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Anlandung

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Fachbegriffe (Aquaristik/Terraristik/Vogelhaltung) > Terraristik-Fachbegriffe

Definition & Überblick

Als Anlandung bezeichnet man in der Terraristik einen flach aus dem Wasser ansteigenden Landbereich innerhalb eines Aquaterrariums, Paludariums oder eines vergleichbaren Feuchtbiotop-Geheges. Die Anlandung bildet die Übergangszone zwischen dem Wasserteil und dem eigentlichen Landteil und ermöglicht es semiaquatischen Tieren – etwa Wasserschildkröten, Molchen, Krabben oder bestimmten Froscharten –, selbstständig und ohne großen Kraftaufwand vom Wasser an Land zu wechseln. Der Begriff leitet sich aus der Geografie ab, wo er das allmähliche Vordringen von Land in ein Gewässer beschreibt, und wurde in die Terrarienkunde übernommen, weil das Gestaltungsprinzip vergleichbar ist: Ein sanft ansteigender Übergang statt einer steilen Kante.

Die Anlandung ist kein rein dekoratives Element, sondern erfüllt eine zentrale Funktion für die artgerechte Haltung. Viele amphibisch lebende Arten benötigen regelmäßig Zugang zu einem Trockenareal, um sich zu sonnen, zu ruhen, ihre Körpertemperatur zu regulieren oder Nahrung aufzunehmen. Fehlt ein geeigneter Übergang, können die Tiere das Wasser nicht verlassen oder nur unter erheblicher Anstrengung – mit Stressfolgen, Verletzungsgefahr und langfristigen Gesundheitsproblemen.

Grundlagen & Voraussetzungen

Die korrekte Planung einer Anlandung erfordert zunächst ein Verständnis der Bedürfnisse der gehaltenen Art. Entscheidend sind dabei folgende Faktoren:

  • Neigungswinkel: Der Anstieg sollte möglichst flach ausfallen. Als Richtwert gilt ein Winkel von maximal 20 bis 30 Grad. Jungtiere, kleine Arten und schwache Schwimmer benötigen noch flachere Rampen.
  • Oberflächenstruktur: Glatte Materialien bieten keinen Halt. Die Oberfläche muss rau, strukturiert oder mit griffigem Substrat versehen sein, damit die Tiere sicher hinaufklettern können.
  • Tragfähigkeit und Stabilität: Gerade bei der Haltung schwererer Arten wie europäischen Sumpfschildkröten oder größeren Krabben muss die Anlandung stabil genug sein, das Gewicht der Tiere dauerhaft zu tragen, ohne abzurutschen oder einzubrechen.
  • Wasserverträglichkeit: Sämtliche verwendeten Materialien müssen dauerhaft wasserbeständig sein und dürfen keine Schadstoffe an das Wasser abgeben. Unbehandelte Naturmaterialien wie Schieferplatten, Korkrinde, Moorkienholz oder Lavastein eignen sich besonders gut.
  • Größe des Landteils: Die Anlandung allein reicht nicht aus – sie muss in einen ausreichend dimensionierten Landbereich münden, auf dem sich das Tier vollständig aus dem Wasser zurückziehen und trocknen kann. Der Landteil sollte eine Wärme- oder UV-Quelle bieten, wenn die Art dies benötigt.

Praktische Umsetzung

Es gibt mehrere bewährte Methoden, eine Anlandung im Gehege zu realisieren:

  • Natursteinrampe: Flache Steine wie Schiefer oder Sandstein werden leicht überlappend vom Beckenboden bis über die Wasseroberfläche geschichtet. Die Steine werden mit aquariengeeignetem Silikon fixiert, um ein Verrutschen zu verhindern. Diese Variante wirkt naturnah und bietet hervorragenden Halt.
  • Korkrinden- oder Holzrampe: Ein Stück Korkrinde oder eine Wurzel wird so platziert, dass ein Ende im Wasser liegt und das andere auf dem Landteil aufliegt. Die raue Oberfläche ermöglicht guten Grip. Wichtig ist, das Holz vor dem Einsatz gründlich zu wässern, damit es nicht aufschwimmt.
  • Modellierte Uferzone aus Bauschaum und Epoxidharz: Für größere Projekte kann die Anlandung mit PU-Schaum modelliert und anschließend mit ungiftigem Epoxidharz versiegelt werden. Darauf wird Sand, Kies oder Torfsubstrat aufgebracht. Diese Technik erlaubt maximale gestalterische Freiheit, erfordert aber Erfahrung und eine vollständige Ausdünstungszeit vor dem Besatz.
  • Fertige Schildkröteninseln und Rampen: Im Fachhandel gibt es vorgefertigte Rampen und schwimmende Plattformen mit strukturierter Oberfläche. Diese eignen sich besonders für kleinere Arten und als Übergangslösung, wirken jedoch oft wenig natürlich und sind in ihrer Größe begrenzt.

Bei der Gestaltung sollte außerdem darauf geachtet werden, dass die Anlandung keine Hohlräume bildet, in denen sich Futterreste oder Mulm ansammeln. Eine gute Zugänglichkeit für die Reinigung ist essenziell für die Hygiene im Becken.

Häufige Fehler

  • Zu steiler Aufstieg: Der häufigste Fehler ist eine zu steile Rampe. Tiere, die den Landteil nicht erreichen, verbleiben permanent im Wasser, was bei vielen Arten zu Hautproblemen, Panzerfäule bei Schildkröten oder chronischem Stress führt – ein klarer Verstoß gegen die Grundsätze des Tierschutzes.
  • Glatte Oberflächen: Glasscheiben, polierte Steine oder lackiertes Holz bieten keinen Halt. Die Tiere rutschen ab und geben nach einigen Versuchen auf.
  • Instabile Konstruktionen: Lose gestapelte Steine können unter dem Gewicht der Tiere verrutschen und diese einklemmen oder das Glas des Beckens beschädigen.
  • Giftige Materialien: Manche Hölzer (z. B. druckimprägniertes Bauholz), Klebstoffe oder Farben geben Schadstoffe ins Wasser ab. Es dürfen ausschließlich terrariensichere oder lebensmittelechte Materialien verwendet werden.
  • Fehlende Wärmequelle am Landteil: Eine Anlandung ohne darüber angebrachten Wärmestrahler oder UV-Spot ist bei wärmeliebenden Arten nur halb so wertvoll. Der Landbereich muss zur Beschäftigung