Birma
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Steckbrief
- Herkunft: Myanmar (ehemals Burma), Frankreich (Zuchtentwicklung)
- Rassestandard: FIFé (Fédération Internationale Féline), TICA, CFA, WCF – Kategorie II (Halblanghaar)
- Größe: Mittelgroß, Schulterhöhe ca. 25–30 cm
- Gewicht: Katze 3,5–4,5 kg, Kater 4,5–6,5 kg
- Lebenserwartung: 12–16 Jahre
- Fell/Farben: Halblanges, seidiges Fell mit wenig Unterwolle; Point-Zeichnung in Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red, Cream sowie den jeweiligen Tabby- und Tortie-Varianten; stets weiße Handschuhe an allen vier Pfoten
Herkunft & Geschichte
Die Heilige Birma – häufig kurz Birma oder im englischsprachigen Raum Birman genannt – ist von zahlreichen Legenden umwoben. Der bekanntesten Erzählung zufolge sollen in einem Tempel in Myanmar (dem früheren Burma) weiße Katzen als Begleiter der Mönche gelebt haben. Als ein Priester während eines Überfalls starb, soll seine Tempelkatze Sinh auf seinen Körper gesprungen sein und dabei eine wundersame Verwandlung erfahren haben: Ihr Fell färbte sich golden, die Augen wurden saphirblau, und die Pfoten, die den Priester berührten, blieben makellos weiß.
Historisch gesichert ist, dass die Zucht der Birma in Frankreich ihren Anfang nahm. Anfang der 1920er-Jahre gelangten vermutlich aus Asien stammende Katzen nach Europa. Die französische Züchterin Madame Leotardi begann mit der systematischen Zucht, wobei wahrscheinlich Siam- und Perserkatzen eingekreuzt wurden, um das heutige Erscheinungsbild zu festigen. 1925 wurde die Rasse in Frankreich unter dem Namen „Sacré de Birmanie" offiziell anerkannt. Der Zweite Weltkrieg dezimierte den Bestand dramatisch – zeitweise existierten nur noch ein einziges Zuchtpaar und eine Handvoll Tiere. Engagierten Züchtern gelang es in der Nachkriegszeit, die Rasse durch gezielte Einkreuzungen wieder aufzubauen. Heute ist die Birma weltweit bei allen großen Zuchtverbänden – darunter FIFé, TICA, CFA und WCF – anerkannt und gehört zu den beliebtesten Halblanghaarkatzen überhaupt.
Aussehen & Rassemerkmale
Die Birma ist eine mittelgroße, kräftig gebaute Katze mit stämmigem Körperbau, der dennoch elegant wirkt. Der Kopf ist breit und gerundet mit vollen Wangen, einer mittellangen, leicht gewölbten Nase und kräftigem Kinn. Besonders markant sind die leuchtend saphirblauen Augen, die nahezu rund und weit auseinanderstehend sein sollen – sie gelten als eines der wichtigsten Rassemerkmale im Standard.
Das halblange Fell besitzt eine seidige Textur mit wenig Unterwolle, weshalb es deutlich weniger zum Verfilzen neigt als etwa das Fell der Perserkatze. Am Hals bildet sich eine ausgeprägte Halskrause, am Bauch ist das Fell leicht gewellt. Die Point-Zeichnung – dunkle Abzeichen an Gesicht (Maske), Ohren, Beinen und Schwanz – entspricht dem Colourpoint-Muster und wird durch den temperatursensitiven Teilalbinismus hervorgerufen.
Das absolute Alleinstellungsmerkmal der Birma sind die weißen Handschuhe: Alle vier Pfoten müssen symmetrisch weiß sein. An den Hinterpfoten ziehen sich die weißen Abzeichen idealerweise in einer umgekehrten V-Form (den sogenannten „Sporen") an der Rückseite der Fußgelenke nach oben. Die Qualität und Symmetrie der Handschuhe sind bei Ausstellungen ein entscheidendes Bewertungskriterium.
Charakter & Wesen
Die Birma gilt als ausgesprochen sanftmütig, menschenbezogen und treu. Sie baut eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson auf und folgt ihr häufig durch die Wohnung, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Im Vergleich zur Siamkatze ist sie deutlich ruhiger und weniger stimmfreudig, besitzt aber eine angenehm melodische Stimme, die sie durchaus einzusetzen weiß, wenn sie Aufmerksamkeit wünscht.
Birmakatzen sind verspielt und neugierig, ohne hyperaktiv zu sein. Sie schätzen interaktive Spiele ebenso wie ruhige Schmusestunden auf dem Schoß. Gegenüber Kindern zeigen sie sich geduldig und tolerant. Auch mit anderen Katzen und sogar Hunden kommen sie in der Regel gut zurecht, da sie ein ausgeglichenes, wenig dominantes Sozialverhalten an den Tag legen. Einsamkeit hingegen vertragen sie schlecht – eine Zweitkatze oder regelmäßige menschliche Gesellschaft ist für ihr Wohlbefinden nahezu unverzichtbar.
Haltung & Pflege
Die Birma eignet sich hervorragend als Wohnungskatze, sofern genügend Platz, Klettermöglichkeiten und Beschäftigung vorhanden sind. Ein gesicherter Balkon oder ein eingezäunter Garten wird gerne angenommen, ist aber keine zwingende Voraussetzung. Wichtiger ist die soziale Einbindung: Birmakatzen sollten nicht über längere Zeit allein gelassen werden.
Die Fellpflege ist vergleichsweise unkompliziert. Da das seidige Haar wenig Unterwolle besitzt, reicht regelmäßiges Bürsten ein- bis zweimal pro Woche aus, um lose Haare zu entfernen und die Bildung von Knoten zu verhindern. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst empfiehlt sich tägliches Kämmen. Die Augen sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf sanft gereinigt werden, da einige Birmas zu leichtem Tränenfluss neigen.
Ernährung
Die Birma stellt keine außergewöhnlichen Anforderungen an ihre Ernährung. Hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil bildet die ideale Grundlage. Trockenfutter kann ergänzend angeboten werden, sollte aber nicht die alleinige Nahrungsquelle darstellen, um eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sicherzustellen. Da Birmakatzen zu Übergewicht neigen können