Blauelster
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Cyanopica cyanus
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Rabenvögel (Corvidae)
- Gattung: Cyanopica
- Lebensraum: Lichte Wälder, Parks, Olivenhaine, Korkeichenwälder
- Größe: 33–37 cm (inkl. Schwanz)
- Gewicht: 65–76 g
- Lebenserwartung: ca. 10–15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Die Blauelster ist ein schlanker, langschwänziger Singvogel von auffälliger Erscheinung. Die Kopfplatte und der Nacken sind tiefschwarz glänzend und bilden einen scharfen Kontrast zum übrigen Gefieder. Rücken, Schultern und Mantel zeigen ein warmes Graubraun bis Sandbraun. Die namensgebende blaue Färbung findet sich an den Flügeldecken, den Schwungfedern und dem auffällig langen, gestuften Schwanz. Dieses Himmelblau kann je nach Lichteinfall zwischen einem blassen Graublau und einem kräftigen Azur variieren – es handelt sich dabei um eine Strukturfarbe, die durch Lichtbrechung in den Federästen entsteht und nicht auf Pigmenten beruht.
Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben getönt. Der Schnabel ist relativ kurz und schwarz, die Beine dunkelgrau bis schwarz. Die Augen sind dunkelbraun. Ein Geschlechtsdimorphismus ist äußerlich kaum ausgeprägt; Männchen und Weibchen unterscheiden sich weder in der Gefiederfärbung noch nennenswert in der Körpergröße. Jungvögel zeigen ein insgesamt matteres Gefieder mit kürzerem Schwanz und weniger intensivem Blau.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Blauelster gliedert sich in zwei weit voneinander getrennte Areale – ein biogeografisches Phänomen, das die Wissenschaft lange beschäftigt hat. Die westliche Population besiedelt die Iberische Halbinsel, vor allem Zentral- und Südportugal sowie die angrenzenden Regionen Spaniens. Die östliche Population erstreckt sich über weite Teile Ostasiens, von der Mongolei und Nordchina über Korea bis nach Japan.
Lange galt diese disjunkte Verbreitung als Relikt einer ehemals zusammenhängenden eurasischen Population. Molekulargenetische Untersuchungen führten jedoch 2002 zu einer Aufspaltung in zwei eigenständige Arten: Die iberische Blauelster wird seither als Cyanopica cooki geführt, während Cyanopica cyanus im engeren Sinne die ostasiatischen Populationen umfasst. In vielen Werken wird der Name Blauelster jedoch weiterhin als Sammelbezeichnung für beide Arten verwendet.
Als Habitat bevorzugt die Blauelster lichte, offene Waldlandschaften. Auf der Iberischen Halbinsel besiedelt sie vor allem Korkeichen- und Steineichenwälder, Olivenhaine, Pinienpflanzungen und parkähnliche Kulturlandschaften. In Ostasien nutzt sie Auwälder, Mischwälder, Gärten und Stadtrandgebiete. Die Art ist an tiefere und mittlere Höhenlagen gebunden und meidet dichte, geschlossene Waldbestände ebenso wie baumlose Steppen.
Ernährung
Die Blauelster ist ein typischer Allesfresser (Omnivore). Ihr Nahrungsspektrum umfasst Insekten und deren Larven, Spinnen, kleine Wirbeltiere wie Eidechsen, Beeren, Früchte, Samen und Eicheln. Im Herbst spielen fettreiche Früchte und Samen eine besondere Rolle für den Aufbau von Energiereserven. In der Nähe menschlicher Siedlungen nimmt sie auch Küchenabfälle und Aas an.
Bei der Nahrungssuche bewegt sich die Blauelster sowohl am Boden als auch in Bäumen und Sträuchern. Sie durchsucht systematisch Laubschichten und Rindenspalten nach Insekten und nutzt ihren Schnabel, um Borke abzulösen. Wie andere Rabenvögel legt sie gelegentlich Nahrungsvorräte an, die sie im Boden oder unter Laub versteckt.
Verhalten & Lebensweise
Die Blauelster ist ein ausgesprochen geselliger Vogel. Außerhalb der Brutzeit bildet sie Trupps von 10 bis 30, gelegentlich bis zu 70 Individuen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und gemeinsame Schlafplätze aufsuchen. Auch während der Brutzeit nisten die Paare oft in lockeren Kolonien, wobei die Nester nur wenige Dutzend Meter voneinander entfernt liegen können.
Die Art ist tagaktiv und zeigt ein vielstimmiges Repertoire an Rufen. Der häufigste Laut ist ein nasales, etwas raues „krüüh", das als Kontaktruf innerhalb der Gruppe dient. Bei Störungen am Nest warnen die Vögel mit harschen, schnarrenden Rufen. Gegenüber Nesträubern wie Eichelhähern oder Elsterarten zeigt die Blauelster ein gemeinschaftliches Mobbingverhalten, bei dem mehrere Gruppenmitglieder den Eindringling lautstark attackieren.
Die Reviergröße ist vergleichsweise gering, da die koloniebrütende Lebensweise eine dichte Besiedlung geeigneter Habitate ermöglicht. Standorttreu ist die Art in den meisten Teilen ihres Verbreitungsgebiets; größere Wanderbewegungen treten nur bei extremen Winterbedingungen in den nördlichen Populationen Ostasiens auf.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit fällt in Europa auf die Monate April bis Juni. Die Balz ist durch gegenseitiges Füttern des Paares, Verfolgungsflüge und Schwanzspreizen gekennzeichnet. Das Nest wird in mittlerer Höhe (3–10 m) in Bäumen oder hohen Sträuchern errichtet. Es besteht aus Zweigen, Wurzeln und Moos und wird innen mit feinen Grashalmen, Tierhaaren und Federn ausgepolstert.
Das Gelege umfasst in der Regel 5 bis 9 Eier, die eine gelblich-braune Grundfarbe mit olivfarbenen und braunen Flecken aufweisen. Das Weibchen bebrütet die Eier allein über einen