Apport
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Definition und Überblick
Der Begriff Apport (aus dem Französischen apporter = herbeibringen) bezeichnet das gezielte Aufnehmen, Tragen und Zurückbringen eines Gegenstandes durch den Hund auf ein Kommando des Hundeführers. Das Apportieren gehört zu den grundlegenden Übungen in der Hundeausbildung und findet sowohl im Bereich der Hundeerziehung als auch im organisierten Hundesport breite Anwendung. Je nach Kontext kann der Apport ein einfaches Spiel zwischen Mensch und Hund sein, eine Gehorsamkeitsübung in der Begleithundeprüfung oder eine hochspezialisierte Leistungsübung im Prüfungswesen verschiedener Hundesportdisziplinen.
Biologisch betrachtet knüpft das Apportieren an das natürliche Beuteverhalten des Hundes an. Viele Hunderassen, insbesondere Retriever, Spaniel und andere Jagdhunderassen, wurden über Generationen gezielt auf das zuverlässige Bringen von Wild selektiert. Die Veranlagung zum Tragen und Bringen von Gegenständen ist daher bei manchen Rassen stärker ausgeprägt als bei anderen, lässt sich aber mit systematischem Training bei nahezu jedem Hund aufbauen.
Arten und Formen des Apports
Im Hundesport und in der Hundeausbildung werden verschiedene Formen des Apportierens unterschieden:
- Freiverlorenes Apportieren: Der Hund wird ausgeschickt, um einen Gegenstand zu suchen und zurückzubringen, dessen Lage er nicht gesehen hat. Diese Variante erfordert neben dem reinen Bringen auch Sucharbeit und Eigeninitiative.
- Sichtapport (Markierung): Der Hund beobachtet den Wurf oder Abfall eines Gegenstandes und wird anschließend zum Bringen geschickt. Er muss sich die Position merken und den direkten Weg dorthin nehmen.
- Richtungsapport (Einweisen): Der Hundeführer weist den Hund per Handzeichen und Kommando in eine bestimmte Richtung, wo ein Apportierbock oder ein anderer Gegenstand liegt. Dies erfordert ein hohes Maß an Lenkbarkeit und Vertrauen zwischen Hund und Führer.
- Bringholz-Apport: In der Gebrauchshundeprüfung (IGP, ehemals IPO/VPG) muss der Hund ein normiertes Bringholz mit definiertem Gewicht (auf der Ebene 1 kg, über die Schrägwand 650 g) aufnehmen, korrekt tragen und dem Hundeführer in ruhiger Vorstellung übergeben.
- Wasserarbeit: Besonders in der Retrieverarbeit und im Jagdhundetraining gehört das Apportieren aus dem Wasser zu den Standardübungen. Der Hund schwimmt zu einem Dummy oder Wild und bringt es ans Ufer zurück.
Aufbau und Training
Das Training des Apportierens lässt sich in mehrere Phasen unterteilen. Ein sauberer Aufbau ist entscheidend für die spätere Zuverlässigkeit der Übung, denn Fehler im Grundlagentraining – etwa hastiges Ausspucken, Verknautschen des Gegenstandes oder eigenmächtiges Loslaufen – lassen sich nachträglich nur schwer korrigieren.
Phase 1 – Gegenstand aufnehmen und halten: Der Hund lernt zunächst, einen Gegenstand ruhig ins Maul zu nehmen und ihn dort ohne Kauen zu halten. Häufig wird dabei mit einem Dummy, einem Bringholz oder einem weichen Futterbeutel gearbeitet. Die Halteübung wird schrittweise in der Dauer gesteigert.
Phase 2 – Gegenstand vom Boden aufnehmen: Der Hund soll den abgelegten Gegenstand selbstständig aufnehmen. Dazu wird der Apportiergegenstand anfangs nur leicht abgesenkt und dann zunehmend weiter entfernt positioniert, bis der Hund ihn vom Boden aufhebt.
Phase 3 – Bringen: Nun wird der Hund zum Heranbringen aufgefordert. Er soll den Gegenstand aufnehmen, zum Hundeführer zurückkehren und sich korrekt vorsetzen. Die Ausgabe – also das Loslassen auf Kommando – wird separat geübt und mit dem Bringen verknüpft.
Phase 4 – Distanz und Ablenkung: Die Entfernung wird schrittweise vergrößert, Ablenkungen werden eingebaut. Der Hund soll auch unter erschwerten Bedingungen zuverlässig und ruhig apportieren.
Neben dem rein positiven Aufbau über Belohnung und Motivation existiert die sogenannte Forced Retrieve-Methode (Zwangsapport), bei der dem Hund durch leichten Druck vermittelt wird, dass das Aufnehmen des Gegenstandes eine nicht verhandelbare Pflicht darstellt. Diese Methode ist umstritten und erfordert, wenn sie angewandt wird, hohe Erfahrung und Feingefühl des Ausbilders, um tierschutzgerecht zu bleiben. Moderne Ausbildungskonzepte setzen verstärkt auf motivationsbasierte Ansätze mit Clicker-Training, Futterlob oder Spielbelohnung.
Apport im Hundesport
Das Apportieren ist fester Bestandteil zahlreicher Hundesportdisziplinen:
- Gebrauchshundeprüfung (IGP): In der Abteilung Unterordnung wird das Bringen auf der Ebene, über die Schrägwand und über den Steilsprung geprüft. Bewertet werden unter anderem Geschwindigkeit, Griffsicherheit, korrektes Vorsetzen und ruhige Ausgabe.
- Dummyarbeit: Eine eigenständige Disziplin, die ursprünglich aus der Jagdhundeausbildung stammt. Der Hund muss geworfene oder ausgelegte Dummys unter komplexen Bedingungen finden und bringen. Working Tests und Dummy-Prüfungen simulieren jagdliche Situationen ohne den Einsatz von Wild.
- Obedience: In höheren Klassen wird das Apportieren mit verschiedenen Gegenständen und erhöhten Anforderungen an die Ausführungspräzision verlangt.
- Jagdliche Prüfungen: Bei Zucht- und Gebrauchsprüfungen für Jagdhunde stellt das Bringen von Haar- und Federwild (Schleppe, Bringarb