Bodenfauna
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Definition & Überblick
Als Bodenfauna bezeichnet man die Gesamtheit aller tierischen Organismen, die im Bodensubstrat eines Terrariums leben oder sich überwiegend dort aufhalten. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Ökologie und beschreibt in der freien Natur die Lebensgemeinschaft von Tieren im Erdboden. In der Terraristik hat der Begriff eine doppelte Bedeutung: Er umfasst einerseits die bewusst eingesetzten Bodenlebewesen wie Springschwänze, weiße Asseln oder Regenwürmer, andererseits die gehaltenen Terrarientiere selbst, sofern sie eine bodenbewohnende Lebensweise führen – etwa Vogelspinnen, Skorpione, Leopardgeckos oder bestimmte Schlangenarten.
Die Bodenfauna spielt eine zentrale Rolle für das Mikroklima und das biologische Gleichgewicht im Terrarium. Insbesondere in Bioaktiv-Terrarien übernehmen die Bodenorganismen die Funktion einer natürlichen Reinigungskolonne: Sie zersetzen Kot, Futterreste und abgestorbenes Pflanzenmaterial, verhindern Schimmelbildung und tragen zur Bodenbelüftung bei. Wer artgerechte Haltungsbedingungen anstrebt, kommt an einem grundlegenden Verständnis der Bodenfauna nicht vorbei.
Grundlagen & Voraussetzungen
Um eine funktionierende Bodenfauna im Gehege zu etablieren, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:
- Geeignetes Substrat: Die Grundlage bildet ein mehrschichtiger Bodenaufbau. Typischerweise besteht dieser aus einer Drainageschicht (Blähton oder Kies), einem Vlies als Trennung und einer darüberliegenden Substratmischung aus Kokoshumus, Lauberde, Sphagnum-Moos und Sand – je nach gehaltenem Tier angepasst.
- Feuchtigkeit: Die meisten Bodenorganismen benötigen eine gewisse Grundfeuchtigkeit. Völlig trockenes Substrat lässt Springschwänze und Asseln absterben. In Wüstenterrarien ist die Etablierung einer lebenden Bodenfauna daher deutlich schwieriger.
- Temperatur: Die Bodentemperatur sollte moderat sein. Extreme Hitze durch falsch platzierte Bodenheizungen tötet die Mikroorganismen ab und zerstört das biologische Gleichgewicht.
- Nahrungsgrundlage: Laub (bevorzugt Eichen- oder Buchenlaub), Holzstücke und organisches Material dienen den Bodenlebewesen als Nahrung. Ohne diese Ressourcen kann sich keine stabile Population halten.
Ein funktionierendes Ökosystem im Terrarium braucht Zeit. Die sogenannte Einlaufphase dauert in der Regel vier bis sechs Wochen, bevor das Substrat biologisch aktiv genug ist, um das Haupttier einzusetzen.
Praktische Umsetzung
Die Einrichtung einer Bodenfauna beginnt mit dem Aufbau des Substrats. Nach dem Einbringen der Drainageschicht und des eigentlichen Bodengrunds werden die Aufräumtruppen eingesetzt. Die gängigsten Organismen in der Terraristik sind:
- Springschwänze (Collembola): Winzige, weiße bis graue Tiere, die Schimmelsporen und Pilzmyzel fressen. Sie sind die wichtigsten Helfer gegen Schimmelbildung im Terrarium.
- Tropische Asseln (Trichorhina tomentosa): Auch als weiße Asseln bekannt. Sie zersetzen Kot und organisches Material und lockern nebenbei das Substrat auf.
- Regenwürmer: In größeren Terrarien mit tieferem Substrat sorgen sie für Durchlüftung und Humusbildung.
- Milben und Nematoden: Sie siedeln sich oft von selbst an und sind in geringer Zahl nützlicher Teil der Bodenbiologie.
Für die bodenbewohnenden Terrarientiere selbst müssen zusätzliche Strukturen geschaffen werden: Höhlen, Rindenstücke, flache Steine und Korkröhren bieten Versteckmöglichkeiten und dienen der Beschäftigung. Grabende Arten wie Vogelspinnen der Gattung Brachypelma oder Sandboa-Schlangen benötigen eine ausreichende Substrattiefe, um ihrem natürlichen Grabverhalten nachzukommen – ein wesentlicher Aspekt artgerechter Haltung.
Die Fütterung der Aufräumer erfolgt durch regelmäßiges Einbringen von Laubstreu und gelegentlich zerdrückten Gemüseresten oder Fischfutterflocken. In einem gut eingelaufenen Terrarium regulieren sich die Populationen weitgehend selbst.
Häufige Fehler
- Substrat zu häufig wechseln: Viele Anfänger tauschen den gesamten Bodengrund regelmäßig aus und zerstören damit jedes Mal die mühsam etablierte Bodenfauna. In einem bioaktiven Terrarium ist ein kompletter Substratwechsel nur in Ausnahmefällen nötig.
- Chemische Reinigungsmittel: Desinfektionsmittel und aggressive Reiniger vernichten sämtliche Bodenorganismen. Wenn das Terrarium gereinigt werden muss, sollten nur tierverträgliche Methoden eingesetzt werden.
- Falsches Substrat: Reine Blumenerde aus dem Baumarkt enthält oft Dünger und Pestizide, die sowohl die Bodenfauna als auch das Haupttier schädigen. Nur unbehandeltes, pestizidfreies Substrat verwenden.
- Überhitzung des Bodens: Heizmatten, die unter dem Terrarium platziert werden, erhitzen das Substrat von unten und machen es für die meisten Bodenorganismen unbewohnbar. Besser ist eine Erwärmung von oben durch Wärmelampen.
- Staunässe: Fehlt die Drainageschicht, sammelt sich Wasser am Boden. Das Substrat fault, es entstehen anaerobe Zonen, und die Bodenfauna stirbt ab. Gleichzeitig steigt das Risiko für bakterielle Infektionen beim Terrarientier.
Tipps für Anfänger
Wer zum ersten Mal ein bioaktives Terrarium einrichtet, sollte mit robusten Aufräumarten beginnen. Springschwänze und w