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Balinese

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Steckbrief

  • Herkunft: USA (aus siamesischer Abstammung)
  • Rassestandard: FIFé (Kategorie IV), TICA, CFA, WCF
  • Größe: mittelgroß, schlank und elegant
  • Gewicht: Katze 3–4 kg, Kater 4–5 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre
  • Fell: halblanges, seidiges Fell ohne Unterwolle; anliegend mit buschigem Schwanz (Plume)
  • Farben: Seal Point, Blue Point, Chocolate Point, Lilac Point sowie weitere Pointvarianten je nach Zuchtverband

Herkunft & Geschichte

Trotz ihres exotisch anmutenden Namens stammt die Balinese nicht aus Indonesien. Der Name wurde in den 1950er-Jahren von der amerikanischen Züchterin Helen Smith gewählt, die sich durch die anmutigen Bewegungen der Katze an balinesische Tempeltänzerinnen erinnert fühlte. Die Abstammung der Rasse liegt in der Siamkatze: In Siamwürfen tauchten gelegentlich Kitten mit halblangem Fell auf, die lange Zeit als unerwünschte Varianten galten und von der Zucht ausgeschlossen wurden.

Erst ab den 1940er- und 1950er-Jahren begannen engagierte Züchter in den USA – darunter Marion Dorsey und Helen Smith – gezielt mit diesen langhaarigen Siamesen zu arbeiten. Sie erkannten das Potenzial dieser eleganten Tiere und bauten eine eigenständige Zuchtlinie auf. 1961 wurde die Balinese erstmals von der CFA (Cat Fanciers' Association) als eigenständige Rasse vorläufig anerkannt, die volle Anerkennung folgte 1970. Weitere große Zuchtverbände wie die TICA, FIFé und der WCF führen die Balinese heute ebenfalls in ihrem Rassestandard.

Ursprünglich wurden nur die vier klassischen Pointfarben Seal, Blue, Chocolate und Lilac als Balinese anerkannt. Katzen mit anderen Pointfarben wie Red, Cream oder Tabby Point wurden unter dem Namen Javanese geführt. Heute akzeptieren die meisten Zuchtverbände alle Pointvarianten unter dem Namen Balinese, wenngleich die CFA nach wie vor zwischen beiden Bezeichnungen unterscheidet.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Balinese ist im Grunde eine halblanghaarige Siamkatze und teilt deren schlanken, muskulösen Körperbau. Der Körper ist röhrenförmig und geschmeidig, die Beine lang und feingliedrig, wobei die Hinterbeine etwas höher als die Vorderbeine sind. Der Kopf bildet ein gleichseitiges Dreieck mit großen, weit auseinander stehenden Ohren und mandelförmigen, leuchtend blauen Augen, die leicht schräg gestellt sind.

Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal zur Siamkatze ist das halblange, seidig fließende Fell. Es liegt eng am Körper an und besitzt kaum bis keine Unterwolle, was der Balinese ein elegantes, fließendes Erscheinungsbild verleiht. Der Schwanz ist lang und buschig befedert – diese sogenannte Plume gilt als eines der typischsten Rassemerkmale. Die Pointzeichnung, also die dunklere Färbung an Gesicht, Ohren, Pfoten und Schwanz, ist klar abgegrenzt und kontrastiert deutlich mit dem helleren Körperfell.

Charakter & Wesen

Wer sich eine Balinese ins Haus holt, bekommt eine ausgesprochen kommunikative, intelligente und menschenbezogene Katze. Wie ihre siamesischen Vorfahren ist die Balinese äußerst gesprächig und kommentiert den Alltag mit einer melodischen, wenn auch etwas leiseren Stimme als die Siam. Sie sucht aktiv den Kontakt zu ihren Menschen, folgt ihnen durch die Wohnung und möchte an allen Aktivitäten teilhaben.

Die Balinese ist verspielt, neugierig und erstaunlich lernfähig. Viele Halter berichten, dass ihre Katzen apportieren, Türen öffnen oder sich für Clickertraining begeistern. Gleichzeitig ist sie treu und anhänglich, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Gegenüber Fremden kann sie sich zunächst etwas zurückhaltend zeigen, taut aber in der Regel schnell auf. Im Zusammenleben mit Kindern und anderen Haustieren zeigt sie sich meist sozialverträglich und aufgeschlossen, vorausgesetzt, sie wird respektvoll behandelt.

Einsamkeit verträgt die Balinese schlecht. Eine Einzelhaltung ohne ausreichende Beschäftigung oder einen Artgenossen kann zu Verhaltensproblemen und stressbedingten Erkrankungen führen.

Haltung & Pflege

Die Balinese ist eine aktive und bewegungsfreudige Rasse, die ausreichend Beschäftigung und geistige Anregung benötigt. Ein abwechslungsreich gestaltetes Zuhause mit Kletterbäumen, erhöhten Liegeplätzen und Intelligenzspielzeug ist Pflicht. Gesicherter Freigang oder ein Balkon mit Katzennetz bereichern das Katzenleben zusätzlich, sind aber keine zwingende Voraussetzung, solange die Wohnungshaltung genug Abwechslung bietet.

Die Fellpflege gestaltet sich erfreulich unkompliziert. Da die Balinese kaum Unterwolle besitzt, neigt das seidige Fell weder zum Verfilzen noch zur übermäßigen Knötchenbildung. Einmal wöchentliches Bürsten genügt in der Regel, um lose Haare zu entfernen und das Fell glänzend zu halten. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann die Pflege etwas intensiver ausfallen.

Wie bei jeder Katze gehören regelmäßige Kontrollen der Ohren, Zähne und Krallen zur Grundpflege.

Ernährung

Die Balinese stellt keine außergewöhnlichen Anforderungen an die Fütterung, profitiert aber – wie alle Katzen – von einer hochwertigen, proteinreichen Ernährung mit hohem Fleischanteil. Nassfutter sollte den Hauptbestandteil der Mahlzeiten bilden, ergänzt durch Trockenfutter als Beifutter oder zur Zahnpflege. Auf zucker- und getreidehaltige Futtersorten sollte verzichtet werden.

Aufgrund ihres schlanken Körperbaus neigt die Balinese weniger zu Übergewicht als viele andere Rassen. Dennoch sollte die F