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American-curl

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Rassen > Katzenrassen

Steckbrief

  • Herkunft: USA (Lakewood, Kalifornien)
  • Rassestandard: TICA, CFA, FIFé (vorläufig), WCF
  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Katze 3–5 kg, Kater 3,5–5,5 kg
  • Lebenserwartung: 12–16 Jahre
  • Fell: Kurzhaar- und Langhaar-Variante; alle Farben und Muster anerkannt
  • Besonderes Merkmal: nach hinten gebogene Ohren (Curl-Ohren)

Herkunft & Geschichte

Die Geschichte der American Curl beginnt im Juni 1981 in Lakewood, Kalifornien. Ein schwarzes, langhaariges Kätzchen mit auffällig nach hinten geschwungenen Ohren lief dem Ehepaar Joe und Grace Ruga zu. Sie nannten die Katze „Shulamith", die heute als Stammmutter aller reinrassigen American Curls gilt. Bereits der erste Wurf von Shulamith brachte Kitten mit den charakteristisch gebogenen Ohren hervor – ein klarer Hinweis darauf, dass die Ohrform auf einer dominanten Spontanmutation beruht.

Schon 1983 wurden die ersten American Curls auf Katzenausstellungen in Kalifornien präsentiert und erregten enormes Aufsehen. Die Genetikerin Roy Robinson aus London untersuchte die Mutation und bestätigte, dass das verantwortliche Gen autosomal-dominant vererbt wird und – im Gegensatz zur Faltohrmutation der Scottish Fold – keinerlei Knorpel- oder Skelettanomalien verursacht. Die TICA erkannte die American Curl 1987 als eigenständige Rasse an, die CFA folgte 1993 mit dem vollen Championship-Status. Damit gehört die American Curl zu den jüngsten offiziell anerkannten Katzenrassen weltweit.

In der Zucht wird bis heute der Outcross mit nicht registrierten Hauskatzen erlaubt, um den Genpool breit und die Rasse gesund zu halten. Die meisten Zuchtverbände schreiben vor, dass nur Katzen mit eindeutig gebogenen Ohren als American Curl ausgestellt werden dürfen, während geradohrige Nachkommen als „American Curl Straight Ear" registriert werden können.

Aussehen & Rassemerkmale

Das auffälligste Merkmal der American Curl sind zweifellos die nach hinten gebogenen Ohren. Die Ohrmuscheln kräuseln sich in einem Bogen von mindestens 90 Grad, dürfen aber laut Rassestandard maximal 180 Grad erreichen. Die Ohren sind am Ansatz offen und fest im Knorpel, die Spitzen laufen gerundet aus. Kitten werden mit geraden Ohren geboren; die Biegung entwickelt sich zwischen dem dritten und fünften Lebenstag und ist mit etwa vier Monaten endgültig ausgeprägt.

Der Körperbau ist mittelgroß, elegant und gut proportioniert – weder zierlich noch stämmig. Die Beine sind mittellang, die Pfoten kompakt und rund. Der Schwanz ist buschig, entspricht in der Länge ungefähr dem Körper und wird gerade getragen. Der Kopf zeigt eine sanft gerundete Keilform mit weichem Profil und ausgeprägten Wangenknochen. Die Augen sind groß, walnussförmig und leicht schräg gestellt; alle Augenfarben kommen vor.

Es gibt eine Kurzhaar- und eine Langhaar-Variante. Beide besitzen ein seidiges, am Körper anliegendes Fell mit wenig Unterwolle, was der Rasse ein elegantes Erscheinungsbild verleiht. Sämtliche Farben und Zeichnungen – von Solid über Tabby, Bicolour, Colourpoint bis Schildpatt – sind anerkannt.

Charakter & Wesen

Die American Curl wird häufig als der „Peter Pan" unter den Katzenrassen bezeichnet – und das aus gutem Grund. Sie behält bis ins hohe Alter eine ausgeprägt verspielte, neugierige und lebhafte Art. Diese Katzen sind ausgesprochen menschenbezogen, folgen ihren Besitzern durch die Wohnung und beteiligen sich aufmerksam am Familiengeschehen, ohne dabei aufdringlich zu werden.

Trotz ihrer Anhänglichkeit zeigt die American Curl ein ausgeglichenes, sanftes Temperament. Sie versteht sich in der Regel ausgezeichnet mit Kindern, anderen Katzen und sogar Hunden. Ihr Wesen ist freundlich und verträglich, Aggression liegt ihr fern. Die Stimme ist leise und dezent – diese Rasse macht eher durch Kopfstupser und Körperkontakt auf sich aufmerksam als durch lautes Miauen.

Intelligent und lernwillig, lässt sich die American Curl problemlos an ein Geschirr gewöhnen, apportiert kleine Gegenstände und begeistert sich für interaktives Spielzeug. Sie ist treu und bindet sich eng an ihre Bezugspersonen, verträgt Einsamkeit jedoch schlecht. Wer ganztägig abwesend ist, sollte über die Anschaffung einer Zweitkatze nachdenken.

Haltung & Pflege

Die American Curl ist eine unkomplizierte Rasse, die sich sowohl in der Wohnung als auch im Haus mit gesichertem Freigang wohlfühlt. Entscheidend ist ausreichend Beschäftigung: Kletterbäume, Intelligenzspielzeug und regelmäßige Spieleinheiten halten diese aktive Katze körperlich und geistig fit.

Die Fellpflege ist bei beiden Varianten moderat. Die Kurzhaar-Variante kommt mit einmal wöchentlichem Bürsten aus, die Langhaar-Variante sollte zwei- bis dreimal pro Woche gepflegt werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Dank der geringen Unterwolle neigt das Fell kaum zum Verknoten.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die gebogenen Ohren. Durch die Knorpelstruktur ist der Gehörgang etwas enger, weshalb die Ohren regelmäßig – etwa alle zwei Wochen – kontrolliert und bei Bedarf vorsichtig gereinigt werden sollten. Beim Anfassen der Ohren ist Behutsamkeit geboten: Der Knorpel darf niemals gewaltsam zurückgebogen werden, da er brechen kann.

Ernährung

An die Ernährung stellt die American Curl keine rassetypischen Sonderansprüche. Eine hochwertige, proteinreiche Fütterung – ob Nassfutter, Trockenfutter oder eine Kombination – deckt ihren Nährstoffbedarf. Der Fleischanteil sollte hoch sein, pflanzliche Füllstoffe