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Asseln

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Fachbegriffe (Aquaristik/Terraristik/Vogelhaltung) > Terraristik-Fachbegriffe

Definition & Überblick

Asseln (Isopoda) sind Krebstiere aus der Ordnung der Landasseln (Oniscidea), die in der Terraristik eine zunehmend bedeutende Rolle spielen. Sie werden sowohl als eigenständige Pfleglinge in speziellen Gehegen gehalten als auch als sogenannte Aufräumtruppe (Clean-up Crew, CUC) in bioaktiven Terrarien eingesetzt. Dort übernehmen sie eine unverzichtbare ökologische Funktion: Sie zersetzen organisches Material wie abgestorbene Pflanzenteile, Kotballen und Futterreste, tragen zur Bodenbelüftung bei und fördern die Humusbildung.

Weltweit existieren über 3.700 beschriebene Landassel-Arten. In der Terraristik haben sich insbesondere Arten der Gattungen Porcellio, Armadillidium, Cubaris und Porcellionides etabliert. Die Bandbreite reicht von der robusten Grauen Kellerassel (Porcellio scaber) über die auffällige Spanische Assel (Porcellio expansus) bis hin zur begehrten Cubaris-Gattung mit Arten wie Cubaris murina oder der sogenannten „Rubber Ducky" (Cubaris sp.).

Grundlagen & Voraussetzungen

Asseln atmen über modifizierte Kiemen, die als Pseudotracheen bezeichnet werden. Daraus ergibt sich die wichtigste Grundvoraussetzung jeder Asselhaltung: eine dauerhaft ausreichende Luftfeuchtigkeit. Ohne Zugang zu Feuchtigkeit trocknen die Tiere innerhalb kurzer Zeit aus und sterben. Gleichzeitig benötigen viele Arten auch trockenere Bereiche, um Schimmelbildung und bakterielle Infektionen zu vermeiden. Dieses Prinzip der Feuchtigkeitsgradienten im Gehege ist ein zentraler Aspekt artgerechter Haltung.

Für die Unterbringung eignen sich handelsübliche Kunststoffboxen, Faunaboxen oder Glasaquarien mit gut schließendem Deckel. Eine ausreichende Belüftung ist notwendig, darf aber nicht zu starkem Luftaustausch führen, da sonst die Feuchtigkeit zu schnell entweicht. Als Substrat dient eine Mischung aus ungedüngter Walderde, zersetztem Laub (sogenanntes weißfaules Holz), Kalkpulver und gegebenenfalls Kokosfaser. Kalk ist essenziell, da Asseln ihn zum Aufbau ihres Chitinpanzers benötigen – besonders während der regelmäßig stattfindenden Häutung, bei der der Panzer in zwei Schritten (erst hintere, dann vordere Körperhälfte) erneuert wird.

Viele Arten sind bei Zimmertemperatur zwischen 18 und 24 °C gut zu halten. Tropische Arten wie verschiedene Cubaris-Vertreter bevorzugen dagegen Temperaturen um 22 bis 26 °C bei höherer Grundfeuchtigkeit. Eine Heizmatte an der Außenseite der Box kann hier sinnvoll sein, sollte jedoch nie den gesamten Bodenbereich abdecken, damit die Tiere kühlere Rückzugszonen aufsuchen können.

Praktische Umsetzung

Ein artgerechtes Asselgehege wird folgendermaßen eingerichtet:

  • Substratschicht: Mindestens 5 cm aus einem Gemisch von Walderde, Laubstreu, weißfaulem Holz und zerstoßener Sepiaschale oder kohlensaurem Futterkalk.
  • Verstecke: Rindenstücke, Korkröhren, flache Steine oder Moosstücke dienen als Rückzugsmöglichkeiten. Asseln sind überwiegend nachtaktiv und meiden Licht.
  • Feuchtezone: Eine Seite des Geheges wird regelmäßig besprüht, die andere bleibt trockener. So können die Tiere selbst wählen, welche Zone sie aufsuchen.
  • Fütterung: Hauptnahrung bilden getrocknetes Laub (Buche, Eiche, Walnuss), Zunder- und Birkenporling sowie weißfaules Holz. Ergänzend werden Gemüsereste wie Karotte, Zucchini oder Süßkartoffel angeboten. Proteinhaltiges Futter wie Fischflocken, getrocknete Gammarus oder Schildkrötenpellets wird ein- bis zweimal wöchentlich in kleinen Mengen zugegeben und fördert die Vermehrung.
  • Kalziumversorgung: Sepiaschale, zerbröselte Eierschalen oder Kalkstein sollten dauerhaft verfügbar sein.

Werden Asseln als Clean-up Crew in einem bioaktiven Terrarium für Reptilien, Amphibien oder Wirbellose eingesetzt, gelten dieselben Grundsätze. Die Asselpopulation reguliert sich dort in der Regel selbst über das Nahrungsangebot und den Fraßdruck des Hauptbewohners. Für Terrarien mit kleineren Bewohnern wie Pfeilgiftfröschen eignen sich winzige Arten wie Trichorhina tomentosa (Weiße Zwergassel), die sich schnell vermehren und gleichzeitig als Lebendfutter dienen.

Häufige Fehler

  • Zu nasses Substrat: Staunässe führt unweigerlich zu Schimmelbildung und kann die gesamte Kolonie innerhalb weniger Tage vernichten. Das Substrat soll feucht, aber nicht durchnässt sein.
  • Fehlende Belüftung: Zu dicht verschlossene Boxen ohne Luftlöcher oder Gaze fördern anaerobe Prozesse, Milbenbefall und Schimmel.
  • Kalziummangel: Ohne ausreichende Kalkversorgung kommt es zu Häutungsproblemen und erhöhter Sterblichkeit, besonders bei Jungtieren.
  • Überfütterung mit Frischfutter: Gemüsereste, die nach 24 bis 48 Stunden nicht gefressen wurden, sollten entfernt werden. Verrottendes Frischfutter begünstigt Trauermücken, Milben und unerwünschte Bakterien.
  • Einsatz von gedüngter Erde oder Pestizid-belasteten Materialien: Handelsübliche Blumenerde enthält oft Dünger oder Insektizide, die für Asseln tödlich sein können. Nur unbehandelte Substrate verwenden.