjährig in Schwärmen, die außerhalb der Brutzeit mehrere Hundert, gelegentlich über tausend Individuen umfassen können. Diese Schwarmbildung bietet Schutz vor Greifvögeln wie dem Steinadler, der zu den wichtigsten natürlichen Feinden zählt.

Die Art ist tagaktiv. Morgens verlassen die Schwärme gemeinsam die Schlafplätze in Felsnischen und Höhlen, um in den umliegenden Gebieten auf Nahrungssuche zu gehen. Gegen Abend kehren sie zu den Schlafkolonien zurück. Im Flug zeigen Alpendohlen ein eindrucksvolles Repertoire an akrobatischen Manövern: Sturzflüge, Gleitphasen mit angelegten Flügeln und geschicktes Ausnutzen thermischer Aufwinde sind charakteristisch.

Die Lautäußerungen unterscheiden sich deutlich von denen anderer Rabenvögel. Der häufigste Ruf ist ein durchdringendes, pfeifendes „zriih" oder „prriih", das sich klar vom heiseren Krächzen von Krähen und Raben abhebt. Innerhalb des Schwarms dient ein vielfältiges Rufrepertoire der Kommunikation über Futterquellen, Gefahren und sozialen Status.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit beginnt je nach Höhenlage und Witterung im April oder Mai. Alpendohlen führen eine monogame Saisonehe, wobei viele Paare über mehrere Jahre zusammenbleiben. Die Balz umfasst gemeinsame Flugspiele und gegenseitige Gefiederpflege.

Das Nest wird in geschützten Felsspalten, Höhlen oder Nischen an Steilwänden errichtet. Es besteht aus Zweigen, Wurzeln und Halmen und wird mit Wolle, Federn und Gras ausgekleidet. Das Gelege umfasst in der Regel drei bis fünf Eier, die eine weißliche bis cremefarbene Grundfarbe mit bräunlichen Flecken aufweisen. Die Brutdauer beträgt etwa 18 bis 21 Tage. Während dieser Phase brütet hauptsächlich das Weibchen, während das Männchen die Nahrungsversorgung übern